Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

Versys-Treffen in Trient/Italien.
16. bis 24.09.2017 in Lavarone, Trient
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Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#1 Beitrag von blahwas » 28. Sep 2017 11:29

Das Höhentreffen ist eine Veranstaltung für Reisewillige aus dem Versysforum. Wer mag, trifft sich für eine Woche in einem Hotel in Norditalien und genießt Kurven und was das Leben sonst noch so zu bieten hat. Es ist nicht jedes Jahr der gleiche Ort, und es kommen je nach Jahr 8-30 Leute. Man fährt in Gruppen oder alleine. Das gibt es jetzt schon seit 2011 und es hat mich motiviert, endlich mal in den Alpen Motorrad zu fahren, wo es bekanntlich die meisten Kurven und die schönsten Aussichten geben soll. Ich wurde nicht enttäuscht und war angefixt und seitdem noch viele Male auf dem Höhentreffen, und auch zu anderen Anlässen in den Alpen.

Alles in allem also ein ziemlich schickes Konzept, von dem ich im letzten Jahr sogar den Nicht-Versys-Fahrer BDR529 überzeugen konnte. Freundlicherweise nimmt er mich sogar auf seinem Anhänger mit, so dass meine An-/Abreise zeitsparend und kostengünstig ablaufen sollte.

Zur Vorbereitung bekommt mein Motorrad einen frischen Vorderreifen. Passend zum angefahrenen Hinterreifen habe ich einen Conti Road Attack 3 bestellt, bemerke aber erst daheim beim Einbau des Rades, dass ich einen Conti Sport Attack 3 bekommen habe. Was man nicht selbst macht... Weil es aber schon morgen losgehen soll verzichte ich auf eine Reklamation und beiße mich halt durch. Vorne Sport- und hinten Tourenreifen ist ja auch grundsätzlich nicht die schlechteste Idee. In Italien wird mich auch niemand nach einer Reifenfreigabe fragen. Zur Abwechslung ist mein Motorrad dieses mal einfarbig, und zwar blau.

Tag 0 Fr - Anreise
Der Freitagabend verbringe ich noch mit meiner Liebsten, gegen 22 Uhr werde ich zunehmend nervös und mache mich auf den Weg über die dunkle Autobahn. Für mich ist sie besonders dunkel, denn ich habe ein leicht getöntes Visier montiert und den Scheinwerfer so hoch eingestellt, dass ich garantiert nicht übersehen werde. Fahrspuren ergeben sich dann daraus, wo die anderen Autos so fahren. Kaum bin ich auf der Autobahn stelle ich fest, dass meine frische getauschten Lenkerendspiegel lose im Kreis drehen, und ich kann sie während der Fahrt händisch fest ziehen. So verliere ich sie zumindest nicht. Gegen 23 Uhr erreiche ich BDR, der seine BMW schon aufgeladen hat. Meine Versys kommt daneben und schon geht's los auf die 900 km nach Lavarone. Wir wechseln uns beim fahren ab und dösen auch mal 2-3 Stunden auf einem Parkplatz, so gut das im Auto halt geht.

Tag 1 Sa - Shakedown
Die Brennerautobahn ist immer wieder beeindruckend. Man fährt fast durchgehend auf einer richtig langen Brücke und in Tunnels, nur selten mal auf festem Boden. Der Weg von der Autobahn zum Hotel hoch verläuft vielversprechend kurvig und die Vorfreude steigt noch weiter. Gegen 14 Uhr kommen wir am Hotel an. Eindrucksvoller Altbau!
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Gegen 15 Uhr haben wir fertig abgeladen, und gegen 16 Uhr sitzen wir auf dem Bock. Es soll eine ganz kleine vorsichtige Testrunde werden. Volltanken, Reifendruck prüfen, und vielleicht noch die drei nächstgelegenen Passknackerpunkte abgreifen, damit man das für die folgenden Tage erledigt hat - da kommt man ja eh immer wieder vorbei. Als wir bei bestem Sonnenschein den Kaiserjägersteig hinab gleiten und die Aussicht genießen ist klar, dass wir auch noch durch Levico hindurch nach Compet fahren werden.
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Der Passknackerpunkt vom Kaiserjäger ist auch von hinten zu erreichen. Warum er beim Passknacker "Alpini, Strada dell' / Spazio Alto" heißt, bleibt wohl deren Geheimnis. Michael betreibt während ich fotografiere unfreiwilliges Posing und vorm-Tourguide-verstecken, der alte Schlingel :)
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Hoch nach Compet gibt es eine gute Kurvenstrecke. Und auf dieser Strecke bleiben die guten Vorsätze liegen - was zu erwarten war. Spaß hat's trotzdem gemacht! Zurück am Hotel allgemeine Zufriedenheit, sehr vielversprechend das alles hier.

