Winterflucht Gran Canaria

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blahwas
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Winterflucht Gran Canaria

#1 Beitrag von blahwas » 28. Dez 2015 19:54

Man nehme:
-Drei Motorradfahrer mit Bock auf Kurven
-Vorweihnachtszeit
-Eine Insel mit 100 Bergen, 1000 Straßen und 10000 Kurven
-Drei Motorräder mit je zwei Zylindern
-ein Hotel irgendwo auf der Insel, aber bitte nicht im Ballungsgebiet
... und schon hat man einen traumhaften Motorradurlaub!

Vorbereitung
Wer will und kann mit? Stefan und Stefan. Stefan fliegt nicht so oft, darum nimmt er sich lieber mehr Zeit und bleibt zwei Wochen. Der Rest bleibt nur eine Woche. Stefan reist also alleine an und nach der Hälfte der Zeit besuchen wir ihn dann, und zwar vom 18. bis 23.12.

Zu diesem Bericht
Ich habe mich besonders gefreut, dass Stefan und Stefan an dieser Reise teilgenommen haben. Die beide kenne ich von Ausfahrten auf Versys-Treffen schon gut. Ich fahre und reise gerne mit ihnen. Sie sind recht verschiedene Charaktere, und da sie gleich heißen, habe ich keine Mühe in diesem Reisebericht ihre Identität zu schützen, da ich immer einfach von Stefan schreiben werde. So als kleine Denksportaufgabe für die Leser. Ich wünsche viel Spaß beim lesen!
Fr, 18.12. Anreise
4:30 morgens, Stefan holt mich daheim ab. Es ist eine ereignislose Autofahrt im dunklen, mehr oder weniger kalten Deutschland zum RyanAir-Flughafen Weeze (der sich nach einem Gerichtsurteil nicht mehr "Düsseldorf-Weeze" nennen darf, weil er von Düsseldorf 80 km entfernt liegt).

5:30 Ankunft Flughafen. Wir haben Motorradsachen an, und zwar mit Protektoren, aber ohne Membran. An Gepäck haben nur Handgepäck - zumindest glauben wir das. Die RyanAir-Dame an der Bordkarten-Kontrolle vor dem Sicherheitsbereich guckt mich schon sehr streng an und bewegt bereits die Lippen, es kommt aber kein Ton raus: Ich habe zwar beide Hände frei, aber an meinen Schultern baumeln links ein Helm und rechts ein Stoffbeutel mit erheblichen Abmessungen. Drin ist ein sehr großer Tankrucksack, der sich teilen lässt. Beide Teile nebeneinander ergeben ziemlich exakt die Höchstmaße für Handgepäck bei RyanAir (und anderen Airlines). Ich bin also durch.

Stefan hinter mir hat weniger Glück. Helm, Rucksack und Tankrucksack sind zwar eher kleiner und leichter als meine sieben Sachen, aber: "Das sind drei Teile, erlaubt sind nur zwei. Sie müssen ein Teil aufgaben!" Widerspruch wird nicht geduldet, und miteinander reden darf man auch nicht - "Gehen Sie weiter!" - Platz wäre genug gewesen. Ich gehe also durch die Sicherheitsschleuse, kaufe mir ein paar Getränke für den Flug und warte auf Stefan.

Stefan darf sich an der Gepäckabgabe anstellen, dort erfährt er dann, dass das doch kein Problem wäre, er soll so durch. Also stellt er sich wieder am Sicherheitsbereich an, dieses an der anderen Schlange, mit der anderen Servicekraft. Die lässt ihn passieren, und er ist schon davor am Röntgentunnel die Taschen zu leeren, da kommt die Servicekraft vom ersten Versuch, scheißt ihn ordentlich zusammen und schmeißt ihn wieder raus. Also darf er sich wieder an der Gepäckabgabe anstellen. Das macht dann 45 Euro. Ja, das ist Abzocke, aber mittlerweile machen die anderen Airlines das auch. Bitte zahlen Sie an der Kasse da hinten. Also darf er sich an der Kasse anstellen. Dann darf er wieder zur Gepäckabgabe (anstellen), und dann darf er sich wieder am Sicherheitsbereich anstellen. Kalt ist ihm jetzt jedenfalls nicht mehr, und er kann sich direkt danach in die Boarding-Schlange einreihen. Das Boarding geht schnell und die gute Nachricht ist, dass wir zu zweit drei Sitze für uns haben. 7 Uhr hebt der Flieger pünktlich ab. Erste Etappe geschafft.

Rumpellige Landung, lange aufs Gepäck warten, Uhren eine Stunde zurück stellen, Kofferkuli mit Radlagerschaden, raus aus dem Sicherheitsbereich und erstmal eine rauchen. Dann Wasser kaufen und Transfer zum Motorradvermieter in Maspalomas organisieren. Der Taxifahrer schätzt die Kosten auf 36, 37 Euro ein. Klingt gut! Es ist wenig Verkehr und super Wetter: Blauer Himmel bei 24°. Da kommt echtes positives Urlaubsfeeling auf. Die Vegetation aus Palmen und Oliven trägt ihr übriges dazu bei.

Der Vermieter ist schnell gefunden und besteht aus einem spanischen Chef, der nur Brocken Englisch spricht und seinem deutschen Assistenten, mit dem ich zuvor zwecks Reservierung in Kontakt war. Und da beginnt ein wenig erfreuliches Service-Erlebnis, das ich hier in einen Spoiler packe, weil einfach wenig passiert. Nur lesen bei Interesse.
SPOILER:
Der Vermiterassistent begrüßt uns nicht, sondern fragt nur unsere Nachnamen ab und will dann jetzt endlich mal wissen, welches Hotel wir haben. Ich hatte mich bei der Buchung schon gewundert, was die Fragerei soll, zumal ich erst Hotel und Flug buche, wenn ich weiß, dass ich geeignete Motorräder bekomme. Ich habe da einen Deal vom Vermieter mit einem Partnerhotel vermutet. Er hat uns auch empfohlen, uns in Maspalomas einquartieren, mit dem "Argument", dass er dann bei Pannen schneller zur Hilfe wäre. Maspalomas ist der Touristen-Hauptort, an der Südküste (heiß!) und so touristisch versaut, wie es nur irgendwie geht - also exakt, was ich nicht gebrauchen kann. Wir waren uns schon im Flieger einig, dass wir froh sind, die anderen Touristen bald los zu sein. Jedenfalls will er nicht weiter arbeiten, bis wir ihm unser Hotel nennen, und unterstellt mir noch, ich hätte ihm per Mail absichtlich verschwiegen, in welchem Hotel wir wohnen. Er will wissen, ob wir dort sicher parken können, und nicht irgendwo an der Straße am Abzweig zu einer einfachen Hütte.

