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Beitragsnummer:#1  BeitragVerfasst: 9. Okt 2016 10:14 
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Es ist wieder Höhentreffen geplant. Ca. 20 Motorradfahrer aus dem Versysforum (und Dunstkreis) treffen sich eine Woche lang in einem Hotel im Kurvenreich, fahren in mehr oder eher weniger festgelegten Gruppen mehr oder eher weniger geplante Routen. Alles ganz easy und entspannt. "Dunstkreis" bedeutet, dass man seine Partner und Motorradfreunde mitbringen darf, und dass man auch erwünscht ist, wenn man keine Versys (mehr) fährt. Meinen Motorradkumpel BDR kann ich noch während unserer gemeinsamen Frankreichreise ganz ordentlich mit dem Höhentreffen anfixen und tatsächlich nimmt er Teil. Er hat alles, was ich von einem Mitfahrer erwarte: Anstand und Respekt, ein gewisses Grundtempo, Beherrschung seiner Maschine (auch geschult durch jahrelanges Pendeln) und vor allem die Fähigkeit, nicht über seine Verhältnisse zu fahren. Er kann fast jedes Tempo fahren, muss aber nicht. Er kann Routen planen und navigieren, fährt aber auch ausdauernd hinterher. Gerade letzteres kommt mir entgegen, weil ich beim Hinterherfahren immer irgendwie dösig und unaufmerksam werde, was nicht nur weniger Spaß macht, sondern auch gefährlich ist. Und ich müsste mir die ganze Zeit eine GS angucken.

Zur Vorgeschichte zählt noch, dass meine Versys erst wenige Tage vorher wieder aus der Werkstatt kam: Die Kupplung war am Rutschen, und der Auspuff schepperte bzw. plärrte. Letzteres wurde nicht behoben, aber immerhin diagnostiziert: Im Krümmer ist irgendwas lose, der Auspuff eigentlich ok. Und zu teilen waren Krümmer und Auspuff auch nicht – sie sind nun schon so lange zusammen, dass sie einfach nicht loslassen können. So bleibt mein eigens beschaffter neuer Auspuff in der Werkstatt und ich besorge einen neuen Krümmer. Im Versysforum findet sich schnell jemand, der auch noch zum Höhentreffen kommt und das Ding direkt mitbringt. Prima! Das Treffen über wird es wohl noch irgendwie halten, da ich es vor Ort nicht montiert bekomme mangels neuem Auspuff (und Krümmerdichtungen).

Ansonsten hat meine Versys ein italienisches Farbschema bekommen, frische Sportreifen Bridgestone S21 und eine reduzierte Federbeinvorspannung hinten (5 von 7 statt zuvor 7). Das kostet zwar etwas Schräglagenfreiheit, soll aber für eine harmonischeres Einfedern und mehr genutzten Federweg sorgen. Die Tagestouren am Treffen werde ich nur mit Tankrucksack fahren.

Neben den geplanten Touren von Otto verwende ich Passknackerpunkte für die Planung der Tagestouren, und ich mache sogar insoweit mit, dass ich bei jedem Schild halte und einen Fotonachweis erstelle, den ich später online einreiche. Dann sieht man am Ende des Jahres, was man im Jahr so alles gefahren ist. Die Kartenansicht ist echt ein prima Feature.

Meine Anreise soll über Biker Transit laufen: Spezialisierte Motorradtransporter mit 1 Meter breiter Auffahrrampe, 4 Vorderradwippen und 16x Spanngurt plus kurze und lange Schlaufen, damit man die Gurte nicht über Motorradteile zerren muss. Platz für 4 Motorräder und 7 Personen. Fransjup fährt ab Abholung (Leverkusen) mit, Lucky und Moni ab Lorsch (Großraum Mannheim). So liegen die Kosten pro Nase nur bei etwa 250 Euro bei PKW-Komfort und PKW-Geschwindigkeit. Die Vorfreude ist jedenfalls immens!

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Beitragsnummer:#2  BeitragVerfasst: 9. Okt 2016 10:19 
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17.9. Anreise Düsseldorf-Leverkusen-Lorsch-Levico

Samstagmorgen bin ich dann früh rausgekommen, früh losgekommen, und pünktlich 8 Uhr in Leverkusen angekommen. Habe dort wie geplant fransjup getroffen und 2x Versys 650 aufgeladen.

Bild


9 Uhr Abfahrt – alles im Plan. Dabei sehe ich noch, dass Krümmer und Auspuff jetzt doch geteilt sind, zumindest teilweise: Der Krümmer ist kreisrund vor dem Übergang in den Endtopf gerissen. Also bekommt Lucky eine Nachricht, dass er mir GumGum besorgen soll. GumGum ist ein Hersteller von Auspuffreparaturzubehör mit diversen Mittelchen, die mehr oder weniger nutzen – aber mir fällt sonst nichts ein.

Der Transporter schnurrt die Autobahnkilometer weg, nur kurz vor Lorsch gibt es etwas Stau, wo wir gegen 11:15 Lucky66m und Moni noch aufsammeln, unter Besichtigung und Benutzung der lokalen Örtlichkeiten. 12:15 Abfahrt wieder auf die Autobahn mit frischem Proviant: Pfefferbeisser Würste, Brezeln und Laugenstangen pflastern unseren Weg.

Wir fahren über A8, Zwischenstopp bei Odelzhausen (Aral und Edeka direkt an Autobahn), München, Innsbruck, Brenner – den Fernpass vermeiden wir bewusst. Auf dem Brenner zeigt das Navi Ankunftszeit 20:40 an. Wir nehmen fragenden Kontakt ins Zielhotel auf: Abendessen gibt's nur bis 20:30? Da hilft nur: GAS! Brennerautobahn bergab läuft der Transporter ziemlich gut, man sucht sich ortskundige Autofahrer und hängt sich an. Heißt ja schließlich auch BRENNER-Autobahn. Ankunftszeit ist dann 20:15. Ab ans Buffet? Ne, erst noch den Transporter irgendwo verstecken. Gar nicht so einfach in Levico, denn das ist Bergdorf – wenn auch ein großes. Wir finden aber doch noch ein Loch, wo man ihn reinstellen kann. Bzw. Lucky findet eines und ich fahre rein. Fast wäre Vaseline an den Seiten des Fahrzeugs nötig gewesen. Aber jetzt: Ab ans Buffet!

Die Motorräder werden nach dem Essen abgeladen – so leise wie möglich. Sie kommen dann in die Hoteltiefgarage, die durchaus eindrucksvoll groß ist. Im hinteren Bereich gibt es eine Hebebühne, eine Luftdruck-Station und Werkzeug. Sehr komfortabel! Nur zum Auspuffschrauben bin ich jetzt zu platt, das verschiebe ich auf morgen früh.

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Zuletzt geändert von blahwas am 10. Okt 2016 23:05, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragsnummer:#3  BeitragVerfasst: 9. Okt 2016 10:30 
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So 18.9. Ausfahrt Route 1 Gardasee mit BDR (+ Calimero)

Den losen Auspuff behandeln wir morgens nach dem Frühstück auf der hoteleigenen Hebebühne mit GumGum. Bdr529 steht mir unterstützend zur Seite, und fransjup hilft auch aus. GumGum ist eine Stoffrolle zum feucht umwickeln, mit einer zusätzlichen Rohrschelle, die man sich zuschneiden und dann drüber festziehen kann. Die Stoffrolle taugt nicht so recht und zerfällt eigentlich schon beim Auspacken. Dafür kriegen wir die Rohrschelle passend rumgewickelt. Zusammen mit der originalen Auspuffschelle könnte das eigentlich sogar ziemlich dicht sein. Eine Klangprobe zeigt dann, dass es deutlich leiser geworden ist, wenn auch immer noch nicht wie Serie. Aber es wird gehen. Auch wenn es viel Zeit gekostet hat. Ich hoffe, der Rest hat nicht wegen mir gewartet.

Bild
Innen ab, außen zusammengequetscht


Wir fahren heute alle Tour 1, Start ist dann gegen 9:40. Es gibt zwei Gruppen mit zusammen 14 Moppeds. Das ist mir zu groß, ich starte eine eigene Gruppe. Bdr529 kommt noch mit, dann sind wir komplett. Er fährt vor. Südlich von Levico beginnt direkt die Kaiserjägerstraße, auch Kaiserjägersteig genannt. Bei Passknacker heißt sie nur Spazio Alto. Es geht jedenfalls in engem Zickzack den Berg hoch. Man kommt gut voran, auch wenn ein deutscher (natürlich!) Audi A8 Fahrer meint, wenn er nicht schneller kann/will, braucht das auch kein anderer zu tun. Aber nicht mit uns, Freundchen!

Dies sind meine ersten Kurven auf meinem flammneuen Sportreifen Bridgestone S21. Die Strecke ist teilweise noch feucht, aber es grippt gut und vermittelt ein gutes direktes Gefühl. Einfahren ist schnell erledigt. Das neue Fahrwerkssetup funktioniert ganz hervorragend, ich kann auch auf holprigen Strecken sehr tief in die Kurven gehen und Bedenken wegen der Kombination aus feuchter Strecke und Sportreifen lösen sich in zunehmenden Fahrspaß auf.

Ich habe die Passknackerpunkte auf dem Navi, aber BDR scheinbar nicht. Jedenfalls fährt er am ersten Punkt einfach vorbei. Dann halte ich halt mal an, und mache das Foto am Passschild. Siehe da: BDR ist auch schon wieder zurück. Bevor der Bremser-Audi uns wieder einholt, rollen wir wieder los ... und da passiert uns auch schon der Tourguide der restlichen 14 Höhentreffenfahrer. Aber am nächsten Abzweig wartet er auf seine Gruppe und wir ziehen vorbei.

BDR fährt immer noch vor und auch am nächsten Passknackerpunkt vorbei (Passo del Cost). Ich parke für mein Foto, packe wieder ein, will gerade losfahren, da kommt schon die erste Gruppe. Ich ziehe bequem mit reichlich Platz rein, zwei Kurven später kommt mir BDR entgegen. Der wird mich ja wohl gesehen haben und umdrehen, denke ich mir so und fahre normal weiter. Dazu überhole ich irgendwann auch den Rest der Gruppe, denn Hinterherfahren ist nicht so mein Ding. Und ich will ihr Karma nicht stören.