Es trudeln immer mehr Teilnehmer ein, die meisten auf Anhängern oder mit Mopped in VW Bus. Abends großes Hallo als gegen 21 Uhr Silver Surfer eintrifft - auf eigenen Rädern direkt aus Berlin, 950+x km. Respekt! Große Verwirrung beim Gastwirt, aber er macht doch noch schnell ein Zimmer fertig. Prima Service, und übrigens auch erstklassiges Abendessen: Salat vom Buffet, zwei warme Gänge, ein leckeres Dessert - so bleibt das die Folgetage. Ein sehr vielversprechender Einstieg.
Zuletzt geändert von blahwas am 2. Okt 2017 12:34, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#2 Beitrag von fransjup » 28. Sep 2017 12:48

Hallo blawas
Sehr schön, der Anfang ist gemacht
Nicht auf höherem
gruß fransjup
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blahwas
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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#3 Beitrag von blahwas » 28. Sep 2017 17:57

Tag 2 So - Dosso Alto
Heute fahren Michael und ich eine ausgewachsene Runde Richtung Südwest. Es ist morgens noch recht frisch und nachts gab es Regen, der erst kurz vor unserem Start aufhört. Das führt zu eindrucksvollen Aussichten auf dampfende Berge, und bei mir auch zu kalten Fingern. Ich habe mal die Griffschalen daheim gelassen und mein neuer Heizgriffschalter funktioniert nur von 12 bis mittags. Ist aber nicht so schlimm, bei der Aussicht, siehe unten:
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Es geht nördlich am Gardasee vorbei, zum ersten Mal fahre ich die Tremalzo (so weit man das darf). Viele Kehren, aber auch viel Natur rundum.
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Dann geht es wieder zurück und nach links denn Passo Ampola runter. Für mich heute erstmals praktisch ohne Verkehr, was sogar noch mehr Spaß macht - der ist eine der schönsten Strecken überhaupt. Am Idrosee lassen wir die Pizzeria mit der tollen Terrasse heute ausnahmsweise rechts liegen und biegen ab auf die Dosso Alto Höhenstraße - die fahren wir jetzt hoch. Letztes Jahr fuhren wir sie runter und hatten anfangs viel Nebel. Rauf ist fast noch schöner, weil die Strecke immer abenteuerlicher wird. Das erste Abenteuer ist ein Fiat 500L, der uns partout nicht passieren lassen will - dabei hat er nicht mal deutsche Kennzeichen? Knapp vor dem ersten Passknackerpunkt parkt er ein und wir haben danach freie Fahrt und nur noch Augen für Landschaft und Strecke. Wundervoll.
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Die Strecke selbst wird ab hier etwas abenteuerlicher, ist aber bis auf große Pfützen völlig harmlos - und die kann man ja umfahren. Genau wie frischen Schneeflecken.
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Am Passo Maniva riskieren wir einen Blick zurück, dann kehren wir ein. Der ist sicher auch von Norden und Westen her schick zu befahren.
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Ich verpeile es leider, ein ordentliches Passknacker-Nachweisfoto zu machen, was mich einige Internet-Punkte kostet. Dann ist Planung des Resttages angesagt - für den möglichen nördlichen Umweg über Giogo della Bala und Passo Croce Domini ist leider keine Zeit mehr, wir kommen auch so schon erst um 18 Uhr wieder am Hotel an. Also ab durch die Mitte und auf schnellstem Wege zurück, was auch zwei Stunden dauert. Nördlich des Gardasee ist richtig übel viel Verkehr, und dann fängt es auch noch leicht an zu regnen. Zum Glück sind wir einspurig, agil und gut angezogen. Ein toller Fahrtag, der abends würdig gefeiert wird! Auch die anderen Teilnehmer haben heute viel erlebt und sind überwiegend sehr angetan vom neuen, bisher südlichsten Standort des Höhentreffens (zuvor Tiers, Barbian, Levico Terme).
Zuletzt geändert von blahwas am 2. Okt 2017 12:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#4 Beitrag von blahwas » 28. Sep 2017 23:29