Name und Anschrift des Hotels habe ich notiert und zeige ihm den Zettel. Ja, das ein Hotel, natürlich kann man da sicher parken. Wurde das vom Hotel bestätigt? Junge, ich glaube langsam, es hakt. Mal unter uns Dienstleistern: Derjenige, der bezahlt, ist der Kunde. Im Geschäftsleben kann es vorkommen, dass man grundlos angepampt wird. Wenn man aber gleichzeitig derjenige ist, der Geld bezahlt, dann stimmt etwas nicht (außer man ist in einem Domina-Studio). Denke ich mir so. Ich sage nochmal ganz langsam, das ist ein Vier-Sterne-Hotel, Namens ... Anschrift ... - achso, das kennt er, das ist ein Schulungshotel, wo Personal ausgebildet wird. Er scheint zufrieden zu sein.

Aber nicht lange. Waren wir nicht zu dritt? Ja, es gibt einen Dritten, aber der bucht getrennt. Achja, er erinnert sich, der wollte offroad fahren. Dann erklärt er uns drei Mal, dass wir nur auf Asphalt fahren dürfen. Damit sind wir natürlich einverstanden. Das dürfen wir auch nochmal extra unterschreiben. Der Mietvertrag ist voll von "Wenn Du ... machst dann ist der Mietvertrag vorbei und du bekommst kein Geld zurück", z.B. Parken ohne Kettenschloss, offroad fahren, Motorrad technisch verändern, zu früh zurück geben. Das alles und die Art das Herren macht alles richtig gute Laune. Ich frage noch zaghaft, ob ich die Scheibe der KTM direkt hier lassen kann - nein, das geht nicht, warum denn, sind doch nur vier Schrauben? Frag den Chef. Chef sagt, dann kommt Staub, Sand und Salz ins Cockpit. Achso. Ich lade meinen Krempel ins Topcase, und er sieht den Tankrucksack: Keine Kratzer in den Tank machen! Nein, NATÜRLICH nicht! Ich kann es mir gerade noch verkneifen zu fragen, ob ich mit dem Motorrad eigentlich fahren darf. Und ob ich beim fahren furzen darf. Und wir sollen alle 500 km vorbeigucken wegen Luftdruck, Öl und Kette. Stefan und ich sind fassungslos. Was soll das denn? Ihr kommt doch eh hier vorbei. Nee, tun wir nicht. Sowas hätte ich gerne vorher gewusst. Steht doch in der Vermietungsbedingungen. Ach so! Dann ist ja alles gut. Dann werden wir gefragt, wo wir in Deutschland wohnen, als ob er das nicht schon mehrfach schriftlich hätte. Die Antworten veranlassen ihn dazu, uns als kurven- und bergunerfahrene Flachlandtiroler abzulegen – eine Belehrung über die Gefahren des Kurvenfahrens ist die Folge. Seufz. 15000+x km jährlich, jedes Jahr Alpen, diversen Sicherheitstrainings, Anhaltweg kleiner Sichtweite, ja, danke, passt so. Und warum tun wir uns das alles an: Weil keiner auf der Insel sonst gute Motorräder frei hatte, und zwar folgende:
Die für mich gebuchte KTM 1050 Adventure steht auf recht neuen Metzeler Tourance Next-Reifen. Großes Topcase, Griffschalen, sonst alles Serie. Die rechte Seite hat Sturzspuren und der Vermieter erzählt von einem Unfall, der das Topcase zerstört hat. Darum ist jetzt ein Seitenkoffer als Topcase montiert. Ahja. Auf Stefan wartete eine V-Strom 1000, er entscheidet sich aber spontan zu V-Strom 650 um – die hat er daheim auch, und die reicht völlig für die Insel. Sie steht auf eher angefahrenen Battlax Reiseenduroreifen und hat auch ein Topcase.

Jetzt bloß weg hier, bevor ich jemandem ins Gesicht springe. Laune zu diese Zeitpunkt auf -100. Ich habe Polizeikontrollen und Zahnarztbesuche erlebt, die mehr Spaß gemacht haben. Und da bin ich nicht mit "Hey, ich gebe dir 500 Euro!" rein gegangen. Ich weiß, dass es sinnlos ist, sich über sowas aufzuregen, aber ganz abstellen kann ich es doch nicht. Mir fällt auch noch eine Freundin ein, die daheim jährlich 20000 km Boxer fährt, die hier als Kunde abgewiesen wurde, weil Mädels angeblich immer die Motorräder kaputt machen würden. Sie hatte damals woanders gemietet - und das Motorrad nicht kaputt gemacht.

Einmal in Fahrt wird die Laune schnell besser. Es geht direkt nach Norden raus aus Maspalomas, mittig über die Berge zum Hotel. Der Canyon nördlich von Maspalomas ist beeindruckend und macht Spaß zu fahren. Die KTM geht gut und gibt Vertrauen. Nur die Scheibe sorgt für Krach ohne Ende. Überraschung - nicht. Nach der kurvigen Schlucht halten wir am Roque de Neblo. Das ist ein quaderförmiger, aufrecht oben auf dem Berg stehender Fels. Das sieht recht bizarr aus, und ist so eine Art Volksfest-Location. Die Locals treffen sich am Wochenende hier zum grillen.
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Wir rasten und pfeifen uns ein Eis rein. Stefan stellt die Vorspannung an Gabel und Federbein hoch. Mit der V-Strom 650 kennt er sich schließlich aus. Eine geplante Extraschleife der Route nach Norden streichen wir aus der Route und fahren direkt zum Hotel, da wir heute schon lange wach sind.

