[Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

Alles um Motor, Getriebe, Antrieb, Kabel, Elektrik und Leistung der Kawasaki Versys 650
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RG206cc
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[Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#1 Beitrag von RG206cc » 11. Aug 2020 12:40

Da das Thema gerade in Forum aktuell ist, hier Mal meine Erfahrungen mit dem Öl und dessen Auswirkungen auf das Getriebe bei der 650er.

Als die Versys noch neu war bekam sie bei meinen Kawa Händler immer Castrol Öl in der vorgeschrieben 08/15 Qualität als Mineralöl. Und da zeigte das Getriebe genau die oft auch in Test angesprochene hakeligkeit. 8-)

Irgendwann wechselte mein Händler dann zu Fuchs Öl. Auch hier kam normales Mineralöl zum Einsatz und das Schalten wurde minimal besser. Weit entfernt von gut, aber einen ticken "geschmeidiger" :pfeif:

Dann wurden die Ölwechsel in einer freien Autowerkstatt gemacht dessen Besitzer selbst Motorrad fährt. Jetzt kam dann Castrol als vollsynthetisches Öl zum Einsatz.

https://m.louis.de/artikel/castrol-powe ... -nEALw_wcB

Da dachte ich mir ich hätte ein neues Getriebe. :top: unfassbar wie die Gänge nun rein gingen. Der Widerstand hat sich um einiges minimiert.

Nun mache ich meine Inspektionen in einer freien Motorrad Werkstatt und der verwendet Ipone :? Als Katana 5W40. Hatte ich zuvor noch nie gehört.

https://www.online-oil.de/produkte/ipon ... er-katana/

Und das Öl legte nochmal eine Schippe drauf zum Castrol. :top:

Mit fast 90.000 km auf der Uhr lässt sich das Getriebe nun ganz leicht schalten. Das Verschieben der Schaltgabeln merkst nur noch minimal, aber dafür fast ohne zusätzlichen Kraftaufwand beim Hochschalten oder auch runter.

Das Öl kann natürlich nicht die konstruktive Eigenart des Kawa Getriebes komplett ausmerzen. Aber die Auswirkungen fast auf Null reduzieren.

Hakelig war gestern, es gibt zwar Hersteller die das Thema Getriebe sicher besser im Griff haben wie Kawa, aber so wie sie sich jetzt schalten lässt bin ich absolut zufrieden damit. Kein Vergleich zu vorher mit den 08/15 Ölen. Gerade das Ipone zeigt was gute Öle alles können.

Probiert es Mal aus, kostet nicht viel und das Ergebnis wird euch überraschen. :cheers:

Servus

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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#2 Beitrag von gery_35 » 11. Aug 2020 14:14

Ich fahr auf 1000 versys, er6n, kle, und xjr
Das castrol 10/40, seit jahren ohne probleme.
Die er6n hab ich erst kurz, und ging etwas hart zum schalten, bis ich gestern das kupplungsseil mit getriebeöl durch gespült habe. Geht zu meiner verwunderung super geschmeidig schalten. Kupplung ging etwas hart, aber am weg solte sich ja nichts ändern. Aber es schaltet fühlbar besser
Wenn ich rechts drehe, wird die landschaft schneller

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JanL

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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#3 Beitrag von JanL » 11. Aug 2020 14:32

Die gleiche Erfahrung habe ich auch gemacht. Meine neue Werkstatt hatte Motul nach Herstellervorgabe eingefüllt. Ich dachte es wurde ein neues Getriebe eingebaut. Bei der Kleinen ebenfalls ein Markenwechsel sehr zu empfehlen.

Jan
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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#4 Beitrag von hoto59 » 16. Feb 2021 17:23

Hallo und Servus!
Bin neu hier im Forum und habe eine Frage zum Öl.
Möchte selbst wechseln, kann man das MOTUL 5100 oder 7100 in 10W-40 auch nehmen für Versys 650 / 2017 ?
Es wird ja von Kawa empfohlen.