Tag 3 Mo - Monto Baldo

Zu Michael gesellt sich heute noch Stefan (Versys 650 aus Berlin) für eine Route nach Süden. Es geht wieder Richtung Gardasee, aber vorher links ab, den Monto Baldo hoch. Das ist der Bergkamm östlich des Gardasee, der ihn scharf vom Umland abtrennt. Stefan schmeißt leider sein Mopped in der etwa zehnten Kurve des Tages weg, auf noch feuchtem und recht glattem Asphalt. Es ist aber nichts passiert außer frischen Kratzern auf dem Sturzbügel (auf alten Kratzern) und Löchern in der Hose an den Stellen, wo die Stiefel sich durchgedrückt haben. Davon lässt sich niemand die Laune vermiesen.
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Schon die hoteleigenen Hochebene runter erfreuen wir uns an Kehren, Kurven und tollen Aussichten. Ab und an auf Stefan zu warten fällt da gar nicht schwer. Stefan fällt auch nicht noch mal, sondern bleibt den Rest des Tages senkrecht. Der weitere Weg zum Monte Baldo ist vom feinsten, und es ist praktisch kein Verkehr.
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Am erste Aussichtspunkt will Michael unbedingt einen Berg hoch (zu Fuß!), um bessere Fotos machen zu können. Er hat es zwar bereut, aber die Fotos teilt er trotzdem. Danke, Mann!
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Obligatorisch ist der Stopp beim Cafe mit der tollen Aussicht auf den Gardasee. Gute heiße Schokolade gibt's hier außerdem.
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Es geht weiter gen Süden und nach einigen sehr schräglagenfreundlichen und verkehrsarmen Abschnitten beginnt eine längere Schotterpassage am Passo Fittanze della Sega.
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Ich schließe eine Kofferwette mit Michael - Ich setze 2,50, dass sein Eigenbau-Koffer nicht hält, aber er hält doch! Unfassbar. Oder er hat gepfuscht, denn soviel Vorsprung wie er auf losem Grund raus fährt, hätte er ihn locker 3x wieder einhängen können, ohne aufzufliegen.
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Wir fahren heute erstmals zum Monte Tomba hoch - das ist ein kleiner Abstecher über etwas gröberen Schotter und etwas steiler, daher im Passknacker als XXX gekennzeichnet. Denzel Schwierigkeit 4-5 finde ich aber übertrieben. Zurück am Asphalt wird wieder am Kabel gezogen und Campogrosso angepeilt.
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Jetzt ziehen die Wolken deutlich zu und es setzt Regen ein. Es gibt sicher geeignetere Strecken für Regenwetter als diese, aber sie liegt halt so schön am Weg. Von hier geht es weiter zum Plan de Fugazze - der direkte Weg ist zwar gesperrt, aber befahrbar... Die Bergstrecke den Fugazze hoch ist heute nass und teilweise aufgefräst wegen einer Baustelle, durch die wir freundlich durch gewunken werden. Das nette Cafe im Tal vom letzten Mal, wo der Löffel im Kakao stehen blieb, finde ich leider nicht mehr. Dann haben wir schon keine weiteren Wegpunkte mehr auf der Route, es geht jetzt direkt ins Hotel, und zwar sehr erquicklich über die SS46, durch die Orte Raossi, Moscheri und Anghebini. Wir Hobbyrossis und Angeber moschen uns also über diese nicht enden wollende Kurvenstrecke, immer rechts-links-rechts-links den Hang entlang nordwärts. Dabei hört der Regen freundlicherweise wieder auf.

In der letzten Pause Blick aufs Navi: Meines (Zumo 210) fährt noch vor Rovereto rechts via Piazza und Serrada - eine wunderschöne Kurvenstrecke. Allerdings fährt Michael vor, und sein Navi (OSMand) will lieber mitten durch Rovereto durch, um 4 Uhr nachmittags an einem Werktag. Ist zwar nicht schöner, dafür aber auch weiter. Dann eben kein Serrada. "Mein Navi wollte ganz anders fahren!" ist bei uns längst ein Running Gag. Am Ende kommen wir immer ans Ziel und hatten mehr als genug Fahrspaß. Zurück am Hotel stellen wir alle fest, dass es ein genialer Fahrtag war - trotz der feuchten letzten 90 Minuten und trotz Stefans Missgeschick.
Zuletzt geändert von blahwas am 2. Okt 2017 12:38, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#5 Beitrag von Umsteiger » 29. Sep 2017 21:00

Schön :o
Johannes, dass ich endlich auch mal erfahre, wo Ihr Euch so rumgerieben habt beim Höhentreffen :headshake:
Tolle Mopedstrecken gibt es rund um Lavarone ja wohl in alle Himmelsrichtungen.
Einfach wunderbar, dass wir da waren und jetzt so viele schöne Eindrücke mit nach Hause bringen.
Danke, dass du Deine wieder so lebendig und zum miterleben mitteilst.
Bin wie stets gespannt auf die Fortsetzung.

Grüße

Umsteiger

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#6 Beitrag von blahwas » 30. Sep 2017 10:29