Am nächsten Passknackfotostopp hat BDR immer noch nicht wieder aufgeschlossen, dabei müsste er es vom Tempo her eigentlich hinbekommen – ich habe auch stellenweise getrödelt. Also mache ich Pause. Die Versysgruppe zieht vorbei, BDR nicht. Da stimmt was nicht. Er ruft an, er sucht mich anscheinend. Oops! Er hatte mich im Gegenverkehr nicht erkannt, aber jetzt kommt er zu mir. In der Pause habe ich etwas Zeit und gucke mich auf dem Navi um und entdecke südlich der Route noch einen weiteren Passknackerpunkt: Serrada. Aber bitte gerne doch. Als BDR wieder da ist, ist er gern dabei, und wir machen eine Extrarunde. Ab jetzt fahre ich vor, denn ich weiß schließlich besser als er, wo ich anhalten will. Eigentlich ganz einfach, hätten wir früher drauf kommen können.

So geht es gemütlich immer weiter, Kurven fahren, Pässeschilder knipsen, Fahrspaß kocht über, und an manchen Stellen macht der laute Auspuff sogar Spaß.

Bild
Kleine Aussicht zwischendurch


Vorm Gardasee wird es dann traditionell ziemlich voll. Mit den anderen Gruppen war abgestimmt, dass wir uns am Gardasee auf ein Eis treffen. In Argo suchen wir die Eisdielenmeile, Otto hatte BDR den Weg beschrieben. BDR kennt sich hier aus. Wir finden ziemlich lange nix, stattdessen fahren wir viel im Kreis und mir wird langsam unangenehm warm in Regenkombihose (gegen morgendliche Kälte) und mit Fleecepulli unter der Goretexjacke, während Passanten in T-Shirt und Sandalen unterwegs sind. Wir parken schließlich am Hafen und suchen die Eisdielen ab, aber keine Versysgruppe zu sehen. Ans Telefon geht auch keiner. Sind die noch unterwegs? Also suchen wir uns ein Cafe mit viel Platz, und als die Eisbecher auf dem Tisch stehen meldet sich die andere Gruppe, die gerade in der Nähe gelandet ist. Leider kriegen wir uns nicht zusammenkoordiniert, denn sitzen 17 Leute erst mal stehen die auch nicht wieder auf :)

Bild
Da schmeckt das Eis


Die Restroute erscheint uns gerade recht lang, wir haben doch erst ein Viertel der Strecke geschafft. Calimero mit seiner Tuning-Versys 650 kommt noch zu uns als Gruppenwechseler und wir planen um: Ab nach Norden über Bordala, Ballion, mit Abstecher zum Duron, dann Daone und schließlich Campo Carlo Magno und dann wieder zurück nach Levico. Routenplanung leicht gemacht dank Passknacker-POI auf dem Navi: Einfach Punkte in der Region in möglichst sinnvoller Reihenfolge in eine neue Route werfen, bei Überlänge Punkte die zu Sackgassen oder Umwegen führen kürzen, und fertig ist die Ausfahrt.

Das gelingt uns sehr gut. Richtig schönes Tempo, ohne übertriebene Hektik, wenig Verkehr, prima Wetter – was will man mehr? Vielleicht ein etwas schöneres Ende, denn das lief auf reichlich Staatsstrassenbrennerei hinaus, was recht nervig ist. Aber jedem PKW oder gar LKW folgen ist auch nicht schön. An einer Automatentanke für Bargeld tanke ich 25 Euro/17,5 Liter und leider nicht ganz voll. Automatentanken in Italien geben kein Wechselgeld, was ein Wenig Sorgfalt beim Geldausgeben erfordert. Trotzdem bleibt keiner liegen und wir sind abends am Hotel alle happy. Nur von den anderen Gruppen ist noch keiner zu sehen. Die sehen wir erst am Abendessen wieder, und alle sind begeistert von dieser Gegend. Tolle Strecken, tolle Aussichten, überall wenig los. War sicher keine schlechte Idee, das Höhentreffen aus den Dolomiten etwas nach Süden zu ziehen.

Pässe heute: Spazzio Alto, Cost, Sommo, Serrada, Bordala, Ballino, Duron, Daone, Campo Carlo Magno.

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Zuletzt geändert von blahwas am 10. Okt 2016 23:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragsnummer:#4  BeitragVerfasst: 9. Okt 2016 12:36 
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Wie immer scheint sich das Warten auf Deinen Bericht wieder zu lohnen, Johannes. Lebendig und bildhaft, fast als ob man selbst dabei gewesen wäre :D .
Spannend finde ich Deine Routenplanung mit Passknackerpunkten:
"Routenplanung leicht gemacht dank Passknacker-POI auf dem Navi: Einfach Punkte in der Region in möglichst sinnvoller Reihenfolge in eine neue Route werfen, bei Überlänge Punkte die zu Sackgassen oder Umwegen führen kürzen, und fertig ist die Ausfahrt."
Da wünsche ich mir über den Winter mal einen kleinen Workshop im Forum von Dir, zum Nachmachen.

Aber jetzt erst mal der Fortsetzungsbericht vom diesjährigen Höhentreffen.

Dir :thx:

Gruß

Georg


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Beitragsnummer:#5  BeitragVerfasst: 9. Okt 2016 19:31 
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Mo 19.9. Tour Nr 6 Monte Baldo mit Lucky, BDR und Calimero

Heute soll der wärmste Tag der Woche sein, daher erscheint es uns nur logisch, heute die längste der zur Verfügung stehenden Touren zu fahren: Nummer 6. Es geht südlich zum Gardasee, östlich vorbei, den Monte Baldo hoch, und im Folgenden östlich im Zickzack und dann von Süden her wieder nach Levico. Um keine Passknackerpunkte zu verpassen würze ich die Tour noch nach mit ein paar Abstechern zu nahe gelegenen Passhöhen. Sieht auf dem Navi etwas chaotisch aus, aber wird schon gehen. Zunächst geht es morgens auf den von gestern teilweise schon bekannten, weiterhin genialen Wegen zum Gardasee.

Bei einer etwas unwahrscheinlich erscheinenden Abzweigung im Ort kurz nach einer Pause fehlt der Schlussmann meiner Gruppe: BDR. Wir wundern uns, dann kommt er auch schon an. Die linke Seite seiner Kluft ist erdig gefärbt. Er hatte wohl eine Kurve unterschätzt, hätte zum Bremsen keinen Raum mehr gehabt und hat dann einen Notausgang erkannt: Auf eine Wiese hoch. Mit seinen TKC80 Semi-Stollenreifen kein Problem. Auf dem gemähten Teil der Wiese kam er jedoch nicht zum Stehen. Stattdessen erreichte er in verminderter Fahrt den ungemähten Teil, und der war im Service Level Agreement seines Fahrzeugs nicht vereinbart: Ergo Wechsel des Bezugssystems in die Horizontale, immerhin bei Schrittgeschwindigkeit. Und es gibt wohl kaum einen angenehmeren Ort zum stürzen – außer vielleicht ein Bällebad. Und da müsste man . Jedenfalls ist er jetzt wieder da, und sein Cockpit zeigt einen Fehler in der Bremse an. Im Handbuch (auf Handy) findet er keinen Hinweis, was für ein Fehler das sein soll. Also fahren wir weiter, und siehe, der Fehler löst sich selbst.

Am Gardasee wird es wieder warm wie erwartet – genau genommen sogar NOCH wärmer als erwartet, und irgendwann nervt auch der Uferverkehr, selbst um 10 Uhr morgens. Aber da muss man durch.

Bild
All along the Gardasee


Mein Navi findet leider keinen vernünftigen Einstieg in den Monte Baldo, stattdessen werde ich in steile Anwohnereinfahrten geschickt. Eine der wenigen Macken an meinem Navi ist, dass Hauptstrecken innerorts nicht per se priorisiert werden und man daher schon mal über Dorfwege geführt wird, gerade in bergigen Orten, weil die kürzer sind und auch kein niedrigeres Tempolimit als die Hauptstrecke haben. Davor kann man sich in gewissen Grenzen schützen, indem man nur Abzweigungen nutzt, an denen Wegweiser stehen. Das klappt aber nicht, wenn man den hinterletzten Insider-Bergpass sucht, oder wenn man einfach nur weg von der Hauptstrecke will. BDR darf also führen, und bringt uns sicher auf den „Punta Veleno / Passo Baito Scale” hoch.

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Automatik-Autos verboten. Und typisch Italien stehen in die Gegenrichtung nicht halb soviele Schilder


Die Route führt uns südlich um den Monte Baldo herum. Ich erkenne einiges wieder: Hier war ich letztes Jahr mit Surfopi und Don Martin unterwegs. Damals habe ich den Schaltautomat vermisst – heute habe ich ihn. Und das Tempo gebe ich vor, und damit ist es tatsächlich weniger scharf als damals. Oder es kommt mir nur so vor. Der Weg zum Monte Baldo ist jedenfalls wirklich sehr schön, anhalten lohnt sich.

Bild


Auch die südliche Umfahrung bietet zur Abwechslung vom Zickzack-Kehrengestolper flüssige Radien, und unsere Vierer-Gruppe fährt und überholt sehr synchron. Schöne Schräglagen und Geschwindigkeiten kommen zu Stande, man schwingt sich in den Flow. Nur mein Navi hat wieder andere Pläne, und ich zwinge die ganze Gruppe zu einer vergleichsweise doofen „Abkürzung“, die zwar kürzer und steiler, dafür aber auch schlechter einsehbar und weniger griffig ist. Sorry! Der Monte Baldo selbst ist natürlich ein Klasse Highlight, gar kein Frage. Hier lohnen sich Pausen am Wegesrand mit Sicht nach Ost oder West.

Bild
fahren

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gucken


Wir kehren ein ins Cafe mit Blick auf der Gardasee, wo wir italienische Schokolade bestellen. Leider steht der Löffel nicht drin. Lecker ist es trotzdem, und die Energie haben wir gerade verbraucht.

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unsere Moppeds schnuppern am See

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Einheimische Moppeds sind das schon gewohnt


Danach geht es schön Richtung Osten und dann nach Süden, es wird immer wärmer. Am Passo Fittanze zeigt mein Navi eine Abzweigung in eine Sackgasse an – das war dann wohl einer der „nachgewürzten“ Punkte. Meine Mitfahrer dampfen aus den Ohren, keiner will mit. Pöh, dann knacke ich den Pass halt alleine.