Vielen Dank, Michael.

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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#5 Beitrag von frieda » 16. Feb 2021 17:44

hoto59 hat geschrieben:
16. Feb 2021 17:23
Möchte selbst wechseln, kann man das MOTUL 5100 oder 7100 in 10W-40 auch nehmen für Versys 650 / 2017 ?
Es wird ja von Kawa empfohlen.

Vielen Dank, Michael.
Wenn man als Fahrer nicht allergisch auf Limettenduft reagiert, ja.

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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#6 Beitrag von kautabbak » 16. Feb 2021 19:41

Achtung!
Nach meinem Kenntnisstand ist
7100 vollsynthetisches Öl und
5100 teilsynthetisches Öl.

Grds sollte man bei einer Art bleiben.
Teilsynthetisches reicht für die Versen aller Art.

Ich weiß nicht, ob es zwischen Teil- und vollsynthetisch so kritisch ist, zwischen mineralisch und synthetisch sollte man auf keinen Fall wechseln!

Wenn mineralische gelaufen ist, sind die Kolben und Co eingelaufen und durch Rückstände formschlüssig, wenn man dann vollsynthetisches Öl nimmt, kann das den Motor "reinigen" und die Rückstände abtragen, so dass der formschlüssig verloren geht.



PS:
Sollte mein gefährliches Halbwissen völliger Blödsinn sein, bitte löschen.
Besten Gruß
David


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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#7 Beitrag von Graufuchs » 16. Feb 2021 20:04

Bei der 10er neigte die Kupplung zum rutschen wenn man vollsynthetisches Öl verwendet hat. Normalerweise verwendet der Händler teilsynthetisches Öl. Ich denke das wird bei der Versys auch so sein
Wer später bremst hat länger Muffensausen :D

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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#8 Beitrag von awv99 » 16. Feb 2021 20:06

kautabbak hat geschrieben:
16. Feb 2021 19:41
..............
Wenn mineralische gelaufen ist, sind die Kolben und Co eingelaufen und durch Rückstände formschlüssig, wenn man dann vollsynthetisches Öl nimmt, kann das den Motor "reinigen" und die Rückstände abtragen, so dass der formschlüssig verloren geht.



PS:
Sollte mein gefährliches Halbwissen völliger Blödsinn sein, bitte löschen.



ich will nicht sagen, dass es Blödsinn ist,..

aber ..

ich habe in meiner bisherigen Mopedkarriere schon öfter zwischen mineralischem, teilsyth. und vollsynthetischen Öl
bei einem Motorrad hin- und hergewechselt.
(je nachdem was gerade günstig und schnell verfügbar war)

Das war auch bei höherer Laufleistung kein Problem (welches sich als solches bemerkbar gemacht hätte)

Ausserdem dürfte dann ja niemals bei einem Motor vollsynthetisches Öl eingefüllt werden,
wenn er nicht bereits von Anfang an mit diesem gelaufen ist...

-------------------
Imho wird das Thema Öl eh ziemlich überbewertet .
Zumindest bei einem bravem japanischen Moped-Motor .

Ich bin davon überzeugt, dass der Placebo-Effekt neben dem geschicktem Marketing der Hersteller
meist entscheidend ist, was dann vom Anwender als besser oder schlechter empfunden wird.

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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#9 Beitrag von hoto59 » 17. Feb 2021 16:30

Vielen Dank für die Antworten.
Werde das Motul 5100 nehmen, denke mit den jetzigen Infos ist das richtig für meine Zwecke.

Grüße, Michael.

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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#10 Beitrag von Brosl » 17. Feb 2021 16:55

Hallo habe das Motul 5100 10W-40 Technosyntese Ester Motoröl seit ca. 6000km in meiner 1000 Versys drinn, kann mich nicht beklagen lässt sich sehr gut schalten und Kupplung tennt sauber! Mfg Brosl

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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#11 Beitrag von snap-on » 17. Feb 2021 22:51

Was genau soll denn da passieren, damit "formschlüssig" verloren geht?