Tag 4 Di - Südost

Wir knacken mal alles weg was so im Südosten liegt, also im Dreieck Lavarone, Schio und Asiago. Wir starten trotz Grau in Grau und schlechter Prognose. In Regensachen eingeüllt ist es nicht kalt, und man muss sich auch nicht groß konzentrieren, da man eh nicht richtig schnell fahren kann und weil die Straßen nahezu vollständig leer sind. Passo della Borcola wandert in den Köcher. Am Abzweig zum Passo di Xomo rasten wir in einem Bushaltestellenhäuschen, und Michael fährt sich beim Wenden auf leicht ansteigendem, durchnässten Gras fest. Nett wie ich bin schiebe ich ihn wieder raus. Ich hatte halt kein Popcorn zur Hand. Den Passo di Xomo erreichen wir ohne besondere Vorkommnisse, aber es ist wieder mal enorm windig hier oben - Michael darf also das Nachweisschild ins Foto halten, denn einklemmen hält nicht.
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Am Rückweg zu meinem Motorrad stelle ich fest, dass meine Sitzbank völlig verdreckt ist mit Schlamm, Laub und kleineren Ästen. Ebenso meine Hosenbeine. Schnell kapiere ich warum: Weil meine Regenkombi von vorne komplett eingesaut ist - das ist wohl beim Anschieben passiert, denn Michael war schön am Gas. Standgas hätte bei der 1200er wohl nicht gereicht. Wir lachen uns schief und planen später einen Besuch bei einem Dampfstrahler.
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Weiter geht's mit Passo Xon und Passo Zovo, und dann etwas mehr Navi-Verwirrung als sonst, denn Michael hat einen Passknackerpunkt mehr auf der Route als ich. Genau genommen hat er sogar einen mehr in seiner POI-Sammlung als ich: Valle del Leogra. Die Passknacker-POI wird jedes Jahr erneuert, und wir haben sie beide dieses Jahr runtergeladen: Ich kurz vor dem Urlaub, Michael Anfang des Jahres. Wir versuchen dann mal, ihn zu erreichen, auch wenn er laut unserer Navis mitten im Wald liegt. Da führt auch ein Waldweg rein, der an besonders steilen Stücken und in Kehren sogar betoniert ist. Als wir abzweigen müssen, wird es eher festgefahrener Boden mit 30 cm Laub feuchtem drauf, und Michael fährt sich fast fest - ich würde ja helfen, wenn ich meine Kiste irgendwo abstellen könnte. Wir finden schließlich ein kleines verlassenes Haus ohne irgendein Schild, und irgendwo 30 Meter den zugewucherten Abgrund runter müsste der Punkt sein. Nope! Das lassen wir lieber. Raus aus dem Wald und als Fehler im POI abhaken - darum habe ich den vermutlich in meinen frischeren POI nicht drin.

Dann kommt erstmalig für mich der Passknackerpunkt Roccola Rossato - der südlichste Punkt unserer ursprünglich geplanten Route. Eigentlich ist jetzt ein Schwenk nach Osten vorgesehen, aber hier könnte man abkürzen, denn das Wetter ist weiterhin feucht un-fröhlich. Wir sind beide fit und finden das hier weder besonders anstrengend noch besonders unangenehm, wenn auch nicht sonderlich aufregend. Zurück müssen wir eh, also nehmen halt den Schwenk noch mit und dazu die nächsten vier Passknackerpunkte. Dafür queren wir zunächst das Tal, was wieder zu Unstimmigkeit zwischen den Navis führt, aber ich fahre halt Michael hinterher. Man kommt ja trotzdem ans Ziel.

Dann grasen wir die vier Punkte am Monto Corno von Ost nach West und sauen uns auf dem Schotterstück noch mal kräftig ein. Die Weitsicht am Aussichtspunkt lässt leider zu wünschen übrig. Am letzten Punkt hört dann endlich mal der Regen auf. Wir finden eine Tankstelle mit Dampfstrahlreiniger und es beginnt ein Drama in mehreren Akten.
1. Welcher dieser Kästen ist für den Dampfreiniger?
2. Warum passen da keine Münzen rein?
3. Wo kann man die Wertmarken kaufen?
4. Warum passiert nichts nachdem ich extra gekaufte "Gettoni" eingeworfen habe?
5. Wann kommt der Typ von der Tankstelle endlich, dem ich Bescheid gesagt habe dass das nicht klappt?
6. Warum ist nach 60 Sekunden schon wieder Schluss?
7. Wie werden wir den Holländer wieder los, der uns nebenbei vollquatscht und der eine Harley und eine EBR im Transporter spzaieren fährt, um sie an einer Rennstrecke zu verkaufen?

Es folgt die Rennstrecke für Einheimische, Tresche Conca, weitgehend trocken, aber mit einigermaßen viel Verkehr, und zwischen den alten defekten Blitzern stehen neue, augenscheinlich intakte. Jetzt könnte man die sehr schöne und mit weiten Radien gesegnete SS350 zurück nehmen, oder aber noch zwei landschaftlich schöne Passknackerpunkte: Valico di Valbona, ein richtiger rauer und extrem dem Wind ausgesetzter Pass, und dann Passo Coe. Dank der Trockenheit entscheiden wir uns für die Pässe und machen jetzt auch wieder ein paar mehr Fotos. Echt erstaunlich, wie schief und verschlissen hier alles ist!
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Welcher Pass welcher ist, bleibt dem Leser zur Übung überlassen :) Zurück am Hotel sind wir froh, dass wir uns diese 11-Passknacker-Schlechtwettertour getraut haben. Solange die Klamotten und die Reifen halten, ist es nicht unangenehm und besser, als sich im zugigen Museum einen Schnupfen zu holen, wie manch anderer Teilnehmer. Es stellt sich heraus, dass der Passknackerpunkt Valle del Leogra tatsächlich wegen fehlerhafter Koordinaten gelöscht wurde - man hätte also auch nichts einreichen können. Wieder was gelernt: POIs frisch halten! So, und jetzt Stiefel und Handschuhe irgendwie trocken kriegen. Der freundliche Hotelwirt hilft dabei.
Zuletzt geändert von blahwas am 2. Okt 2017 12:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#7 Beitrag von blahwas » 1. Okt 2017 09:31