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Die Mitfahrer bewundern derweil die Aussicht.


Wer hier unter der Annahme einer gerade Strecke über Kuppen fährt lebt jedenfalls nicht lange. Der Weg führt entlang einer Hochebene, schraubt sich dann aber doch noch höher, entlang bizarrer Felsformationen und die Straße wird zunehmend schlechter, bis sie zu Schotter wird. Mit Tempo 30 komme ich durch, Hauptsache auf dem Weg bleiben, großen Steinen ausweichen und nicht bergauf stehen bleiben! Am angegebenen Punkt mache ich meine Fotos und genieße die Aussicht. Und ein klein wenig auch die Einsamkeit. Dann geht es zurück, der Rest der Truppe abholen. Wenn BDR gewusst hätte, dass hier Schotter ist, der wäre sofort DABEI gewesen.

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Schottern auf Sportreifen

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... und Spaß dabei!


Zurück an der Passhöhe wundere ich mich über mein Navi, dass immer noch den Weg, aus dem ich gerade ankomme, als Teil der Route anzeigt. Es stellt sich raus, dass dieser Weg der geplanten Route entspricht, und der Teil auf der Hauptstraße nur ein Fehler ist: Die Route funktioniert besser, wenn man unbefestigte Wege erlaubt. Dann gibt es keine Sackgasse und die Gesamtstrecke wird deutlich kürzer. Also müssen wir wohl alle auf diesen Weg.
Bei BDR beult sich vor Grinsen schier der Helm aus und er eilt WEIT voraus. Das ist echt nicht feierlich. Wenn ich ihn auf Asphalt 5% distanziere, dann distanziert er uns hier 250%. Wir fahren Tempo 30, er Tempo 100.

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Pause an Gabelung, in der Nähe des Monte Tomba (leider ausgelassen - muss ich wohl nächstes Jahr nochmal hin!)


Als er auf uns wartet guckt er etwas bedröppelt, denn sein Eigenbaukoffer hatte keine Lust auf große Sprünge und wollte lieber hier bleiben. Dabei touchierte er den Kardan und machte einige Macken rein. Und anscheinend leider auch in den Simmerring außen am Kardan, so dass jetzt feiner Ölnebel für Sorgenfalten sorgt. Im Kardan sind nur 180 ml Öl drin, und ohne Öl ist schnell Ende im Gelände bzw. ein neuer Kardan im Einkaufswagen. Zunächst fahren wir aber weiter. Die Route führt zunehmend über Nebenstrecken, in immer schlechterem Zustand. Eine Tankstelle finden wir gerade noch, haben auch Durst/Lust auf Pause.

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Durstig auf Sprit und Strecke: Lauernde Sportversys. Merke: Die Grünen sind die schnellsten.


Leider finden wir nix: Cafe, Bar, Supermarkt? Hat alles geschlossen. Und im weiteren Routenverlauf war auch nicht damit zu rechnen, dass sich das ändert, also wird die Route gelöscht und der schnellste Weg nach Hause eingegeben. Der schnellste? Nein, der kurvige (laut TomTom), aber auf der milden Stufe. Was in dieser Landschaft der gleiche Weg wie der schnellste ist. Lucky führt uns… in einen langen Tunnel. Dahinter haben wir eine Begegnung der dritten Art mit einer Mautstation, deren Sinn wir nicht kapieren. Geht es hier etwa auf die Autobahn? Jedenfalls steckt BDR eine Kreditkarte rein und darf passieren. Lucky steckt 5 Euro rein und nichts passiert. Er steckt weitere 10 Euro rein, wieder nichts. Hilfeknopf?

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Will nicht!


Nach einer Weile meldet sich eine Stimme, die halb italienisch und halb englisch spricht, da mischt sich eine italienisch sprechende Autofahrerin ein und diskutiert mit der Hotline. Ich verstehe nur Bruchstücke, aber am Ende hat Lucky für 15 Euro eine 10 Euro Via Card gekauft, von der 2 Euro für die Tunnelmaut abgezogen werden. Der Rest kann er für Autobahnmaut und andere Mauten nutzen. Ich darf sie auch benutzen, macht noch 6 Euro Restguthaben. Calimero will sie nicht nutzen, er zahlt selbst. Danach fahren wir erst mal rechts ran, da allen recht warm geworden ist bei der Warterei. Als nächstes folgt ein Verdichtungsraum mit Bebauung und Ampeln, es wird also heiß, aber dafür finden wir auch einen geöffneten Lidl: Wasser, Eis, Cola und Brezeln wechseln den Besitzer.

Bild
Aus diesem Winkel und mit dieser Verzerrung sieht GS gar nicht mal schlecht aus...


Danach fahren wir über einen ziemlich schönen Weg, der zufällig auch fast der schnellste ist (Valice Fricca), zurück zum Hotel. Dieser kurvige Pass macht noch mal richtig gute Laune, auch wenn für die örtlichen Verhältnisse viel Verkehr ist.

Zurück am Hotel sind am Ende alle glücklich, aber auch am Ende. So beginnt der Run aufs Buffet. Wir sind im Hotel Cristallo, recht weit oben in Levico Terme. Die anderen Gäste sind Wanderer, Radfahrer, Motorradfahrer oder einfach nur italienische Familien. Letztere sind eben Italiener, damit muss man in Italien wohl rechnen. Trotzdem würde sich manch einer einen Tisch weiter gern unterhalten können (z.B. wir), und darum haben wir zunehmend frühe Auflösungserscheinungen Richtung Terrasse oder Tischen im Lobbybereich.

Zur Technik: BDR hat es noch ohne mahlende Geräusche vom Kardan zurück ins Hotel geschafft, aber fährt morgen früh zu BMW und lässt den Simmerring des Kardan tauschen. Meine Versys klingt lauter und blecherner als morgens, ist aber noch leiser als die von Calimero (Leo Vince). Abends ziehe ich die Schrauben der beiden Rohrschellen fester. Durch die Vibrationen scheinen die sich langsam zu lösen.

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Beitragsnummer:#6  BeitragVerfasst: 10. Okt 2016 10:03 
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Schöner Bericht! Ich fühle mich wieder drei Wochen zurückversetzt und genieße die Fahrt noch einmal. :top:

Kleine Anmerkungen:
Ich fahre nicht den TKC80 sondern den Heidenau K60.

Nach dem Ausritt in die Wiese zeigte der BC einen ABS-Fehler an. Das liegt an den unlogischen Werten, die die Sensoren in der Horizontalen liefern: Hinterrad dreht sich als das Motorrad liegt, Vorderrad steht. das ist wohl im BMW-Standard-Modus nicht vorgesehen. Das ABS wird dann automatisch deaktivert, was ja an sich keine schlechte Idee ist, wenn eine Fehlfunktion vorliegt. Man kann dann natürlich trotzdem normal bremsen. Sobald der BC wieder eine Zeit lang korrekte Werte bekommt, wird das ABS wieder aktiviert und die Warnleuchte erlischt. Hat zwei, drei Minuten gedauert. Works as designed (bis auf die übergroße Schräglage).

Zum defekten Kardan-Wellendichtring. Ich bin mir inzwischen sicher, dass der Schaden nicht durch den Koffer, sondern falsches verzurren auf der Hinfahrt passiert ist. Beim Beladen vor der Rückfahrt ist mir das aufgefallen. Ich hatte die Maschine hinten mit einem Gurt durch die Hohlachse des Kardans verzurrt. Dabei wird die Kunststoff-Abdeckung des Simmerrings aber nach innen gedrückt. Bei 1.000 Kilometern auf dem Hänger hat das zu einer Undichtigkeit geführt, die ich erst am zweiten Tag bemerkt habe.


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Beitragsnummer:#7  BeitragVerfasst: 10. Okt 2016 11:45 
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Hey Blahwas !
Wirklich toller Bericht mit super Fotos - einfach grandios. Danke fürs Schreiben !!!
Wenn ich nicht selbst dabei gewesen wäre, wäre ich (als unbeteiligter Leser) jetzt echt neidisch, dass ich es nicht war ;-)
Und ich kann bestätigen, dass es ein tolles Treffen war ...
Wenn es passt, bin ich nächstes Jahr wieder mit dabei.
Alexis-AK70

- " Fahrt immer so, dass kein Anderer zu schaden kommt ! " -


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Beitragsnummer:#8  BeitragVerfasst: 10. Okt 2016 19:29 
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Ich wusste schon, warum ich mit für einen südlicheren Ort gestimmt hatte. Mal sehen, ob ich 2017 dabei sein kann. Freut mich, dass ihr wieder "unorganisiert" viel Spass hattet! Wie immer locker flockig zu lesen und nach zu erleben. Danke. Gute Besserung an everyday!!!

@bdr: hatte mich schon gewundert, mit TKC80 blahwas´ Tempo mitgehen zu können, sollte nahezu übermenschliches Talent voraussetzen. K60 Scout bereifte GS und Tiger durfte ich beim Zaubern auf Asphalt bewundern.
Falsches Abspannen beschädigt schnell mal ungeahnte Teile. Tut mir leid für dich, war bestimmt teures Lehrgeld.

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Mö­gest Du im­mer das Dop­pel­te des­sen be­kom­men, was Du mir wünschst. Bild


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Beitragsnummer:#9  BeitragVerfasst: 10. Okt 2016 21:03 
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Halb so wild: Keine Wartezeit, 30 Minuten Reparatur, 71€. Hatte die Werkstatt in Trient in meinem Bericht extra gelobt!


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Beitragsnummer:#10  BeitragVerfasst: 10. Okt 2016 23:04 
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Di 20.09. Süd-Dolos-Solo

Ich bin heute alleine unterwegs und will maximale Passknackerei betreiben. Dazu fahre ich die Route 8 Richtung Dolomiten, aber umgedreht, weil ich gehört habe, am Passo Rolle gäbe es eine Einbahnstraßenregelung.

Die Route 8 ist toll, sie beginnt südöstlich mit schnell zu fahrenden Tälern, immer mehr Kurven die sich im vierten Gang äußert sportlich fahren lassen, bei Nullverkehr. Die Regenkombi bleibt im Zimmer, Membranjacke und Membranhose passen heute ganztägig. Über „normale“ Pässe in den Dolomiten wurde schon viel geschrieben, auch von mir, aber hier sind noch ein paar neue Highlights zu entdecken.