Stammtischlegenden haben manchmal immerhin ein Körnchen Wahrheitsgehalt, um das dann munter fabuliert wird......


Zum einen soll man manche Motoren nicht mit vollsynthetischem Öl einfahren.

Weil der Einlaufprozeß der Kolbenringe zu lange dauert. Ein gewisser Verschleiß ist da durchaus erwünscht.
Stichwort TL1000S.



Richtig ist auch, dass man Motoren mit hoher Laufleistung nicht auf Vollsynthetisches umstellen soll.

Gute Öle sind stark reinigend und können in der Tat zu schnell zu viele Ablagerungen lösen.

Allerdings gibt es diese Ablagerungen eher im Automotor nach Kurzstreckenbetrieb und langen Wechselintervallen, einen kritisch versifften Motorradmotor wird man nicht so leicht finden.


Das Öle die Schaltbarkeit beeinflussen können ist richtig, das hat mit Placebo nichts zu tun.

Denn manches 10W40 ist nach einigen Kilometern kein 10W40 mehr, Öl verschleisst und zum Verschleiß gehört eben auch oft eine Änderung der Viskosität.


Gute Öle bestehen bis zu 25% aus Additiven, und Additive kosten mehr Geld als Grundöle.

Deshalb ist die 5.- Euro Plörre eben nicht das gleiche wie der teurere Saft.


Die Frage ist, ob der Motor den teuren Saft braucht.

Meine Voxan z.B. hatte konstruktionsbedingt extrem hohe Öltemperaturen und da ist dann z.B. vollsynthetisch pflicht, da das mehr Reseveren hat und höhere Temperaturen wegsteckt ohne an Schmierfähigkeit einzubüssen.

Gute Öle gehören auch in Singles und Twins mit langem Hub.


Die Versysmotoren sind weder in Sachen Kühlsystem eine Fehlkonstruktion, noch mit hohen Kolbengeschwindigkeiten gestresst.

Enorm hohe Ansprüche ans Öl stellen die also wohl eher nicht.


Man sollte allerding bei Ölen nicht nach unten von der vorgeschriebenen Viskosität abweichen.

0W... und 5W.... gehört nur in Motore, die vom Konstrukteur dafür vorgesehen sind, bei anderen Triebwerken kann es da z.B. im Leerlauf zu kritisch niedrigem Öldruck in den Gleitlagern kommen.

Das dünne Öl haut evtl. zu schnell seitlich aus den Lagernstellen ab. Die Einbauspiele müssen zur Viskosität passen.


"Hatte nie Probleme" ist wie so oft am Stammtisch kein Argument.

Denn ob ein Motor ein Schmierproblem hatte oder hat sieht man erst, wenn man die Gleitlager in Händen hat - und weiß wie die aussehen sollten....:-)

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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#12 Beitrag von Suitemeister » 18. Feb 2021 08:21

Ich kann mangels Erfahrung nichts zum Thema beitragen, wollte aber hier mal kurz einwerfen, dass ich deine Beiträge, @snap-on, immer wieder gerne lese und neues lerne. Ich schreib das jetzt nicht unter jeden deiner Posts, aber mach bitte weiter so, auch wenn manchmal vielleicht Resonanz ausbleibt, weil deine Ausführungen vielleicht den eigenen Horizont übersteigen. Zumindest isses bei mir so. :D

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Re: [Erfahrungen] Ölmarke/Qualität und Schaltbarkeit Getriebe

#13 Beitrag von kautabbak » 18. Feb 2021 20:10

Was snap-on geschrieben hat, hab ich gemeint ;)

Das ist das gute, wenn man Leute vom Fach in der Runde hat.

Danke dafür.
Besten Gruß
David


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