Tag 5 Mi - Mendel

Heute ist eitel Sonnenschein angesagt, und heute fährt der andere Stefan bei uns mit, und zwar mit seiner roten V-Strom. Als Route hat er uns gestern eine vom Profi empfohlene vorgeschlagen, aus der Michael und ich dann je eine Passknackertour gestrickt haben. Es geht im Wesentlichen direkt nach Norden, wir grasen ordentlich alles ab rund um den Mendelpass und fahren dann "über schön" wieder zurück. Mit 280 km eine lange Tagestour, aber auch mit langen Überführungsstrecken und daher mutmaßlich weniger anstrengend als es die Länge vermuten lässt. Wir beginnen den Tag mit dem Abstieg ins Tal, ich führe.
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Wir überholen hier und da Autos. Als mir ein großer weißer LKW (40 Tonnen) in meiner Linkskurve entgegen kommt, muss ich ordentlich die Linie korrigieren - da war ich wohl zu sehr auf der Spaßlinie statt auf der Sicherheitslinie unterwegs. Ich fahre weiter, bemerke aber bald eine Leere in den Rückspiegeln. Auch das überholte Auto taucht nicht auf. Au Backe - besser umdrehen. Der Verkehr läuft bereits wieder, aber zwei mir vertraute Motorräder stehen am Straßenrand, und zwei Motorradfahrer stehen daneben - Michael und Stefan. Stefans Klamotten sind etwas angeschrubbt, aber er bewegt sich normal. Da hat wohl jemand eine Extraportion Glück gehabt. Am Ausgang einer Rechtskurve hat er ganz leicht vorne gebremst, vermutlich um dem großen LKW mehr Raum zu geben, und damit war der Roadtec 01 dann leider überfordert. Michael, der direkt vor ihm fuhr, hatte Road Attack 3 - das kann auch ein relevanter Unterschied sein. Es folgt der Wechsel in die Horizontale und 5 Meter Rutschweg 45° zur Fahrbahn in einen flauschigen Erdwall. Der LKW hatte derweil längst angehalten, weil er ohnehin nur in Schrittgeschwindigkeit um die Kurve gefahren ist, da er mehr als seine eigene Spur brauchte. Das hat Michael mitbekommen und ebenfalls angehalten um nach dem Rechten zu sehen.

Ganz großes Durchatmen allerseits und Planung des Resttages: Wir fahren weiter, und zwar weiterhin mit Stefan, der es ruhiger angehen lässt. Im nächsten Ort müssen wir beim Abbiegen wieder erstaunlich lange auf Stefan warten, aber er erscheint dann noch, und hat freundlicherweise eines meiner Vorderachs-Sturzpads dabei - oops! Er erzählt noch recht beeindruckt von der Flugbahn dieses Teils, er hatte es aber direkt mir zuordnen können. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft! ;)

Nach einigen Minuten Überführungsstrecke im Tal kommt schließlich der erste Pass heute, der Passo Predaia. Es geht ordentlich hoch in Richtung der Wolken. Weiter eitel Sonnenschein und trockene Piste, jetzt auch mit ohne Verkehr. Das gefällt mir!
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Es folgt das Brezer Joch, und dann das Hofmahdjoch. Klingt zwar komisch, ist aber eine echt episch zu befahrende, nicht enden wollende Kurvenstrecke. Kannte ich noch nicht, werde ich mir aber merken. Dann fährt man etwas das Etschtal entlang, was meist nervig ist, wobei ich feststelle, dass mein Garmin Zumo 210 beim Vermeiden von "Autobahnen" alle Arten von Schnellstraßen vermeidet, also auch solche ohne Maut und ohne "Autostrada" - keine Ahnung was da genau die Abgrenzung ist. Sollte man jedenfalls nicht tun. Mautstrecken zu meiden lässt sich getrennt aktivieren. Kleiner Tipp am Rande für heute. Auch heute wieder haben unsere Navis unterschiedliche Ideen, wie man die Punkte am besten anfährt, und nein, Tracks abfahren klappt mit meinem Garmin wirklich überhaupt nicht. Da Stefan ein altes und ein neues TomTom am Mopped fährt haben wir an einigen Abzweigungen sogar vier Möglichkeiten!