Mein Highlight ist das Forte Leone – hinter vielleicht 2 km Schotter liegt eine 100 Jahre alte Verteidigungsanlage. Hier war mal eine Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Italien, was im ersten Weltkrieg durchaus relevant war.

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Sicht aufs Fort

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Sicht vom Fort


Dann ruft Michael an: BMW ist schon fertig mit der Blitzreparatur - 25 Minuten, 70 Euro - also eher ein Boxenstopp. in Deutschland wäre das nicht passiert, da braucht man 25 Minuten, bis man jemanden findet, mit dem man reden kann. Wir treffen uns an der nächsten Passhöhe und betreiben nach einem Tankstopp anschließend gemeinsames Abfahren der Route mit erhöhtem Fahrspaß und Passgeknacke bis es kracht: Vezzena, Forte Leone, Cima Di Campo, Passo Forcella, Brocon, Gobbera, Cereda, Rolle, Valles, Pas de San Pelegrin, Manghen - 11 Stück! Drei davon hatte ich dieses Jahr zwar schon (von Kärnten nach Frankreich mitgenommen), zählen also nicht zur PK-Wertung, sind aber trotzdem schön zu fahren und liefern nicht weniger knackige Aussichten, Ansichten und fahrdynamische Erlebnisse.

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Der Rheinländer an sich ist fröhlich

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Brocon Bikerbros


Am Brocon machen wir natürlich Pause. Es wäre eine Schande, hier nicht zu halten. Auch wenn der Löffel in der Schokolade schon wieder nicht stehen will. Wo sind wir hier eigentlich? Wir erleben noch die Ankunft eines Holztransporters der 40 Tonnen-Klasse. Das sollte uns eine Warnung sein, was Linienwahl, Sichtweite und Anhalteweg auf der schmalen Abfahrt des Passes angeht. Nach dem Brocon folgt der Passo Rolle. Der hat eine besonders schöne „typisch Dolomiten“-Aussicht, die wir zu ausgiebigen Fotos nutzen.

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Die Wolken stammen nicht von einem Burnout, ehrlich!


Nach der Pause fehlt Michael nach einer Minute im Spiegel, dabei ist er mit mir gestartet. Der wird doch nicht schon wieder…? Ich drehe gerade um, da kommt er. Ich halte und will fragen was los war, da hält er auf dem Parkplatz daneben und ist sichtlich aufgeregt, aber augenscheinlich unverletzt - auch sein Mopped sieht nicht schlechter aus als normal, nur der Koffer sitzt schon wieder schief. Tatsächlich hat er erneut unfreiwillig die Offroadfähigkeiten der GS getestet - mangels Konzentration kurz nach dem Start hat er einen völlig harmlosen Knick unterschätzt, hat dann aber die Situation realisiert, instinktiv richtig reagiert, Gas gegeben und ist zur Bergseite in die Böschung gefahren, was die GS mit einem herzhaftem Sprung auf die Straße zurück befördert. Das Fahrwerk hat er noch er dabei schnell auf Enduro umgestellt (ok, das war es vorher schon). Trotzdem setzt die GS unten mittig auf der Straße auf. Zum Glück hat er einen Motorschutz montiert - eigentlich als Unterfahrschutz, aber zum Funkenwerfen nach Asphaltlandungen reicht es auch. Tüpfelchen auf dem i: Er hat kurz zuvor ein Auto überholt. Und dessen Fahrer dachte wahrscheinlich, diese Showeinlage war Absicht: „Mensch Erna, die GS fliegen heute aber wieder tief!“ Wichtig in der Coolness-Wertung: Dabei sitzen bleiben, nicht stürzen und einfach weiterfahren.

Wegen Adrenalinschwemme war danach eine längere Pause angebracht mit gemeinsamem Zuckergenuss. Sowas passiert, wenn man nicht bei der Sache ist - und also eher nicht, wenn man auf der (vor-) letzten Rille unterwegs ist. Ich weise Michael noch darauf hin, dass die Rolle des Bruchpiloten im Versysforum eigentlich bereits vergeben ist; 2x in 2 Tagen ist eine bedenkliche Häufung und so gar nicht, was ich von ihm gewohnt bin.

Den Rest des Tages bleiben wir von weiteren Schocks verschont und genießen Strecken, Landschaft und Fernaussichten auf die Dolomiten. „Leider“ müssen wir nach dem Passo Rolle eine Umleitung fahren und erleben so noch Passo di Valles (74,9 Punkte schwer) und Passo di San Pellegrino (70,8). Das nimmt man doch gerne mit. Bei der ziemlich netten Umleitung laufen wir auf drei schwarze, in Deutschland zugelassene Straßenquads auf. Drei Fahrer, alle schwarz gekleidet, die es wirklich wissen wollen und die daher keine 2 Meter Abstand zu einander oder dem Auto vor sich lassen.

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Kasperletheater on the road


Der Rückspiegel des letzten ist etwa briefmarkengroß, und da guckt er nicht rein. Mein Hupen wird komplett ignoriert oder gar nicht erst wahrgenommen. Ich bin an dem Kasperletheater recht schnell vorbei, aber BDR wird noch länger behindert. Quads sind zwar an sich per se schon scheiße, im Gelände immerhin brauchbare Nutzfahrzeuge - aber Straßenquads, die sind die echt die Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat. Und selbst wenn einer Spaß an sowas hat, dann kann er ja wohl immer noch schnellere passieren lassen.

Der letzte Pass ist heute der Manghenpass, sehr eng, verwinkelt, schmal und unübersichtlich. Nach einigem Gestocher im Wald plötzlich freie Sicht - wow.

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Das wird nie alt


Oben ist angesichts des Sonnenscheins eine Einkehr Pflicht, mit hessischem Ducatigelaber (m/w). (w) hat immerhin die Einsicht, "Warum stehen hier überhaupt Schilder, macht doch eh jeder was er will!"

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Manghen - eine der malerischst-possierlichsten Passhöhen überhaupt

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Aussicht andersrum


Den Manghenpass runter (Südseite), kommt es mir so vor, als wäre die Strecke breiter geworden. Auch der Belag ist teilweise brandneu - wie eigentlich auf sehr vielen Abschnitten heute. In Italien gibt man sich echt Mühe mit dem Straßenbau. Nach einem Tankstopp in Levico endet ein weiterer Fahrtag in der Hotelgarage. Sehr cool hier!

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Beitragsnummer:#11  BeitragVerfasst: 11. Okt 2016 22:02 
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Mi 21.9. Dolomitenklassiker

Der Plan heute ist, mit BDR, Calimero, und dem Onkel von Calimero (Matthias) die Dolomiten zu befahren. Dazu wollen wir morgens über die Autobahn zeitsparend nach Norden stoßen, und dann die klassischen Dolomitenpässe erobern, inkl. der westlichen Hälfte der Sellarunde. Calimero und Onkel steigen aber kurzfristig wieder aus, denn Calimero hatte schon genug Autobahn bei der Anreise.

Der Plan mit der Autobahn klappt wie am Schnürchen. Zunächst fährt man (unter Berücksichtigung aller Verhaltensregeln für Motorradfahrer in Südeuropa) über die teilweise 4 spurige Bundesstraße ins Tal, dort auf die Autobahn. 40 Minuten später ist man in Bozen-Nord. Ich würde gerne über Tiers fahren (klassischer Austragungsort des Höhentreffens), aber das führt zum Nigerpass, und das wäre ein zu südlicher Einstieg. Stattdessen geht es über St. Ulrich durch ein verkehrsreiches Tal. Den Panidersattel habe ich entweder zu planen vergessen, oder versehentlich anstelle der Seiser Alm gelöscht – letztere ist für Normalbürger nämlich nur bis 9 Uhr früh zu befahren, und wir haben schon 9:20.

Das Tal durch St. Ulrich ist ziemlich lästig zu befahren, es ist viel Verkehr und viel Bebauung, und in jedem Dorf stehen 10 orangene „Blitz“-Kästen, von den 99% sicherlich Attrappen sind. Vielleicht nehme ich davon mal eine mit nach Hause… ist ja nur Plastik. Macht sich an der Grenze bestimmt gut auf dem Sozius!

Die erste Passhöhe ist das Grödnerjoch (Nordseite der Sellarunde, 78,1). Wir fahren zur Passhöhe und genießen die Aussicht. Dann geht es zurück und südwärts zum Sellajoch (82,7). Hier ist jetzt auch auf dem Pass ernsthaft Touristenverkehr – man hat also was zu überholen. Mit dem halboffenen Auspuff kommt man sich etwas arschig vor, aber mit Tempo 15 da hoch zu fahren geht ja nun auch nicht. Die Passhöhe Sella ist natürlich echt sehenswert.

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Weiter ostwärts geht es zum Pordoi (82,5). Der hat notorisch viele Kehren und glatten Belag, und leider ist die Straße heute feucht – in Summe kein besonders guter Grip, wobei ich trotz Sportreifen bei entschärftem Tempo noch ziemlich gut zurechtkomme. Drangeblieben ist keiner, überholt wurde alles.

Dann ist wieder umdrehen und westwärts Richtung Karerpass (62,2) fahren angesagt. Hier sieht es kurzzeitig so aus, als würden wir nass werden – auch die Finger sehnen sich schon länger nach den Winterhandschuhen, die clevererweise im Hotel liegen. Da bleiben sie immerhin schön warm und trocken. Wir nehmen einen Abstecher zum Nigerpass mit, der ja vor wenigen Monaten neu asphaltiert wurde. Auch hier relativ viel Verkehr, und am Rückweg habe ich ein Missverständnis mit einem langsameren Motorradfahrer, der einen noch langsameren im Schlepptau hatte: Er guckt vor der Rechtskurve in den Spiegel, sieht mich, und fährt äußerst rechts. Ich überhole – und wundere mich, dass ich nicht so recht vorbei komme. 10 Meter vor dem Kurveneingang sind wir nebeneinander bei fast gleichem Tempo und gucken uns etwas verwirrt gegenseitig an. Er lässt mir den Vortritt und bald ist er aus dem Rückspiegel verschwunden. BDR betrachtet das Ganze von hinten etwas verwundert. Manchmal sieht man halt, was man sehen will, aber wir bleiben beide weit innerhalb der Spur und des Kamm‘schen Kreises, und der Abstand zwischen uns war auch nie besonders eng.