Das Hotel finden wir schnell, nur den Eingang und einen geeigneten Parkplatz finden wir erst später. Dazu tragen auch diverse Einbahnstraßen bei. Wir checken ein, werfen unsere Sachen auf die Zimmer und ziehen uns um. Endlich – die Sachen haben wir seit 4 Uhr früh an, also 14 Stunden. Am Hotel erkunden wir kurz die Umgebung und entdecken direkt gegenüber an der Hauptstraße ein Restaurant mit Bar, das stark von Einheimischen frequentiert wird. Hier trinken wir ein Staubbier und teilen uns eine Pizza.

Dann treffen wir Stefan. Großes Hallo! Er hat sich eine rote Honda NC700X gemietet, die im Vergleich zu unseren Reiseenduros eher klein und tiefer gelegt aussieht. Anstelle eines Topcase hat sie ein Helmfach und Stefan hat zusätzlich eine Hecktasche montiert. Zuvor war er auf einer Yamaha TT-R 600 unterwegs, und zwar auch offroad. Wir setzen uns ins Hotelrestaurant um den Abend ausklingen zu lassen.

Das Hotel ist wie gesagt ein Schulungshotel für Hotelpersonal. Entsprechend chaotisch verläuft das Abendessen, obwohl es lecker war. So wird der erste Tag zum Dienstleister-Hindernislauf: Airline, Vermieter und Hotel bekleckern sich nicht mit Ruhm. Aber wir sind zusammen hier, es ist gutes Wetter, wir haben Motorräder, Zeit und eine Insel zu entdecken!

106 km Motorrad gefahren heute.

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#2 Beitrag von blahwas » 28. Dez 2015 20:00

Sa 19.12. Süden
Ich habe verschiedene Routen vorgeplant, um alle Ecken und vor allem Kurvenstrecken der Insel zu besuchen. Stefan hat gestern an seiner Suzi das Lenkerendgewicht verloren. Das will er heute beim Vermieter in Maspalomas im Süden der Insel erneuern lassen und er fährt alleine dorthin. Wir wählen also die Route über den Süden der Insel, damit wir Stefan dort treffen können. Ich fahre also zunächst nur mit Honda-Stefan los. Den Berg rauf, raus aus dem Ort, dann den Bergkamm entlang und ruckzuck ist man statt 150 schon 1000 Meter hoch über dem Meeresspiegel - Wahnsinn.
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Wir fahren Nebenstwege, dann schöne weite Radien und genießen die gute Sicht auf Landschaft und die einwandfreien Straßen mit praktisch keinem Verkehr.
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Stefan schreibt uns an, als er fertig ist, und so machen wir uns auf den direkten Weg nach Maspalomas, wo er uns bereits in voller Montur auf einem Kreisverkehr erwartet. Maspalomas ist die heißeste Ecke der Insel – bloß weg hier. Dazu wählen wir die Küstenstraße GC-500 Richtung Westen. Diese ist ungefähr die erste Küstenstraße in meinem Leben als Motorradfahrer, die mit vollem Fahrspaß und ohne Einschränkungen zu befahren ist. Tolle Aussicht und Streckenführung, ohne Autos Stoßstange an Stoßstange. Scheinbar bleiben die meisten Touristen brav in Maspalomas – und das finde ich gerade richtig gut. Auch in den Rückspiegeln sehe ich breites Grinsen. So muss es sein!

Dann biegen wir auf die GC-505 ins Landesinnere ab und fahren einen Canyon entlang, der immer steiler wird, bis die Straße schließlich anfängt, die Berge hoch zu klettern und sich den Hängen entlang zu winden. Da darf auch der erste Gang genutzt werden.
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Dann geht es über die Berge mit tollen Aussichten und etwas löchrigem Belag in der Mitte der Insel.
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Und dann zurück zum Hotel mit einer letzten Rast im grünen Norden der Insel.
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Anstelle des steifen Hotelrestaurants gehen wir jetzt abends direkt ins Restaurant gegenüber, wo wir in entspannter Atmosphäre und zu günstigen Preisen bei guter Qualität und Quantität speisen. Auch die Getränke sind günstig und lecker, wobei wir uns Radler, Spezi und Cola-Bier lieber selbst am Tisch mischen. Was trinken wir auch so ein komisches Zeug!

Km-Stand abends 340 km = 234 Tages-km
Zuletzt geändert von blahwas am 29. Dez 2015 22:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#3 Beitrag von blahwas » 28. Dez 2015 20:03

Noch ein paar Fahraufnahmen von heute:
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Re: Winterflucht Gran Canaria

#4 Beitrag von fransjup » 29. Dez 2015 09:47

Hallo blahwas
Schöner Bericht und Aufnahmen :]
Freue mich auf eine Fortsetzung :sabber:
----aber an meinen Schultern baumeln links ein Helm und rechts ein Stoffbeutel mit erheblichen Abmessungen. Drin ist ein sehr großer Tankrucksack, der sich teilen lässt .-----

Da hätte ich gerne ein Foto von , Helm Stoffbeutel ( Hände frei ) 8-)
zum nach machen ;)
gruß fransjup

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#5 Beitrag von catfish » 29. Dez 2015 09:58

möge unser Neid mit euch sein....viel Spaß noch und beste Grüße aus dem langsam kälter werdenden Sachsen
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1999- 2016 Triumph Speed Triple 955i 110800km,verkauft an MaT5ol
2010-2014 Versys ´08 black 38000km
2013-??? IWL Troll 1 350km
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Re: Winterflucht Gran Canaria

#6 Beitrag von Silver Surfer » 29. Dez 2015 18:29

*Schwelg*

:cheers: :cheers: :cheers:
Mö­gest Du im­mer das Dop­pel­te des­sen be­kom­men, was Du mir wünschst. Bild

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#7 Beitrag von blahwas » 29. Dez 2015 23:13

So 20.12. Nordgebirge, Nordwestküste
Die Route heute solle alle Kurvenstrecke auf der Nordseite der Insel am Berg abgrasen, nach der bewährten „Hey, das sieht bei Google Maps aber kurvig aus!“-Planungsmethode. Da sind auch wieder schmale Nebenststrecken dabei, teilweise auf Bergkämmen mit toller Aussicht.