Es folgt der Mendelpass - der hat ja einen legendären Ruf, und gilt im Großraum Bozen sogar als Problemstrecke, d.h. Unfälle mit Schwerverletzten, Konflikte zwischen verschiedenen Nutzergruppen, Tempolimits besonders im unteren Bereich (60 an Kreuzungen) und Polizeiüberwachung. Davon merken wir heute nichts, wir fönen da fröhlich hoch, und wo Schilder stehen, da sind wir anständig.
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Es sind viele Radfahrer unterwegs und ich überhole mit ordentlich Abstand und auch möglichst nicht mit maximaler Lautstärke. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie sich die landestypisch offenen Tröten von einem Meter weiter rechts anhören. So oder so, der Pass ist schön zu fahren mit toller Aussicht über das Etschtal, gerade bei diesem Kaiserwetter. Auf der Passhöhe kehren wir im Cafe ein und genießen Heißgetränke, einen Snack und die Gesellschaft des Haustigers, der sich den vierten Stuhl am Tisch für sich reserviert hat. Sie betreibt intensive Fellpflege und wird zum Abschied von Michael ordentlich durchgekrault. Der ist ja auch vom Fach, als Ex-Katzenbesitzer. Als Katzenallergiker kann ich sowas leider nur bewundern: Look, but don't touch :(
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Es folgt ein Abstecher zu Penegal - das ist eine verwinkelt zu erreichende Sackgasse ohne besonderen fahrerischen Wert oberhalb des Mendelpasses, mit richtig Klasse Aussicht, auch wenn der Aussichtsturm gesperrt ist. Die Spiegelreflexkameras glühen. Kuriosität am Rande: Ein einzelner Golf 2 fährt immer mehr Nonnen hier rauf.
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Jetzt klinkt sich Stefan aus und fährt alleine, gemütlich und mit Fotostopps zurück. Wir knacken weiter Pässe. Dazu müssen wir den Mendelpass wieder runter - diesem Schlag des Schicksals stellen wir uns heldenmutig. Der Kreiter Sattel führt uns zwischen Weinbergen hindurch auf die Ostseite der Autobahn. Nun geht es wieder in den Süden, und zwar über den Passo di San Lugano - der liegt recht praktisch und ist gut ausgebaut, zieht aber auch verdammt viel Auto- und Schwerlastverkehr an. Richtung Brusago fahren wir wieder diesen langen genial kurvigen Berghang entlang, und am Passo del Redebus wird es schlagartig wieder einsam und idyllisch. Herz, was willst du mehr? Zurück ins Hotel und kurz vorher noch tanken, was ohne weiteres gelingt.

Erstaunlicherweise sind wir vor Stefan wieder am Hotel, dabei wollte er eigentlich abkürzen. Stefan erscheint später ohne weitere Blessuren und hat keine Folgeschäden. Die nächsten Tage wird er normal fahren können, was uns beruhigt. Verletzungen braucht kein Mensch. Der Tag war doch etwas anstrengend wegen des vielen Verkehrs auf den Überführungsstrecken.
Zuletzt geändert von blahwas am 2. Okt 2017 12:50, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#8 Beitrag von bdr529 » 1. Okt 2017 13:19

ICH WILL WIEDER ZURÜCK NACH ITALIEN!
Danke für's schreiben. Zurückfahren ginge allerdings eh nicht. Habe erst mal einen Termin in der Werkstatt. Im Getriebe ist vermutlich Das Lager der Eingangswelle defekt oder der Ruckdämpfer ausgeschlagen. Dann lasse ich auch direkt die Kupplung prüfen. Bei 99.000 Km lasse ich die vermutlich direkt mit tauschen. Der größte Kostenblock dabei ist eh der Arbeitsaufwand für das Zerlegen des Moppeds, was für das Getriebe sowieso anfällt.
Zuletzt geändert von bdr529 am 1. Okt 2017 13:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#9 Beitrag von blahwas » 2. Okt 2017 18:14

Tag 6 Do - Dolomiten "Gewalttour" Solo

Nach all der Verantwortung, Abstimmung und Navivergleich wird es für mich Zeit, mal einen Tag alleline zu verbringen: Einfach nur Motorrad fahren. Außer mir will auch niemand die 360 km auf sich nehmen, die man so braucht, wenn man von Lavarone aus ordentlich die Dolomiten abgrasen will.

Der Tag beginnt also mit Abfahrt 8:30 und schnellstem Weg zur Autobahn. Bis nach Bozen rein, dann ein Stück zurück und von Süden her auf den Passknackpunkt Kohlern zu - ein Dorf hoch oben über Bozen. Auf der Nordseite geht es wieder runter, und etwa zwei Kehren vor erreichen des Tals dann der Schock: Sperrung wegen Baustelle. Die Straße ist nur etwa 4 Meter breit, es stehen diverse Baumaschinen rum, und zwei Leute arbeiten. Hätte man sich die DIN A4-Zettel weiter oben am Straßenrand wohl doch besser mal durchlesen sollen - d'oh! Ein Blick auf die Openstreetmap-Karten zeigt, dass es hier keine Alternative gibt: Entweder ca. 45 Minuten zurück, oder durch. Höflich gefragt, soweit mir möglich, und siehe da: Die lassen mich tatsächlich durch, obwohl sie dafür ihre Arbeiten unterbrechen und sogar die Baumaschinen versetzen müssen. Wow. Mille Grazie!