BDR und ich sind jetzt im „schnellsten Weg nach Hause (ohne Autobahn), aber mit Abstechern“-Modus unterwegs: Man stellt am Navi das Hotel als Ziel ein, und wenn man sich fit genug fühlt, wesentlich länger als die angegebene Fahrzeit zu fahren, dann wirft man noch Passknackerpunkte in die Route rein. Das führt zu Umwege, und teilweise auch zu Abstecher (Hinfahren und wenden). So wandern noch Passo di Lavazzé, Passo di Pramadiccio, Grimmjoch und Passo di San Lugano in den Köcher:

Lavazzé ist eine frisch gemachte breite ebene Strecke mit wechselnden Radien und mal mehr oder wenig Wald, wo ich zu früheren Höhentreffen schon viel Spaß hatte. Pramadiccio kannte ich noch nicht oder blieb nicht in Erinnerung. Das Grimmjoch ist eine Sackgasse zu einem Gasthaus, die nicht so gut in Schuss ist, und die mit wenig verschlungener Streckenführung gute Übersicht suggeriert, mich an mehreren Stellen aber doch überrascht. Gut, ich war da auch eher noch vorne orientiert unterwegs. Der Belag ist rauer Beton und am Ziel wartet eine Busladung Schüler, die sich einem in selbstmörderischer Aufopferung vors Mopped werfen, um dem öden Klassenausflug zu entkommen und für immer alleine mit ihrem Smartphone alleine gelassen zu werden. Es sieht zwar immer noch bewölkt und regnerisch aus, aber wir haben noch keinen Tropfen abbekommen. Wie sagt man da: Glück ist Pflicht! San Lugano liegt in einer Region, die ich schon befahren bin, damals aber bei so schlechtem Wetter, dass ich nichts wiedererkenne. Was genauso gut ist, wie eine Strecke zum ersten Mal zu befahren. Dieses Gebiet ist dichter besiedelt und daher Überwachungsgebiet – die Schilder in der Nähe von Ortschaften beachten wir also penibel (+9 km/h).

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Ich mag Kurven, wo ausnahmsweise mal keine Pfosten am Scheitelpunkt innen stehen - also mitten auf der Ideallinie. Aber mit dem Knie sollte man hier vielleicht nicht hängen bleiben.

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Streckenführung in Baustelle auf Kehrenstrecke das Passo Redebus


Um den Manghenpass zu vermeiden (den hatten wir ja gestern schon) und weil unsere Batterien noch lange nicht leer sind, nehmen wir westlich vom Manghenpass die Route über Brusago mit Cola- und Chips-Pause, und dann den Passo del Redebus. Der letzte Punkt des Tages soll Lago di S. Colomba sein – der ist vergleichsweise wenig spektakulär zu fahren, abgesehen von den Steinbrüchen auf der Nordseite. Diese ziehen breite Straßen und natürlich auch breiten Gegenverkehr nach sich. Auf den höheren Lagen ist die Straße schmal, holprig und meist im Wald. Da darf dann auch mal die GS vorfahren. Von hinten ist sie immerhin am wenigsten hässlich.

Und dann war da noch dieser Knackpunkt direkt an Levico Terme dran: Colle Delle Belle.

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Das ist der Passknackpunkt. Man kommt von links. Rechts ist ein Fußweg. Es gibt aber einen dritten Weg zurück, der auf OSM als befahrbar eingetragen ist. Den probieren wird natürlich.

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Das war nix: Gestrandet. Mir müssten hier spitz rechts, aber da sieht man schon ein Verbotsschild. Und das beachten wir natürlich


Beim Wenden stand BDR dann plötzlich zu nah am Abgrund und kam aus eigener Kraft nicht mehr rückwärts. Ich hatte schon gedreht und die Kamera an. Also hier für euch eine Partner-Turnübung:

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Ziehen und zerren


Das gelang dann auch, wenn auch in anderer Technik (jeder je eine Hand an Lenkerende und Heckrahmen). Die Versys parke ich solange an einen Baum gelehnt - natürlich nutzt einem der Seitenständer nix, wenn man sich die Stelle nicht aussuchen kann.

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Gleicher Weg zurück wie hoch

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Zurück an der Straße Blick zurück auf die Schilder - tatsächlich legal befahrbar! (Aber nur bis 20 Tonnen...!)


Zurück am Hotel stellen wir fest, was für ein angenehmer Fahrtag das war. Wir haben enorm viel geschafft und sind praktisch nicht müde. Die Planungsmethode, morgens Strecke machen und dann wüst passknackend durch die Landschaft zu marodieren gefällt uns sehr. Das führt eigentlich zwangsläufig zu einer bunten Streckenmischung aus engen Kurven, flüssigen Kurven und Kehren, zu Aussichtspunkten, Tälern und sporadisch auch mal touristisch relevanten Orten oder zumindest zu einem Cafe auf dem Dorfplatz, wo in 30 Minuten kein einziges anderes Touri-Motorrad vorbei kommt.

Zurück im Hotel machen wir nach der Schlacht ums Buffet ein Gruppenfoto in der Tiefgarage vor dem Versysbanner. Heute schon, da Calimero wie geplant morgen früh abreist.

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Danach geht's weiter mit Hopfen, Trauben und ähnlichem. Pro-host! :cheers:

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Beitragsnummer:#12  BeitragVerfasst: 12. Okt 2016 22:46 
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Do 22.9. Passknackerei südwärts

Weil das gestern so schön war, machen wir heute gleich mal weiter mit der Methode. Richtung Süden und vor allem Südosten war noch einiges unerforscht. Da war ich sogar noch nie zuvor. BDR ist sofort wieder mit dabei, und Calimero wollte zwar mitkommen, sagt mittags aber ab, weil ihm das sonst zu lang wird mit seiner Abreise. Außerdem hat er eine Mittelohrentzündung. Ob es da einen Zusammenhang mit seiner Sportabgasanlage gibt, weiß ich nicht. Er besitzt mittlerweile auch eine 1290 Superduke und hat die Versys dieses Jahr original für das Treffen zum Ersten mal wieder nennenswert gefahren. Wir wünschen gute Fahrt und gute Besserung. Und ich finde es zwar schön, dass er mit der Versys dabei war, immerhin war er es, der mich mit dem Schaltautomat angefixt hat. Andererseits hätte ich die 1290 auch gerne mal probiert. Theoretisch kann man das das ganze Jahr, aber was bringt mir das im platten Land?

Nunja, heute also Pässe knacken. Start südwärts über bereits bekannte Strecken, die deswegen aber nicht weniger Spaß machen. Auch das Wetter spielt schon wieder mit. Es zwar nicht eitel Sonnenschein, aber der Nebel in den Bergen am Morgen macht die Sache mystisch.
Die Pässe Coe, Valbona und Borcola kennen wir schon von vorherigen Tagen. Nehmen wir aber natürlich gerne erneut unter die Räder. Irgendwie muss man ja südlich starten.

Passo Xomo - hier kann man von der noch Passhöhe weiter hochfahren, zu einem Kriegsdenkmal.

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Zwei Dinge fallen daran auf: Die dargestellte Szene sieht arg nach Exekution aus, und der letzte gefallene heißt „Germano Baron“ - und er fiel deutlich nach Kriegsende. Daheim recherchiere ich das mal. Und tatsächlich: Hier haben Partisanen kurz Ende des zweiten Weltkriegs 6 deutsche Soldaten getötet, und die deutschen Truppen haben als Vergeltungsmaßnahme 67 Italiener getötet – weitgehend wahllos. Germano Baron ist tatsächlich ein gewöhnlicher Name, und er war einer der Partisanen und wurde nach Kriegsende bei einem mysteriösen Autounfall getötet. Und für die Vergeltung gab es Vergeltung: Im Massaker von Schio starben zwei Monate nach Kriegsende 54 Inhaftierte Kollaborateure (und –verdächtige) durch die Hände der ehemaligen Partisanen. Und von diesen Tätern wurden wiederum 3 durch die Justiz hingerichtet. Und das Beste daran: 70 Jahre später gurkt man als Deutscher Tourist über die Lande, denkt an nichts Böses und muss sich auch keine Sorgen mehr über so etwas machen. Außer er liest die italienische Wikipedia (mit Google Translate auf Englisch). Ja, ich bin Fan der europäischen Idee. Und jetzt wieder zum heiteren Teil der Reise, dem nächsten Pass. Wobei, diesen Punkt werde ich bei Passknacker vorschlagen, damit andere auch etwas davon haben. Wer selbst hin möchte: 45,7561 N, 11,2819 E.

Der Passo Pian delle Fugazze ist eine schweinegeile Bergrennstrecke mit breiter Fahrbahn, wo ich trotz welligem Belag mehrmals Schräglagenrekorde aufstelle (mein Motorrad zeigt das akustisch an, und durch ein Kribbeln im unteren Fuß). Das neue Fahrwerkssetup funktioniert, und der Sportreifen ganz besonders. Wobei auf der Abfahrt hier erstmals Bewegung im Hinterrad zu spüren ist. Es folgt eine Einkehr mit Schokopause und der erster echten italienischen Schokolade, bestätigt durch den „Löffel-Test“.

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NA ENDLICH!


Dabei kontrolliere ich den Hinterreifen:

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Diagnose Sägezahn - damit wäre geklärt, wie lange ein Sportreifen bei sportlicher Fahrweise neutral bleibt: Von Sonntag früh bis Donnerstagmittag, also 4,5 Fahrtage.


Passo Xon ist dann eher eng und schmal, aber weil‘s gerade so schön ist fahren wir doch noch weiter zum Campogrosso. Das ist zwar leider eine Sackgasse (von Norden her angeblich gesperrt), hat aber eine schöne Aussicht auf dem Weg nach oben. Es sind wenige richtig enge Kehren, viele normale Kehren – ich würde fast sagen, das lohnt sich wenn man in der Gegend ist, trotz des Umweges.

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Am Zovo gibt es noch eine Trinkpause, ab jetzt wirklich ist wirklich Mittelmeerflair. Warm ist es auch. Und jetzt geht es auf eine Taldurchfahrt, mit Zivilisation. Die ist dann aber tatsächlich viel weniger nervig als erwartet. Es sind nur Gewerbegebiete, und Kreisverkehre rocken einfach, vierspurige Strecken innerorts ebenso, und als Motorradfahrer kommt man prima durch.