Mein Navi will hin und wieder allerkleinste Wege fahren, die man im vorbeifahren kaum wahrnimmt oder die nicht befahrbar sind. Beim Versuch, auf Sicht eine alternative Abzweigung zu wählen, landen wir in einer Sackgasse und müssen wenden. Stefan und Stefan wenden an verschiedenen Orten und sind sich dann in der Vorfahrt nicht ganz einig - beide stecken zurück, dann fahren beide, dann halten beide an, und am Ende fällt einer um, nämlich Stefan. Mist! Zum Glück ist fast nichts passiert. Stefan hat sich nicht weh getan. Am Motorrad ist der Schalthebel noch weiter nach innen gebogen, aber gängig, und der Kupplungshebel noch weiter nach vorne verbogen, aber noch am Stück und noch greifbar. Das Lenkerende sah vorher auch schon nicht neu aus. Fährt also genauso weiter wie vorher - ist halt eine Honda.

Ich entschuldige mich für meinen Fehler, plane den Weg am Navi um, indem ich ein weiteres Zwischenziel einfüge, und dann geht es bald auf die Durchgangsstrecke zurück. Unser Weg führt uns immer wieder von Norden her den Berg rauf. An einem Aussichtspunkt rasten wir und ich komme erstmals auf die Idee, bei Pausen die Sitzbank abzunehmen – zur Kühlung. Die Sitzbank der KTM endet nur einen Finger breit über dem Zylinderkopf.
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Dann geht es wieder nördlich den Berg runter, dann wieder rauf, und so weiter, dabei westwärts, und schließlich nach Puerto de las Nieves, einem Fischerort an der Westküste. Dort wurde uns vom Vermieter ein Fischrestaurant mit Meeresblick empfohlen, aber die Einheimischen stehen bereits Schlange. Also suchen wir im Ort weiter, und finden ein anderes Restaurant mit reichlich Einheimischen, wenn auch ohne Aussicht. Schatten tut auch mal gut, an der Küste ist es erstaunlich warm. Danach gibt es noch Eis auf die Hand, und Stefan schläft fast im Stehen ein.
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Das ändert sich aber schnell, als wir uns auf den Weg nach Süden auf die GC-200 machen. Das ist eine Straße entlang der westlichen Steilküste. Diese ist gesperrt für Fußgänger, Radfahrer, Autos (bei Regen), LKW, Busse über 8 Meter, Motorräder (?), Tempolimit 40, Überholverbot, usw. Wir erhielten aber schon vorher den Hinweis, dass das eher ein Haftungsausschluss als ein gelebtes Verbot ist. Nach wenigen Hundert Metern begegnen wir einem Streifenwagen, und die Insassen reagieren nicht. Die gucken nicht mal. Na dann, viel Spaß war zu haben! Leider kann man nur an wenigen Stellen zum fotografieren anhalten. Und WC braucht man auch keines zu suchen. Aber in dieser Form, Steilküste und spaßig zu befahren habe ich das noch nicht erlebt. Der Belag ist ebenfalls super.
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Aussicht links

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Aussicht rechts

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Aussichtspunkt
Nach der Ortsdurchfahrt Aldea fahren wir weiter Richtung Süden auf der GC-200. Dies ist hier eine Supermotowunderlandstrecke, die sich durch die Berge windet. Guter Grip und gute Sicht, Kurven eng und manchmal auch weit, wenig Verkehr. Man kann sich austoben. Das alles bei großzügiger Straßenbreite. Perfekt!

Am Ende der Strecke warte ich vor der geplanten Abzweigung in die Berge auf Stefan und Stefan, die mein Tempo hier nicht mitgehen können (oder wollen). Die Abzweigung in die Berge bedeutet sehr enge Kurven für die nächsten 90 Minuten, und ein wenig scheint die Luft raus zu sein, so entscheiden wir uns für den einfachen Heimweg über die Autobahn. Diese wurde kürzlich nach Westen verlängert durch kilometerlange Tunnels. Man fühlt sich fast wie in Norwegen, nur dass man vier Spuren hat. Tunnels und Brücken wechseln sich die ersten Kilometer ab – hier wurde erheblicher Aufwand getrieben. Man hat auf der Insel zeitweise das Gefühl, auf einer gigantischen Carrerabahn unterwegs zu sein – oder auf eine Modellbauanlage. Das ist einfach alles etwas unrealistisch und zu gut um wahr zu sein. Ist es aber!

619 km bisher = 279 km heute (Route). Ganz schön viel für so kurvige Strecken, aber immerhin 75 km Autobahn dabei.

Und noch schneller ein paar Fahraufnahmen:
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Re: Winterflucht Gran Canaria

#8 Beitrag von blahwas » 30. Dez 2015 17:15

Mo 21.12. Süden, Westen
Heute müssen Suzi und KTM zum Service nach Maspalomas, da wir bereits über 500 km damit gefahren sind. Wir finden das lästig und wenig sinnvoll, aber so ist das halt bei diesem Vermieter. Die Honda kann dann auch mal freiwillig zum Service, wenn der andere Vermieter darauf Lust hat. Stefan und ich starten deshalb früh über die Autobahn in den Süden zu unserem Vermieter, und Stefan folgt etwas später zu seinem. Heute ist der Tag mit dem „schlechtesten“ Wetter. Morgens ist es regnerisch, und wir werden auf dem Weg nach Maspalomas hier und da geduscht. Die Aussicht ist dabei links klar, rechts trüb, gerne mit Regenbogen, und zwar nahezu 180°. Die Vielfalt der Klimazonen auf der Insel zeigt sich schon auf einer 30minütigen Fahrt. Faszinierend.