Dann geht's etwas das Tal entlang und ich schnuppere die Luft von meinen ersten beiden Höhentreffen, indem ich mich auf dem vertrauten Weg via Tiers hoch in die Berge schraube. Dies ist der weitgehend flüssig zu fahrende Weg zum Nigerpass. Wenig Verkehr, kaum Kehren, tollen Aussichten - klar mein Favorit um von Westen her rein zu kommen. Hier sind ein paar Motorrad-Touristen unterwegs, und so schnupfe ich die eine oder andere Gruppe auf. Insgesamt beängstigend, auf welchem fahrerischen Niveau manche Leute unterwegs sind - dass sich hinter den Motorrädern keine Wohnwagengespanne stauen überrascht mich fast. Aber immer schön höflich bleiben und auf ordentlich Abstand achten. Und keine Passknackerpunkte übersehen: Nigerpass, Rosengarten, Karerpass! Schön hier.
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Bestes Wetter, beste Aussicht, guter Straßenzustand - alles ideal? Nicht ganz, mein Vorderreifen schwimmt irgendwie in Schräglage. Schon komisch, wenn man vorne Sport und hinten Tour montiert hat und der Vordere das Kurventempo begrenzt, obwohl er neuer ist... Conti Sport Attack 3 wird hiermit nicht weiterempfohlen.

Die Sella-Runde vermeide ich heute. Da war ich letztes Mal, und da ist immer viel Verkehr. Stattdessen geht es via Posso di Fedáia nach Osten, also an einem sehr hübschen Gletschersee vorbei. Wow.
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Für einen Abstecher zum Giau fehlt mir leider die Zeit. Es geht also über den Passo Staulanza und Passo Durao, wo ich in meiner Überführungsroute vom letzten Jahr "Kärnten-Frankreich" einhake, mit kleinen Abwandlungen: Forcella Aurine statt Forcella Franche, und dann klassisch weiter Passo di Cereda, Passo Gobera, Passo Brocon...
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Der Brocon ist notorisch schmal, ein entgegenkommender Fiat Panda warnt als Begleitfahrzeug vor einem Holztransporter - das scheint ein prima Service zu sein, aber der nächste LKW 10 Minuten später ist ebenso breit und hat kein Begleitfahrzeug. Es folgen eine Pause an der Brocon-Passhöhe, der Passo Forcella, und dann nach etwas Bundesstraße geht es schließlich über den Kaiserjägersteig zurück zum Hotel.
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Völlig überraschend bin ich schon 16:30 zurück und damit so ziemlich der erste. Alleine macht man halt weniger und kürzere Pausen. Lille und Mann sind noch da, weil er eine Bindehautentzündung hat. Außerdem ist Ander erschienen, der als Abendgast auftritt. Er ist einheimischer Versysfahrer und Begründer der Idee "Höhentreffen". Michael ging heute den umgekehrten Weg und hat heute eine Gruppe von acht Motorrädern angeführt - wow. Bisher ist außer mir kaum jemand mit ihm gefahren, entsprechend dampfen manche Teilnehmer aus den Ohren und man hat viel zu erzählen :)

Die prima Gelegenheit der maximalen Zahl anwesender Teilnehmer wird für ein Gruppenfoto genutzt:
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... und dann beginnt der gemütliche Teil des Abends. Mit leichtem Wehmut, weil morgen für viele der letzte Fahrtag ist.

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fransjup

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#10 Beitrag von fransjup » 2. Okt 2017 20:12

Hallo blawas
Toller Bericht
Dann versuche ich mal beim nächsten
Höhentreffen mit zu fahren , aber 280 km
reichen mir vielleicht schon .
Und vielleicht 20% weniger Geschwindigkeit
wäre vielleicht auch toll .
Wir sehen uns
gruß fransjup
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Leon

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#11 Beitrag von Leon » 2. Okt 2017 21:19

Tach Johannes :dance:
und wieder beginnt ein sehr schöner Bericht mit noch schöneren Bildern :jubel:
Das Höhentreffen, an dem ich auch schon teilnehmen durfte ist immer wieder ein Schmankerl in der Region :top:
Sollte ich weiterhin meine Fitnees erhalten, bin ich bestimmt noch mal dabei und mache den Tourguide der Pianogruppe mit Fransjup :dance: :jubel:
Gruss Leon

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blahwas
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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#12 Beitrag von blahwas » 3. Okt 2017 15:55

Tag 7 Fr - Ausklang: Manghen, Bondone

Heute ist der letzte Fahrtag. Michael und ich sind wieder als Duo unterwegs. Damit sind "beste Reste" angesagt: Ich war noch nicht am Manghen, und auf dem Weg zum Grimmjoch lägen auch noch drei sehr hohe Passknackerpunkte fast auf einem Fleck. Nördlich des Gardasees lockt noch der Monte Bondone, den wir letztes Jahr links liegen lassen haben. Aber wir wollen es heute ruhig angehen lassen und den Urlaub gemütlich und ohne Stress zu Ende bringen und nehmen uns daher nichts als verpflichtend vor.