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Bikernachwuchs


Aus dem Tal heraus fahren wir einen schweinegeilen Rennstreckenpass mit diversen Blitzern/-attrappen, und auch etwas Verkehr. Hier einen Einheimischen schnupfen – das wär’s! Stattdessen schnupfe ich nur andere Ortsfremde und viele Autos. Noch vor der Passhöhe biegen wir links ab und landen so am Passo Principe – mit nicht SO überzeugender Aussicht, aber ausprobieren kann man es, der Umweg ist gering. Für uns geht es zurück zur Hauptstrecke dort weiter zur Trsche-Conca. Das ist die Ortsdurchfahrt hinter obigem schweinegeilen Rennstreckenpass. Kann man sich merken.

Es folgt auf der Speisekarte der Passo de la Pianetta, zu dem mein Navi keinen direkten Weg findet, obwohl ich unbefestigte Wege erlaubt habe. BDR darf also vorfahren, der mit OSM klar das bessere Kartenmaterial drauf hatte.

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Wo will er denn hin?

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Das war SO klar!

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Manchen macht das wohl Spaß


Und so landen wir auf einer kilometerlangen Schotterpiste, die wohl früher mal eine schlechte Straße war. Wobei „früher“ durchaus mehrere 100 oder 1000 Jahre her sein könnte. Zum Glück liegen hier keine Steine größer als die Versys-Bodenfreiheit, und an Steigungen habe ich gerade genug Traktion um vorwärts zu kommen. Viel feuchter hätte es aber nicht sein sollen. Ich muss eine Pause einlegen, um meine Hände zu entspannen, so langsam zu fahren ist für meine Hände anstrengend. BDR fühlt sich sauwohl hier und ich frage mich, ob das wirklich der direkteste Weg zur Passhöhe ist, oder ob da jemand extra viel Schotter fahren wollte. Es sei ihm aber gegönnt. Umso stolzer ist man dann an der Passhöhe, die besonders durch ein offensichtlich handgeschriebenes Passschild auffällt. Das sieht man auch nicht oft.

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Passo de Habichhiermalnotiert


Kaum hinter der Passhöhe führt der Weg entlang des Bergkamm, wir fahren quasi nördlich parallel zur Po-Ebene mit Sicht auf selbige zum nächsten Punkt, der Boccettha Granezza. Das ist eine Kreuzung mit gezählten 40 Schildern, was den Passknacker ziemlich verunsichert, da er für den Nachweis ein Foto mit dem richtigen Schild anfertigen muss.

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Schöne Aussicht hier


Von hier aus befehlen wir den Navis "schnellster Weg nach Hause“. Das bedeutet eine Stunde Staatsstraßen – und das bedeutet 10 Minuten Bebauung, 20 Minuten zügiges Vorwärtskommen, und 30 Minuten allerfeinsten Kurvenspaß bei hohem Tempo! Passo di Vezzena heißt die Strecke und erfüllt auch Supersportlerfahrern Träume. Ist das genial hier! Der Verkehr war dabei wieder mal zwischen Null und nicht der Rede wert: Tote Hose on the road. Ein Träumchen!

Zurück zum Hotel auf direkten Weg fährt man zwangsläufig über den Kaiserjägersteg – für uns dieses Jahr erstmalig abwärts. Das nehmen wir natürlich gerne mit und werden mit freier Strecke und einer Traumaussicht aus den Caldonazzosee belohnt.

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Postkartenmotiv


Und weil wir dann noch Energie übrig hatten, gucken wir uns doch mal diesen anderen Passknackerpunkt direkt bei Levico an, nördlich: Compet. Den Hinweg nehmen wir auf der kurzen Strecke, einfach am Hotel vorbei den Berg hoch. Es folgt eine 1a Bergrennstrecke mit großen Kehren, angenehmer Breite und immer wieder schönen Aussichten.

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Compet aufwärts fahren

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Oben angekommen grinst dieser Herr hier schier seinen Helm kaputt


Zurück schlägt das Navi den gleichen Weg vor. Der ist sicherlich nicht schlecht, aber es gibt ja noch einen zweiten. Aufgrund unseres Bildungsauftrages, man will ja was sehen, Land und Leute kennen lernen, nehmen wir diesen. Der ist enger und schmaler, daher mehr Adventure und weniger Racing. Ich kenne wen, der würde ihn bevorzugen. Bemerkenswert ist noch ein quer zur Straße steil den Hang hinab laufender "Pfad", den ich ohne die "Motorräder verboten" Schild niemals entdeckt hätte. Da würde ich mit dem Mountainbike nicht runter trauen, und zu Fuß weder rauf noch runter, so steil ist der.

So oder so: Erstaunlich, was für geniale Strecken sich da rund um Levico tummeln! Die liegen da rum und sagen nix. Und alle Touris fahren in die Dolomiten, beschweren sich über Verkehr, Schilder, und andere Motorradfahrer. "Dolos" ist übrigens auch ein Begriff aus Jura und Wirtschaftsprüfung und bedeutet "arglistig, böswillig, vorsätzlich, betrügerisch, heimtückisch" - denkt da mal drüber nach. Wir sind in Levico, haben noch eben vollgetankt und ab zurück ins Hotel. Wir sind heute weit weniger platt als gestern, und hatten wieder mal Glück mit dem Wetter: Kein Tropfen Regen, meistens 15°-20°, in Höhenlagen natürlich auch weniger - aber immer nur kurz. Cooler Tag! Erstaunlich, wie viel man im Hinterland schafft, ohne platt zu werden.

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Zuletzt geändert von blahwas am 19. Okt 2016 23:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragsnummer:#13  BeitragVerfasst: 12. Okt 2016 23:04 
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Mal wieder ein schweinegeiler Bericht, Johannes - und langsam Zeit, mal die schweinegeilen Strecken als GPS-Files rauszurücken. So könnte man sie wenigstens das nächste Mal nachfahren .

Gute Grüsse

Georg


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Beitragsnummer:#14  BeitragVerfasst: 12. Okt 2016 23:42 
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Das ist einfach: Alle Passknackerpunkte rund um den Levicosee zu Touren zusammen stellen, bis man alle eingesammelt hat, fertig.


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Beitragsnummer:#15  BeitragVerfasst: 13. Okt 2016 10:56 
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"Dolos" ist übrigens auch ein Begriff aus Jura und Wirtschaftsprüfung und bedeutet "arglistig, böswillig, vorsätzlich, betrügerisch, heimtückisch" -


"Dolos" ist die umgangssprachliche Abkürzung von Dolomiten.
Dolomiten heißen sie wegen des besonderen Gesteins.

Wikipedia:

"Der Name der Dolomiten wie auch des Dolomitgesteins leitet sich von dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu (1750–1801) ab. Bevor dieser das Dolomitgestein beschrieben hat, war die Bezeichnung Monti pallidi (‚bleiche Berge‘) verbreitet. Das eigentliche, von Dolomieu beschriebene Gestein beziehungsweise das darin enthaltene Mineral Dolomit macht jedoch nur einen kleinen Teil der Dolomiten aus. Es ist aufgrund des hohen Magnesiumgehaltes gelblich gefärbt und findet sich u. a. im Bereich der Fanes, der drei Zinnen und des Rosengartens, erkennbar an der Gelbfärbung der senkrechten Wandabbrüche (geneigte Felspartien sind durch Verwitterung grau gefärbt). Die übrigen Gebiete bestehen hauptsächlich aus weißlich-grauen Kalksedimenten mit geringem Dolomit-Anteil, wie man sie auch in den nördlichen Kalkalpen findet. Wegen der ähnlichen Gesteinsstrukturen hat sich der Name im Sprachgebrauch auf die gesamten Dolomiten sowie auf das entsprechende Kalk-Sedimentgestein übertragen, die Unterschiede werden dann mit anderen Bezeichnungen differenziert."


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Beitragsnummer:#16  BeitragVerfasst: 20. Okt 2016 08:18 
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Fr 23.9. Rund um den Idrosee

Eigentlich war der Plan für heute eine Endurowandertour am dafür ausgewiesenen Gelände "Oasis Verde" auf gemieteten Beta Alp mit Guide. Darum hätte man sich aber früher kümmern müssen als am Abend vorher, denn für heute war das nicht mehr möglich: Hotel ausgebucht und damit alles Personal anderweitig gebunden. Dann müssen wir halt leider leider einfach so Motorrad fahren, und das auch schon wieder bei bestem Wetter. Können wir aber trotzdem ins gleiche Zielgebiet machen, da wollte ich eh hin: Rund um den Idrosee. Wer's nicht kennt: Westlich vom Gardasee, kleiner, weniger dicht bebaut und rundum tolle Strecken, auch von/zum Gardasee. Mit der Dosso Alto Höhenstraße gibt es auch ein Highlight für Passknacker.

Das wird heute insgesamt etwas weit, also führt der schnellste Weg dorthin uns morgens tatsächlich über die Autobahn zum Gardasee - für sagenhafte 2,40 Maut. In einem langen vierspurigen Tunnel zum Gardasee werden wir vom Ende aus gelasert, da wir aber anständige 99 bei erlaubten 90 fahren hält man uns nicht auf. Glück ist Pflicht. Aber sowas kann man sich ja auch denken.

Riva de Garda erreichen wir schon um 9:10, dann biegen wir zum Ledrosee ab - die Strecke Passo Ampola ist ein Highlight - und schließlich zum Idrosee - für mich ist das hier Heiliger Boden des Höhentreffens. Auch Michael ist aus diversen Urlauben mit der Region vertraut, war aber noch nicht ausdauernd mit dem Motorrad hier. Immer wenn ich in den Spiegel gucke, suche ich intuitiv nach Handymann auf seiner roten 650er, der Leon und zwei weitere hinter sich herführt - ich war damals Tourguide mit Sonderfunktion "fahr schon mal vor" - Handyman hielt den Rest zusammen.

Aber zurück zur Gegenwart. Hauptziel des Tages ist die Dosso Alto-Höhenstraße. Wir fahren sie von West nach Ost, damit wir die unbefestigten Abschnitte eher bergab haben. Der Einstieg ist also der Passo Maniva. Den erreicht man nach einem unscheinbaren Abzweig hinter zahlreichen aufsteigenden Kehren auf eher schlechtem Belag.

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Die Passhöhe liegt aktuell in den Wolken - wir sind ja auf 1700 Meter hier und es ist noch kaum halb elf.