Unser Vermieter hat die Hütte voll, und die Mechaniker sind auch gerade ausgeflogen. So müssen wir reichlich warten, bis es los geht. Immerhin gibt es dieses Mal kein Verhör und keine Schimpfe. Der spanische Chef des Ladens ist sogar gut drauf, und der Mechaniker ebenso. Danach sammeln wir Stefan bei seinem Vermieter ein, wobei ich es zunächst bei der falschen Adresse versuche. Aber sein vorheriger Vermieter erkennt uns, und weiß, wo wir hin müssen. Und er hat eine kaputte KTM 690 Duke in der Garage stehen. „Next time!“ - aber sicher! Es ist ganz schön heiß inzwischen, und als wir Stefan finden, ist er auch gerade fertig. Jetzt bloß raus hier aus der heiß-stickigen Stadt. Vom Regen ist nichts mehr zu sehen.

Es lockt die südliche Küstenstraße. Diese sind wir zwar schon ein Stück gefahren und das war klasse...
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... heute fahren wir aber weiter. Und das ist weniger Klasse. So ziemlich jede einzelne Bucht ist mit Touristenmist zugebaut.
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Außerdem Tempolimt 40, Autos und sogar ein Streifenwagen, auf den ich auch noch auflaufe. Man will ja höflich sein. Also warte ich auf ein Teilstück mit unterbrochener Mittellinie und Tempolimit 60, und überhole dann dort. Das scheint keinen zu stören. Danach kommt eine Tankstelle, und hier tanke ich die KTM mal wieder voll. Die hat halt einen ziemlichen Durst, und Tankstellen auf dem Berg zu suchen macht keinen Spaß. Außerdem gibt es an der Tanke Eis, kalte Getränke und eine Pippi-Bude. Die KTM macht auch Pippi, wenn man sie zu voll tankt. Von nun an stinken meine Stiefel nach Benzin. An der Tankstellenausfahrt versucht Stefan sich noch mit einem überraschend schnellen, aus dem nichts kommenden PKW anzulegen, aber er verfehlt ihn – zum Glück.

Stefan zeigt uns dann das Hafendorf Mogan mit ein paar mäßig farbigen Häusern und einem Yachthafen.
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Dann geht es wieder auf die Superdupersupermotosuperwunderlandsuperstrecke GC-200 von gestern, dieses mal aber anders rum. Ich fahre erstmals so richtig schnell, also auch mit hartem Bremseinsatz. Das macht noch mehr Spaß, ist noch schneller, und die Rückspiegel bleiben leer. Und es fühlt sich sicher an mit der großen KTM. Wow.
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Danach ist erstmal Verschnaufen angesagt. Wir suchen uns eine Rastmöglichkeit mit Imbiss und werden im nächsten Ort fündig – in Aldea. Ich schnabuliere Cheeseburger, der Rest eher landestypisch. Wir quatschen mit einer Einheimischen am Nachbartisch, die aus Dänemark eingewandert ist und sich mehr schlecht als Recht als Musikerin durchschlägt. Außerdem ist sie Babysitterin für das Kind vom Restaurantbetreiber, deshalb darf sie hier für lau essen. Wir fragen nach, was es mit den sonderbaren Verkehrszeichen auf sich hat. Die scheinen das doch ernst zu nehmen. Merkwürdig. Wir teilen ihr unsere Fahrzeit auf einem Streckenabschnitt mit und ernten Fassungslosigkeit. Nunja, Skandinavier sind jetzt nicht die Schnellfahrer schlechthin. Und sie fährt Fahrrad. Während des Essens ziehen leichte Regenschauer durch.

Heimwärts geht es wieder über die Supermotobahn GC-200 nach Süden, die jetzt feucht ist. Je nach Rauigkeit des Belags heißt das unveränderter Grip oder Schmierseife.
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Wer Traktionskontrolle hat, spielt am Gas und erfährt so, was Sache ist. Ich mag dieses Feature sehr. Ganz klar ein unfairer Vorteil gegenüber Stefan mit Pilot Power Hinterreifen und Pilot Road 3 Vorderreifen, und besonders gegenüber Stefan, dessen Reiseenduro-Vorderreifen langsam am Ende ist. Am Abzweig von gestern fahren wir heute in die Berge über die GC-605. Dies ist eine sehr enge und verschnörkelte Strecke, die sich steil in die Berge hinein frisst. Außerdem ist sie bei Regen für PKW gesperrt - vermutlich wegen der Steinschlaggefahr. Es regnet aber gerade nicht und nur hier und da kommt uns ein PKW entgegen oder wir überholen einen. Bald haben wir uns auf 1000 Meter hoch geschraubt und eine tolle Aussicht jagt die nächste. Man kann gar nicht so oft anhalten, wie man möchte.
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Man fährt scheinbar direkt in den Himmel...
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Dann sollte es geplant links rum gehen, um mal einen anderen Weg über die Mitte der Insel zum Hotel zu finden. Hinter einer Rechtskurve sehen wir dann aber sehr viel Regen vor uns, ...
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und so drehen wir lieber um. Die Temperatur ist mittlerweile unter 10°C gefallen - brr. Stefan hat auch keine Membran dabei, sein Regenschutz besteht jetzt aus dem Windschild. Die andere Strecke führt wieder am Roque Neblo vorbei. Sie ist uns inzwischen recht gut bekannt, da wir jetzt hier zum dritten mal vorbei kommen. Langsam beginne ich, mich auf der Insel aus zu kennen.