Das klappt dann auch, kleine sportliche Anfälle nicht ausgeschlossen: Wir fahren gemütlich den Kaiserjäger runter, genießen Kurven und Aussicht.
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Dann geht es den Manghen hoch und wir tanken Landschaft, und bei der Rast auf der besonders schönen Hütte lassen wir uns richtig Zeit und schmeißen zur Feier des Tages Grimmjoch & Co raus aus der Route.
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Dann geht es die Manghen Nordseite runter und mit Umweg über Andalo zum Monte Bondone. Andalo liegt auf einer Hochebene westlich des Etschtals und erinnert mich an die klassische Fünf-Seen-Tour vom alten Höhentreffen. Einiges kommt mir bekannt vor. Einen Ort weiter von hier habe ich letztes Jahr "von Kärnten nach Frankreich" übernachtet. Schönes Gefühl, dass alles noch da ist, und natürlich schöne Strecken.

Der südliche Zipfel der Route ist der Passo di San Udalrico, und der ist von der Nordseite her völlig überflüssig - man fährt einfach nur die Hochebene entlang zwischen Feldern und durch Orte, bis zum Punkt, und dann wieder ein Stück zurück. Aber dann geht es den Monte Bondone hoch, und der ist auf jeden Fall eines der Highlights dieser Region. Flüssige Streckenführung, guter Zustand, tolle Aussicht rundum bis zu den Dolomiten.
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Wir kehren an der Hütte ein und hauen uns von der Karte die "Pasti Touristi" rein: Italien ohne Schbacketti geht doch nicht! Wir genießen die Sonne. Wer so eine Terrasse, italienische Küche und Gesellschaft hat, braucht sonst nichts mehr.
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Dann rollen wir heim ins Hotel. Die Versys kriegt noch einen Schluck Sprit, damit ich morgen von Michaels Zuhause in einem Rutsch heim fahren kann - meine Freundin kann mich schließlich kaum erwarten.

Am Hotel wird noch der Anhänger gesattelt und anschließend der schrott- und stressfreie Urlaub gebührend gewürdigt und zu Ende genossen. Und wir sind wieder mal die ersten, bis auf den erkälteten Fransjup und jax mit einem frisch erneuerten Hinterreifen nach einer Einfahrverletzung, der danach weiter reist. Klar, hätten wir mehr fahren können - aber nicht müssen. Ist schließlich Urlaub!

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#13 Beitrag von blahwas » 3. Okt 2017 15:56

Tag 8 - Sa Abreise

Morgens die Packrolle und den Tankrucksack bepackt, bequeme Sachen angezogen, das vom Hotel wegen besonders früher Abreise anstelle eines Frühstücks zur Verfügung gestellt Lunchpaket eingepackt, die sieben Sachen rein ins Auto, und los! Gegen 6 Uhr erreichen wir bereits das Tal, und bis auf zwei völlig vermeidbare Staus kommen wir glatt bis zu Michaels Haus durch. Der erste überflüssige Stau wurde von Gaffern verursacht, die an einem brennenden PKW auf der Gegenfahrbahn natürlich nur ganz langsam vorbei fahren können, und der zweite von einer heulenden Autofahrerin, die ihr nach einen Vorfahrtsunfall nur leicht beschädigtes Auto nicht von der Kreuzung mitten auf dem zweispurigen Fernpass zwei Meter nach rechts versetzen (lassen) konnte, so dass der Fernpass jetzt halt mal nur einspurig ist. Da fahren ja nur 24000 Fahrzeuge am Tag lang, die können ja wohl warten...

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#14 Beitrag von blahwas » 3. Okt 2017 16:01

Fazit
Es war ein toller Motorradurlaub! Michael und ich blieben dem Boden fern, zwei Stefans leider nicht ganz, kamen aber mit kleinen Löchern in der Hose davon, was auch mir zu knabbern gibt, denn ich war jeweils vorne. Damit ist zumindest unser Ruf verfestigt...

Danke an allen, die es ermöglicht haben und die dabei waren - besonders natürlich Michael für die freundliche Mitnutzungsmöglichkeit seines Anhängers :) Allen anderen sei gesagt, dass wir am Höhentreffen nicht beißen und dass bei uns eigentlich jeder willkommen ist, notfalls sogar BMW-Fahrer... ;)

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Re: Mein Höhentreffen 2017 Lavarone

#15 Beitrag von andre » 3. Okt 2017 18:40

Nett geschrieben, vieles wiedererkannt und wenn ich glauben würde, dass ihr wirklich nicht beisst, dann..... :)
...die einen kennen mich, die anderen können mich...

aktuelles Motorrad:
Kawasaki Z1000SX und Yamaha XJ600S Diversion

Gesamt gefahren mit allen Motorrädern über 250 TKM...

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