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Von der Hauptroute biegt man dann links ab und schon ist man alleine auf der Welt. Da wir weiter durch Wolken fahren besprechen wir uns kurz, ob es sich lohnen könnte auf besseres Wetter zu warten. Mangels Wind, und weil es bergab geht, eher nicht. Also fahren wir weiter, auch wenn wir so Aussicht verschenken.

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Kaum reißt die Wolkendecke auf, gibt es dann die Aussicht zur Entschädigung. Hobbyfotograph BDR ist voll in seinem Element.

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Der Straßenbelag ist eher nicht so gut, große Schlaglöcher, Schotter-Abschnitte und Kies auf der Fahrbahn fordern eine besonders vorsichtige Fahrweise. Auch eine Randsicherung ist ebenfalls nur sporadisch vorhanden - jeder Fahrfehler kann zu einem tiefen Fall führen. Auch das Gebüsch am Rand ist garstiger als man denkt - mein linker Lenkerendspiegel bricht stumpf ab, als ich damit durchfahre. Der hat allerdings auch vorher schon heftig vibriert, mag sein, dass er bereits zuvor beschädigt war. Damit wäre dieser Teil der Alpenreise auch wieder abgehakt - Rückspiegel sterben bei mir öfters in den Alpen, normalerweise aber an Leitpfosten, der irgendwer in voller Absicht mitten auf die Idealline in Rechtskurven gesetzt hat.

So schraubt man sich langsam den Bergrücken runter, es wird rundum grüner und hier und da sieht man sogar mal ein Haus. Nahe der Zivilisation am Idrosee kommt dann zunehmend mehr Gegenverkehr bei weiterhin nicht besonders breiter Straße - u.A. ein vierachsiger Kipper. Direkt hinter einer schmalen Rechtskurve. Da macht sich die Sicherheitslinie dann mal wieder bezahlt. Gehupt hat er NACHDEM er uns gesehen hat trotzdem - warum weiß ich nicht.

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Gerastet wird auf der Sonnenterasse mit Blick auf den Idrosee - ebenfalls ein fester Bestandteil des Höhentreffens. Ich lerne, dass das Lokal erst um 12 Uhr öffnet - wir müssen 10 Minuten warten. Diese Zeit nutze ich, den rechten Rückspiegel nach links zu schrauben. Zu essen gibt es Salat, und mangels Cola Zero gibt es Cola Light. Die wird in Italien noch offensichtlicher für Frauen vermarktet, siehe Foto :)

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Im Folgenden fahren wir die Pässe südlich des Idrosee und Richtung Gardasee ab. Die sind eher schmal ausgebaut und wenig genutzt, machen aber auch Spaß. Bis auf eine entgegenkommende weniger kompetente Motorradgruppe. Aber auch hier: Sicherheitslinie, und der Tag ist dein Freund.

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Vor San Liberale bremst uns dann aber eine Baustelle aus. Wir fahren am Sperrschild an der Kreuzung vorbei und sehen einen LKW auf der einspurigen Strecke stehen: Links Mauer, rechts Leitplanke.

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Links geht ein Feldweg den Berg rauf? Umdrehen, und rauf da!

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Mit meinen Sportreifen muss ich den Richtigen Ausgleich finden zwischen "genug Anlauf um mit wenig Traktion hochzukommen" und "langsam genug aufs Gras fahren, dass das Vorderrad nicht sofort seitlich einklappt" Und das kriege ich sogar hin! Leider ist eine Kehre später klar, dass wir hier nicht weiter kommen. Wir stehen eher so in jemandes Vorgaraten bzw. auf einer Terrasse. Oops!

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Also wieder zurück, gleiche Problematik, wieder gemeistert. Ich fahre dann mal bis zum LKW vor, gehe daran vorbei und frage mich vorne durch. Una moto? No problema! Due moto? No problema! Piano! Alles klar! Ich schicke Michael vor, sein Motorrad wirkt breiter. Michael wirkt ein wenig abwesend, der hat wohl gerade wieder sein Mopped umfallen lassen und wieder aufgehoben. Heute mal nach rechts - damit ist der Dreck jetzt symmetrisch verteilt. Vorbildlich! Ich gebe ihm noch den Tipp, nächstes Mal Sportreifen auf die GS aufzuziehen.

Wir passen beide am LKW vorbei, und in der Baustelle dahinter stellt man die Arbeiten für uns gerne eine Minute ein. Da haben wir eine mächtig weite Umfahrung verpasst - gut, dass wir keine Koffer dran haben. Die hätte man einzeln durch die Engstelle tragen müssen. Die drei Bauarbeiter sind im Schnitt ungefähr 15 und wieder einmal (siehe auch: Hotelpersonal) frage ich mich, ob man in dem Alter nicht besser etwas anders tun sollte, zwecks Weichenstellung fürs spätere Leben. Aber Glück ... siehe oben.

Wenig später bremst uns ein Viehabtrieb der etwas anderen Art aus. Pferde sieht man hierzulande ja eher selten durchs Gelände springen.

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Unsere Route führt uns weiter nach Cavalinno, und dort betrachten wir verwundert ein "Motorrad Einfahrt verboten"-Schild. Was ist denn da los? Gibt es überhaupt einen anderen Weg? Nein, gibt es nicht wirklich. Wir befragen die Wirtin des Gasthauses: Moto kein Problem, nur Camion Problem (LKW). Schilder sind geduldig, wir fahren also durch, aber LEISE, sprich: ohne Motor. Es geht ja fast durchgehend bergab. Als Zeichen des guten Willens. Tatsächlich fahren wir direkt durch ein Klostergebäude hindurch, ok, da ist wohl einmal zu oft einer bergauf da mit offenen Töpfen durchgebraten. Richtig bewohnt sieht es aber auch nicht aus.

Danach landen wir wieder auf der "normalen" Südroute vom Idrosee zum Gardasee, nämlich über Valvestino. Und die Kurven hier sind immer noch 1a. Wir biegen aber noch mal links ab und besuchen Cima Rest, den letzten Passknackerpunkt heute - und damit des ganzen Urlaubs. Das rechtfertigt eine Pause weiter oben am Berg, leider ohne Aussicht auf einen See. Der letzte Punkt ist eine Zäsur - was machen wir denn jetzt? In einem Stück und ohne Ärger zurück ins Hotel kommen, logisch. Die Supermotowedelstrecke lockt wieder, aber ein V-Strom 1000 (neu)-Fahrer zieht knapp vor mir raus und fährt die Route vor mir. Fast mein Tempo, aber auf einer schlechteren Linie. Spiegelgucken? Fehlanzeige. Damit wäre dieser obligatorische Punkt der Alpenreise auch erledigt: Jemand versaut einem eine Kurvenstrecke, weil er sich nicht überholen lassen möchte, obwohl er langsamer ist. Wobei dieser hier sich zu Recht ziemlich schnell vorkam. Klarer Fall von Fotostopp, auch wenn das hier eine Brücke zu früh ist.

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Die Strecke ist im weiteren Verlauf dann wieder mal nicht weniger traumhaft zu fahren, mal wedelt eigentlich permanent im dritten oder zweiten (wenn man es echt ernst meint) Gang. Und wenn man denkt, ach, Ortsschild, jetzt ist's aus, ne! Dann kommen die weitläufigen Serpentinen runter zum Gardasee, garniert mit schönen Wechselkurven dazwischen und idealer Sicht. Lecker!

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Am Gardasee ist es dann wieder hübsch kitschig bei erstaunlich wenig Betrieb. Ausnahmsweise mal kein Stop and Go am Westufer, man erreicht mehrmals das Tempolimit *hust* und kommt voran *hust*.

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In Limone gibt es einen Supermarkt-Stopp und eine Pause am Parkplatz direkt am See. Ein Blick auf Google zeigt, dass die Überlandstrecke schneller als Autobahn sein soll, und ich setze mich dafür ein, dem zu folgen. Der Lohn sind dann fast 1h Bundesstraßengehetze mit hunderten Überholmanövern, die teilweise etwas halbseiden waren. Immerhin werden wir vor noch einer Polizeikontrolle gewarnt und sind natürlich plötzlich wieder kreuzbrav. Glück ist Pflicht! ABER eigentlich hätte man dann auch wieder die Autobahn nehmen können, denn irgendwann trifft einen dabei doch mal der Blitz.

Zurück am Hotel tanke ich noch für 10 Euro, damit ich morgen ohne Tanken nach Hause komme, dann wasche ich mein Motorrad (!), weil es gerade so einfach war: Das Hotel hat eine Waschecke mit Schlauch, Reiniger und Abfluss, und dann beginnt auch schon das fröhliche Verladen. Is' Party echt schon vorbei?? Noch nicht ganz, noch ein Abend im Hotel. Wir haben uns inzwischen Sitzplätze jenseits des Buffets gesucht und können uns jetzt auch beim Essen nicht mehr nur mit dem jeweiligen Nebenmann unterhalten. Und so klingt das Höhentreffen angemessen aus.

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Beitragsnummer:#17  BeitragVerfasst: 21. Okt 2016 08:42 
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Hallo Johannes,
ich bin begeistert, welche Art von Strecken du inzwischen fährst. Maniva, Valvestino, Croce domini sind meine Lieblingsstrecken. Aber auch südwestlich vom Idrosee gibt es noch wildeste Strecken und Landschaften zu entdecken.
Herzliche Grüße, Karl


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Beitragsnummer:#18  BeitragVerfasst: 25. Okt 2016 21:54 
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Und dann war da noch die Abreise. Immer lästig, immer doof, aber das Motto ist "bloß kein Stress". Nix mit Aufstehen um 4, wir pflegen schön den gewohnten Tagerhythmus und müssen ja auch nach dem Frühstück nur noch in den Transporter steigen, und unser Gepäck irgendwo unterbringen. Wir sind übrigens nur noch zu dritt - Moni hat länger Urlaub und fährt auf eigenen Rädern mit Übernachtungen über schön heim. Durchaus beneidenswert. Die Transporter-Option hatte sie sich offengelassen, falls das Wetter schlecht wäre - und das ist es beileibe nicht. Wir wundern uns beim Einladen, wie wir bei der Anreise eigentlich alles zu viert ins Auto bekommen haben. So gibt's Fransjup, Lucky und mich Abfahrt gegen 9 und dann geht es angenehm ereignislos in die Heimat.