Jetzt einfach den Schildern Richtung Las Palmas folgen, und dann hat man auf der linken Seite ca. 30 bis 45 Minuten später das Hotel. Den Berg runter hört auch der Regen auf und die Straßen sind schon trocken, bzw. bestenfalls noch feucht. Wasser bleibt auf dieser durstigen Insel nie lange stehen. Leider kommen jetzt kilometerweit Ortschaften mit Tempolimit 40 (auch wenn fast alles leer steht) und auch PKW-Verkehr. Heute ist sogar recht viel los, und irgendwo vorne schleicht ein kleiner Transporter mit Pritsche unter Tempo 40. In der Kolonne: Polizei. Mittellinie: Durchgezogen. Sitzbank: 50°C heiß. Irgendwann biegt die Polizei ab und ich mache sehr kurzen Prozess mit den Vierradschleichern vor mir. Ich fahre sowas von mit Kaffee auf, dass mich das einzige mal auf dieser Reise jemand anhupt. Ich bin trotz weniger Kilometer Strecke mehrere Minuten vor den Stefans am Hotel. Clever war das vielleicht nicht, aber erleichternd.
Zuletzt geändert von blahwas am 2. Jan 2016 10:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#9 Beitrag von Lucky66m » 30. Dez 2015 18:03

Schön geschrieben Johannes :clap: Da kommen nochmal alle Erinnerungen chronologisch durch die Gehinwindungen ;-)
Gruß Stefan/Lucky66m

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#10 Beitrag von blahwas » 31. Dez 2015 19:04

Di 22.12. Norden
Abgesehen vom Norden waren wir inzwischen fast überall auf der Insel. Im Nordosten liegt Las Palmas, die Hauptstadt mit immerhin 400.000 Einwohnern. Der Norden und der Nordwesten sollen ebenfalls recht besiedelt sein - wir fahren trotzdem hin. Schließlich wollen wir möglichst viel von der Insel sehen. Anfangs müssen wir noch auf verkehrsreichen Strecken Orte durchfahren, was mich heute nicht so sehr stört, denn ich bin nicht so ganz fit bzw. wachen. Ich habe mir wohl irgendwo zwischen 6° am Berg und barfuß in Flipflops abends im Restaurant eine leichte Erkältung eingefangen – brr. Also zur Abwechslung und im Kontrast zu den letzten Minuten gestern mal anständig, ist doch auch schön, und Stefans kommen immer mit. Doch dann wird es schnell schöner: GC-75 und GC-291.
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Die Nordküste ist irre steil, und die Straße verläuft mal oben, mal unten. Natürlich ist die Küstenstraße auch keine Gerade, sondern windet sich an den Lavarücken entlang. Mit einer famosen Aussicht. Und hier ist alles, wirklich alles grün. Das Leben sprießt aus jeder noch so kleinen Lücke, selbst in Betonmauern. Der Straßenbelag ist 1A, und der Verkehr ist auch plötzlich weg - es gibt ja parallel eine Autobahn, auf die direkt vor uns ein Streifenwagen einbiegt, während wir die Küstenstraße nehmen. Ob man in so einer Situation Vollgas gibt, das überlasse ich der Phantasie des Lesers. Vor lauter Gucken kommt man aber kaum zum fahren. Wir machen viele Fotostopps.
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An der nordwestlichen Ecke suchen wir einen Aussichtspunkt, oder wenigstens die Küste, scheitern aber an mangelnder Beschilderung bzw. fehlerhaften Karten auf meinem Navi (einige Wege sind als befestigt und öffentlich eingetragen, tatsächlich aber unbefestigt oder privat). So gibt es eben eine Pause unter Bananen – sieht man auch nicht oft. Nur arg warm ist es. Auf der KTM auch von unten.
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Von hier aus geht es wieder in die Berge, was eine erfrischende Abkühlung bedeutet. Auch hier jagt eine Traumaussicht die andere, wir fahren selten länger als 20 Minuten am Stück. Da einer der Stefans bei den Pausen immer jeweils rauchen oder vespern will, dauert das auch gerne mal etwas länger – aber was soll's, wir haben Urlaub. Auch eine Einkehr in einem ziemlich leeren Cafe am Straßenrand genießen wir mit Eis, Scampis und Tintenfischringen.
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Stefan spielt an Blumen am Wegesrand rum, und dabei fallen ihm zwei Blüten in die Hand, die er zu Tisch bringt. Sowas wächst bei uns wohl nicht. Einheimische klären uns auf, „That's Datura, it's poisonous!“ Datura? Erinnert mich an irgendeine 90er Techno-Sache.

Wikipedia sagt dazu:
Der Konsum des Stechapfels kann zu sehr ausgeprägten und kaum zu bewältigenden, echten Halluzinationen typischerweise bedrohlicher Natur führen (Horrortrip). Viele Konsumenten berichten, dass die Wirkung verglichen mit anderen Drogen äußerst unangenehm sei. Sie kann bei hohen Dosierungen mehrere Tage anhalten. Durch Bewusstseinstrübung und Kontrollverlust besteht dabei ein hohes Unfallrisiko.
Wir sagen dazu: NOPE! Dann lieber Eis am Stiel. Und wir fahren weiter, lose westwärts, machen aber weiter viele Pausen. 300 km am Tag fährt man hier eh nicht – das ist abseits der Autobahn schon wegen der Konzentration nicht zu schaffen. Dafür gibt es mehr Fotos. Teilweise mit Teneriffa im Hintergrund:
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Über den höchsten Punkt der Insel geht es über Nebenststrecken…
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schließlich eine Strecke mit ziemlichen losen Belag in eine Schlucht runter. Die Straße nach Westen nennt sich weiterhin GC-210, ändert ihren Belag und Charakter allerdings völlig. Hier fährt man die Schlucht entlang, und zwar einige Meter über einem weitgehend trockenen Flussbett. Hier und da mal Staumauern und Kehren. Weniger Fahrbahnbreite, wenig Übersicht, aber noch weniger Verkehr und null Einwohner haben gewisse Reize. Stefan fährt vor, denn er war hier schon, und wer weniger gucken muss ist schneller. Beeindruckend, was man aus einer NC700 rausquetschen kann. Ich habe Mühe, mitzukommen, und lasse es dann sein, um mich mehr ums gefahrlose Gucken kümmern zu können. Ist Urlaub!
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Es gibt anscheinend eine zweite KTM 1050/1190 auf der Insel.