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Irgendwo am Brenner


Zurück den gleichen Weg wie hin, wieder Zwischenstopp bei Odelzhausen (Aral und Edeka direkt an Autobahn). Lucky fährt wegen einer neuer Baustelle noch an seiner eigenen Ausfahrt vorbei, sich danach aber doch selbst wieder nach Hause, und dann sind Fransjup und ich gegen 21 Uhr in Leverkusen mit dem Abladen fertig. Dann muss ich noch den Transporter volltanken, was gar nicht so einfach ist, denn halb Leverkusen ist inzwischen wegen Baustelle gesperrt oder Einbahnstraße, und im Dunkeln mit einem wenig vertrauten Großfahrzeug ist das gar nicht SO angenehm. Fransjup bewacht freundlicherweise so lange meine Versys.

Nachdem ich alles Gepäck aufgeschnallt habe (Topcase, Packrolle, Tankrucksack) kippe ich beim Anfahren fast um - wieder völlig ungewohnt, mit dem ganzen Zeug zu fahren, und dann auch noch Start auf einem groben Schotterplatz (immer noch im Dunkeln). Einmal in Fahrt machen die letzten 20 Kilometer mit der Versys nach Hause direkt wieder Spaß, trotz gelbem Visier (nachts eher Tunnel-Beleuchtungs-Optik) und deutscher Autofahrer. Man vermisst Italien wirklich schnell. Den Sonntag kann ich dann noch zur Resozialisierung nutzen und ab Montag geht es dann wieder frisch ans Werk. Nur die Erinnerungen, und der Reisebericht hält mich noch mit einem Bein in Italien... und die Farben an der Versys.

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Beitragsnummer:#19  BeitragVerfasst: 25. Okt 2016 22:08 
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Fazit

Was nimmt man von so einer Riese mit?

Ort: Italien ist immer gut. Abseits der ganz großen, berühmten Dolomitenpässe hat man eher mehr Fahrspaß, allerdings etwas weniger imposante Aussichten. Unser Standort ermöglichte beides, und den Standort Levico würde ich jederzeit weiterempfehlen. Dolomiten, Gardasee, Idrosee sind bequem erreichbar und was direkt vor der Haustür liegt (Kaiserjägersteig & Co) braucht sich auch nicht zu verstecken. Auch beim regionalen Klima hat man die Auswahl und kann flexibel reagieren. So wurden wir nie wirklich nass. Unser Hotel (Cristallo) war gut auf Motorradfahrer eingestellt mit Tiefgarage, Hebebühne, Druckluft, Werkzeug und Waschstation, hat mich kulinarisch aber nicht vollständig überzeugt und sie waren etwas unflexibel (kein Abendessen aufheben können bei verspäteter Anreise). Dafür war es vielleicht einfach etwas zu groß. Den Preis von 70 Euro pro Nacht für ein DZ als Einzelzimmer mit Halbpension fand ich angesichts des geleisteten in Ordnung, auch wenn ich natürlich auch schon für 30 Euro übernachtet habe. Die An- und Abreise mit dem Transporter war mit 300 Euro pro Nase (beide Strecken) etwas teurer als erwartet (250 Euro), aber immer noch absolut lohnenswert. Nur das mit dem Rauchen im Auto ging dieses Mal irgendwie schief - letztes Jahr habe ich nichts gemerkt, dieses Jahr hatte ich danach 2 Wochen keinen Geruchssinn mehr. Das kann aber auch an der Fahrweise gelegen haben.

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Pässe rund um Levico laut Passknacker.com: Grün gefahren, Rot ungefahren (jeweils von mir in 2016)


Zur Technik: Versys gehört hier hin. Klar, Supermoto wäre vielleicht noch handlicher, man müsste aber 2-3x am Tag tanken, seine Tourenplanung entsprechend anpassen, immer kleine Scheine dabei haben und über "morgens mal kurz per Autobahn woanders hinbeamen" ist dann auch keine attraktive Option mehr. Angesichts der bei mir inzwischen üblichen Transporter-/Anhänger-Anreise denke ich allerdings trotzdem drüber nach. Meine Versys hatte erstmalig Sportreifen montiert und gleichzeitig kein Gepäck drauf, und das hat richtig gut funktioniert. Ich glaube, das mache ich jetzt öfters. Kurven braten macht damit eben noch mehr Spaß als mit ebenfalls richtig guten Sporttourenreifen, und im Regen und auf losem Grund war man damit wider Erwarten nicht völlig hilflos. Die Haltbarkeit ist damit zwar geringer, aber das haut von den Kosten her nicht so durch. Der Schaltautomat hat wie gewünscht meine Handgelenke entlastet und bringt so eine dramatische Verbesserung meines Reiseerlebnisses. Auf Wiedersehen, Iboprofen, Voltaren und "Lass ihn ziehen" :) Auch die gesparte Aufmerksamkeit für über 50% der Schaltvorgänge (ich schalte meistens zwei Gänge auf einmal runter) kann man gut anderweitig gebrauchen - und Motorradfahren in den Alpen ist auch eine Frage der Aufmerksamkeit und Ausdauer. Kurz noch zur Klamotte, ich hatte erstmals einen Urlaub lang die Goretex-Jacke ohne entnehmbare Membran an, und das hat gut funktioniert. Da es nie wirklich >25°C war, habe ich nur am Gardasee auf der Cafe-Suche geschwitzt. Ansonsten hat das Ding einen angenehm breiten angenehmen Temperaturbereich, dafür sieht es etwas bieder aus. Winterhandschuhe sollte man dabei haben, wenn man in die Dolomiten fährt.

An dieser Stelle sei erwähnt: Man hat als Motorradfahren nur einen Gegner, und das ist nicht das Wetter, Bitumen, der Tourguide, das Navi, der einheimische Franz-Josef in Lederkombi auf 1290 SuperDuke R, Warnwesten-Willi auf Virago 535 mit seinen 20 holländischen Cruiser-Kumpels, unaufmerksame Autofahrer oder die Polizei, sondern nur man selbst. Man hat es in der Hand, mit all dem umzugehen, sich darauf einzustellen, je nach Streckenprofil damit zu rechnen und angemessen zu reagieren, wenn es dann soweit ist. Und vor allem muss es drauf haben, festzustellen, ob man's gerade wirklich drauf hat oder nicht, und dann eben... siehe oben. Pause machen, anders fahren, woanders fahren, abkürzen, Ruhetag einlegen. Vielleicht auch schon am Abend vorher Wein ODER Bier trinken, und vielleicht die dritte Bestellung weglassen. Oder auch die erste. Oder irgendwann mal grundsätzlich mit regelmäßigem Sport anfangen, und sei es noch so minimal (bei mir 2x 30 Minuten pro Woche). Oder über den Tag viel Wasser trinken (und die Mitfahrer mit den dafür nötigen Recycling-Pausen in den Wahnsinn treiben). Aber das bleibt alles jedem selbst überlassen, ist schließlich Höhentreffen und nicht Fahrsicherheitstraining.

Was hätte man besser machen können? Als Service an den Tourenmitfahrern nach der Pause mit Bummeltempo beginnen, und dann langsam steigern. Kann halt nicht jeder so schnell umschalten. Zwei, drei Pässe hätte ich im Nachhinein gerne noch mitgenommen, z.B. ist die Tremalzo vom Passo Ampola her eben doch legal zu befahren, Rocolo Rossato lag doch nicht so weit vom Schuss und Passo San Udalrico / Monte Bondone zwischen Trient und Garda sowie Monte Tomba auf der Hochebene fielen irgendwie durch. An die Enduropark-Geschichte hatte ich vor lauter Fahrspaß unter der Woche gar nicht mehr gedacht und zum Ende der Woche hin war es dann nicht mehr möglich - dafür hatten wir aber ganz hervorragenden Fahrspaß am Idrosee.

Ansonsten gilt: Das Konzept Höhentreffen rockt einfach! Hotel, Zeitraum und Tourenvorschläge werden organisiert, den Rest macht man sich selbst nach eigenem Gusto. Man darf auch Freunde mitbringen, die werden - einschließlich des unter Motorradfahrern üblichen Gefrotzels - einfach assimiliert. Aber das ist auch typisch Versysforum :) Danke fürs Organisieren, danke fürs Mitkommen, danke fürs Mitfahren. Besonderen Dank an BDR529 der sich als "Fremder" dazu getraut und auch noch einen Reisebericht drüber geschrieben hat, einschließlich ehrlicher Selbstreflexion und -kritik.

Insgesamt absolut beeindruckend, was man für einen Erholungswert mit gerade mal 5 Urlaubstagen zusammenkriegt! Gerne wieder! :)

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-Ende-

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Beitragsnummer:#20  BeitragVerfasst: 25. Okt 2016 22:26 
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Farbe des Motorrads: alle, z.Zt. blau
zurückgelegte Kilometer: 99500
Und wie immer gibt's die Antworten am Ende :)

@Umsteiger
Zitat:
Wie immer scheint sich das Warten auf Deinen Bericht wieder zu lohnen, Johannes. Lebendig und bildhaft, fast als ob man selbst dabei gewesen wäre :D .
Spannend finde ich Deine Routenplanung mit Passknackerpunkten:
"Routenplanung leicht gemacht dank Passknacker-POI auf dem Navi: Einfach Punkte in der Region in möglichst sinnvoller Reihenfolge in eine neue Route werfen, bei Überlänge Punkte die zu Sackgassen oder Umwegen führen kürzen, und fertig ist die Ausfahrt."
Da wünsche ich mir über den Winter mal einen kleinen Workshop im Forum von Dir, zum Nachmachen.

Danke für die Blumen! Du bist ja auch schon mit mir gefahren, z.B. letztes Jahr und hast da sicher noch ein besseres Bild ;) Tourenplanung mit Passknacker-POI ist im Prinzip ganz einfach, das hängt halt schwer von deinem Navi / Planungstool ab, wie es umgesetzt ist.

@Alexis-AK70
Danke für die Blumen! Gerne nächstes Jahr wieder :)

@Silver Surfer
Du bist herzlich willkommen beim Höhentreffen 2017!

@blackawa
Ich glaube, du hast den Witz nicht verstanden, mir ist schon klar, was Motorradfahrer unter "Dolos" verstehen :)

@surfopi
Ich lerne von den besten ;) und von Passknacker :)

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Zuletzt geändert von blahwas am 25. Dez 2016 09:21, insgesamt 1-mal geändert.

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