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Die Straße führt nach Aldea, wo wir gestern erst zu Mittag gegessen haben. Diese Stadt ist nur über drei Straßen zu erreichen, die alle sehr schön zu fahren sind: nach Osten die GC-210 (heute), nach Norden die Küstenstraße (GC-200, gestern) und nach Süden die Supermotoerlebnislandstraße (GC-200, gestern). Hier füllen wir die Tanks und diskutieren die weitere Route: Wieder hoch in den Berg? Wieder hoch in den Berg. Es ist heiß unten an der Küste. Besonders auf der KTM, wo man quasi direkt auf dem hinteren Zylinderkopf sitzt.

Die Schlucht entlang geht es dieses Mal flotter zur Sache, und ich filme das mal. Die KTM macht willig mit: Die Schräglagenfreiheit schöpfe ich nicht aus, den Negativfederweg dagegen schon. Beeindruckendes Ding. Statt auf die Holperstrecke halten wir uns am Abzweig rechts Richtung Inselmitte, Roque Nublo (GC-606). Hier geht es steil hoch und dann auf dem Bergkamm entlang. Das hätte man sich nicht besser ausdenken können: Aussicht bis zum Meer! Wieder Fotos. Warum denn auch nicht. Erneut denkt man an die Modellbauanlage… unglaublich.
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Den Berg runter machen sich erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Jetzt brauchen wir langsam eine Exit-Strategie. Wir reisen alle morgen früh ab. Stefan hat zu viel Gepäck im Hotel, als dass er es auf seiner Honda transportieren könnte. Dafür fliegt er etwas später. Es erscheint uns also am besten, dass wir jetzt alle zusammen nach Maspalomas fahren, er gibt sein Motorrad dort ab, wir packen ihn und seine sieben(hundert) Sachen von der Honda auf unsere beiden Moppeds und fahren ins Hotel. So muss er morgen nicht seinen Koffer umher fahren, sondern kann im Fußgänger-Zwirn direkt vom Hotel per Bus zum Flughafen. Morgen früh bringen Stefan und ich die KTM und Suzi zurück und fahren Taxi zum Flughafen, weil unser Flug schon um 11:00 abheben soll.

Wir fahren also alle nach Maspalomas und schwitzen in der Hitze, während Stefan die Rückgabe ausfeilscht – immerhin gibt er einen halben Tag früher ab als vereinbart. Dass Abus-Schloss hat er leider im Hotel vergessen, aber das können wir morgen nachliefern, wenn wir unsere Motorräder zwei Straßen weiter zurückgegeben. Die Rückgabe verläuft zufriedenstellend und schon kann ich unter Prüfung der Soziusqualitäten der KTM den Heimweg zum Hotel über die Autobahn antreten. Stefan folgt uns unauffällig. Mit Sozius zieht es ziemlich am Rücken, und manchmal hört man Schreie.
Zuletzt geändert von blahwas am 2. Jan 2016 10:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#11 Beitrag von Oberlausi » 1. Jan 2016 15:19

Schöner und interessanter Bericht.
Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#12 Beitrag von blahwas » 1. Jan 2016 17:07

Mi 23.12. Abreise
6 Uhr aufstehen, 7 Uhr Frühstück, Einpacken, 8 Uhr Abschied von Stefan und Abfahrt mit den zwei übrigen Motorrädern nach Maspalomas. Dort wird vollgetankt, dem Vermieter der Honda von Stefan das Schloss über den Zaun geworfen, dann unsere Motorräder ohne Probleme zurückgegeben. Die KTM hat 1128 km auf dem Tages-Km-Zähler, davon 60 km heute. Ich sage dem Chef, KTM fahren ist besser als KTM besitzen, der Chef stimmt zu und schimpft auf die Zuverlässigkeit von KTM. Er hat schon über 300 Motorräder gekauft, und die KTM Einzylinder toppen alles, sogar China, z.B. heftiger Ölverlust schon nach weniger als 100 Kilometern. Das kann auch an einer schlampigen Auslieferung durch den lokalen Händler liegen, aber die Zweizylindermodelle scheinen dieses Problem nicht zu haben.

Mit dem Taxi geht es dann zum Flughafen (37 Euro) und dort haben wir den obligatorischen Ärger am Sicherheitscheck. Stefan hat umgepackt auf zwei statt drei Taschen, aber das interessiert hier niemanden. Stattdessen irritiert mein Werkzeug im Handgepäck, das am Hinweg noch akzeptiert wurde. Und so wandert ein kurzer Schlitz-Schraubendreher und ein 8/10 mm-Maulschlüssel in die Tonne, denn das Einchecken des Gepäcks kostet 50 Euro (und Zeit). Der 11/13 mm-Maulschlüssel stört anscheinend weniger. Protip: Nächstes mal Plastikwerkzeug einpacken, oder geschickt verstecken (z.B. senkrecht in der Tasche).

Dann suchen wir das richtige Gate, aber zu unserem Flug ist kein Gate angeschlagen. Und auch keinen Hinweis auf eine Verspätung. Ansprechpartner finden wir auch keine. Irgendwann kommen wir drauf, dass der Flug wohl Verspätung haben muss – so steht es online unter „Ankunft“ - und ist der Vogel noch nicht am Boden, gibt es auch kein Gate. Der Rückflug hob dann rund eine Stunde verspätet ab, wir nutzten die Zeit im Flieger vor allem zum Schlafen, und in Weeze gelandet sind wir dann mit 20 Minuten Verspätung nach einem recht flotten Sinkflug.

In Weeze kämpfen wir noch kurz mit dem vorbezahlten Parkticket. Dass man das im Flughafengebäude in eine Ausfahrtkarte tauschen muss, merken wir erst am Parkplatz. Stefan fährt mich im Auto nach Hause, und dann weiter zu sich nach Hause. Ich feiere ein Wiedersehen mit meiner Freundin, und seile mich dann mit dem eigenen Auto ab zu meiner Familie – schlanke 450 km Autobahn, mit wenig Verkehr, aber in der zweiten Hälfe mit Nebel. Dort komme ich nach zwei längeren müdigkeitsbedingten Fahrpausen gegen 2 Uhr morgens an. 20 Stunden wach - Urgh. Immerhin ist Weihnachten, und ich habe noch einige Tage frei. Die Woche vorher schon frei zu haben und bestmöglich Motorrad gefahren zu sein hilft sehr, die Feiertage entspannt anzugehen.

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#13 Beitrag von Hoinzi » 1. Jan 2016 17:18

Danke für den schönen Bericht! Gibt es dazu auch Videos?

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#14 Beitrag von blahwas » 1. Jan 2016 21:56

Danke für die Blumen!

Ich habe auch Videos aufgenommen. Einige Fahraufnahmen sind aus Videos extrahiert (andere sind "alle 5 Sekunden ein Foto"). Da ich seit dem Abreisetag zusammen aber noch keine 2 Stunden zu hause war, weil Videoschnitt am Laptop wenig Sinn macht und weil das insgesamt eine immens zeitaufwändige Sache mit fraglichem Nutzen ist kann ich nichts versprechen hinsichtlich "ob" und "wann".

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#15 Beitrag von Leon » 1. Jan 2016 22:51

Ein ganz toller Bericht Johannes - sehr ausführlich, man/frau ist faßt dabei :top: - den kann/sollte man/frau mindestens 2 mal lesen :]
genau richtig in dieser Jahreszeit so was zu lesen :clap: - schreib mal ein Buch: die Motorrad-Abenteuer des Johannes :dance:
Zuletzt geändert von Leon am 1. Jan 2016 22:52, insgesamt 1-mal geändert.
Gruss Leon

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#16 Beitrag von Lucky66m » 2. Jan 2016 08:35

Danke für die Zusammenfassung unserer Reiseerlebnisse in diesem Bericht :clap: ....liest sich sehr gut....und zugegeben, hatte ich die eine oder andere Gegebenheit schon wieder vergessen.
Schön, daß man nun immer wieder auf diesen Bericht online zurückgreifen kann. Ganz großes "DANKE" dafür :thx:
Gruß Stefan/Lucky66m

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#17 Beitrag von Hoinzi » 2. Jan 2016 08:54

Damit wäre die Anonymität des einen Stefan schon mal geklärt, anhand der Fahrzeuge wars auch nicht schwer... :D

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#18 Beitrag von Silver Surfer » 3. Jan 2016 02:05

Ich fand Beitrag #6 schon ziemlich entlarvend. :reading:
Mö­gest Du im­mer das Dop­pel­te des­sen be­kom­men, was Du mir wünschst. Bild

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Re: Winterflucht Gran Canaria

#19 Beitrag von RKueNV » 3. Jan 2016 20:46

Schöner Bericht[emoji106].

Ja, ist schon eine tolle Sache so eine Winterflucht.

Gab's keine GS zu mieten? [emoji23]

Gruss
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Gruß
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Re: Winterflucht Gran Canaria

#20 Beitrag von blahwas » 3. Jan 2016 23:31

Was sonst in Gran Canaria noch auffiel:
  • Das Preisniveau ist super. Zumindest im Hinterland, wo wir unterwegs waren bzw. gewohnt haben. 0,5 Wasser im Fischrestaurant 80 Cent. 5 Schnäppse am zweiten Abend im Restaurant gegenüber vom Hotel: 3x eingeladen, 2x 1,80. 2 Liter Wasser, zwei Packungen Zigaretten und eine kleine Packung Pringels an der Tankstelle 100 Meter vom Hotel: 7 Euro. 8 Liter Wasser an der gleichen Tankstelle 1,80 Euro. Benzin 90 Cent pro Liter. 4-Sterne-Hotel 60 Euro pro Nacht.
  • Die Einheimischen fahren eher nicht die neuesten Fahrzeuge, aber eine bunte Mischung. Mit vier Rädern sieht man viel Japan, viel Geländewagen, aber auch deutsche Autos aus den 80ern wie Mercedes oder Opel Ascona und Corsa. Mit zwei Rädern ist eigentlich alles da außer Goldwing. Die Einheimischen fahren Enduros, Naked Bikes und Supersportler, hier und da sogar Cruiser. Auffällig viele Honda Dax und sogar eine alte Suzuki Big Wheeler.
  • Die Insel ist im Süden karg und im Norden grün und besiedelt. Viele Hügel, einige Häuser, aber trotzdem nicht störend zersiedelt. Da stehen schon mal Kilometerweit alle Häuser leer, sind aber noch einigermaßen gut in Schuss. Vor allem ist wenig los. Die Küstenautobahn kennt anscheinend keinen Stau.
  • Die Insel hat 50 km Durchmesser und 815.000 Einwohner, von denen rund die Hälfte in der Hauptstadt lebt. Die Südküste ist touristisch stark erschlossen bzw. versaut. Abseits dieser Orte ist tiefstes Hinterland und wenig los. Die Menschen profitieren aber natürlich von der Infrastruktur der Hauptorte, z.B. der Auswahl an Geschäften. Die Bevölkerungsdichte entspricht der von NRW.
  • Es kommen 2,5 Mio Touristen pro Jahr auf die Insel, die im Schnitt 1000 Euro dort ausgeben. Ich tat das in etwa auch. Der Tourismus erhält die Insel am Leben, auch wenn insbesondere an der Küste einige Bausünden stehen. Als Tourist wird man auch im Hinterland nicht abfällig behandelt oder abgezockt, selbst wenn man kaum Spanisch spricht.
  • Gran Canaria hat mehr kurvige Strecken zu bieten als die Nachbarinsel Teneriffa. Es fehlt zwar ein ultrahoher Gipfel, aber auch so ist der Landschaft sehr bergig und vor allem Abwechslungsreich.
  • Kanaren aufm Mietmopped kann ich empfehlen! Wer mehr Zeit hat, ruhig auch auf mehreren Inseln.
  • Stefan und Stefan waren super Reisebegleiter! Drei erscheint mir die perfekte Gruppengröße. Danke fürs Mitkommen :top:
  • Zur KTM 1050 Adventure schreibe ich anderswo mehr.
Danke fürs lesen! :)

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