Herbstnachschlag für den Passknacker

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Herbstnachschlag für den Passknacker

#1 Beitrag von blahwas » 30. Dez 2019 14:30

Es ist Oktober, meine Motorrad-Urlaube sind alle rum, alle Passknacker-Nachweisfotos sind eingereicht, Deutschland ist geknackt, Slowenien ist geknackt, die 1000 Pässe habe ich auch schon lange. Etwas betrübt sehe ich täglich nach, wie ich in der Passknacker-Rangliste von Platz 2 immer weiter abrutsche. In den Top 10 tummeln sich die Schweizer, die dieses Jahr auch nicht untätig waren, und z.B. ganz Italien (inkl. Sardinien und Sizilien – wow) geknackt haben. Zum Ausklang der Saison räumen sie nun noch bis in den Winter hinein bei sich zuhause auf. Das Passknacker-Spiel wird organisiert von einem eigens gegründeten Verein aus der Schweiz, entsprechend viele Passknacker-Punkte gibt es dort zu sammeln. Das finde ich hochgradig ungerecht, aber so ist das eben, und ich kann mitmachen oder eben nicht. Da das Wetter ist noch okay ist, ein paar Urlaubstage übrig sind und auch noch Feiertage locken, schmiede ich einen Plan: Ich fahre ab jetzt so, dass ich die maximale Ausbeute aus Passknacker-Nachweisfotos erziele, und reiche die erst ganz am Ende des Jahres ein. So können die anderen Teilnehmer nicht mehr drauf reagieren. Das ist etwas unsportlich, aber erlaubt, und andere haben das auch schon praktiziert.

Da Deutschland schon erledigt und mir kaum noch Urlaubstage bleiben, kann ich eigentlich nur noch die Vogesen, Schweiz, Österreich und eine kleine Ecke Tschechien abfahren.

Teil 1: Vogesen/Schweiz/München
Anlass dieser Reise ist eine Einladung zum Trial Schnupperkurs des TuS FFB, also nahe München am Sonntag. Freitag ist Feiertag. Ich habe noch drei Passknacker offen für mein Ziel „Alle 703 Passknackerpunkte Deutschlands in 2019“. Logo, da fährt man über Frankreich und die Schweiz! Das Wetter ist für Donnerstag gut angesagt, danach wäre Regen möglich. Hauptsache kein Frost!


Do 3.10. Nürnberg – Mittelwihr

Es gibt 3 Passknackerpunkte in Franken, und die hole ich mir vormittags. Aber das ist eine andere Geschichte. Ab dem Hesselberg beginnt das Nachspiel, der verdeckte Teil der Operation. Ich klappe das Sonnenvisier runter und mache mich auf den Weg nach Frankreich, in die Vogesen. Zwei Nächte in Mittelwihr sind gebucht und viele Passknacker sind geplant.
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Dazu geht’s auf die Autobahn A6 westwärts, und jenseits von Karlsruhe nach Süden – die deutsche A5 ersetze ich auf Anraten von Google Maps wegen Stau durch die französische A35. Die läuft parallel jenseits des Rheins, kostet keine Maut und dort ist selten was los. Voila! Auf Höhe von Straßburg biege ich rechts ab, N4 zu Huhnerferme und Geissweg. Das sind die ersten zwei französischen Passknackerpunkte heute – nette Strecken auf dem Land in Hügellandschaft.
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Nun geht es südwärts. Und dann nach der Maxime „möglichst viele Punkte pro Kilometer“ in einer Schleife nach Westen und schließlich nach Südösten zur Ferienwohnung in Mittelwihr (nahe Colmar). Gleich am Col du Kienberg nutze ich den Fotostopp für eine biologische Pause zum Zweck des Stoffwechsels, als eine BMW R1200RT LC anrollt und hier hält – da hält doch sonst keiner, außer Passknacker? Alles klar, ein Kollege! Er hat das Passknacker-Kontrollschild 3fach ausgedruckt, auf die Kofferdeckel geklebt und auch unters Nummernschild, damit er schneller die Fotos machen kann. Mit einem Blick auf mein Nummernschild weiß er auch sofort wer ich bin – Hilfe, ich bin berühmt! ;) Das ist das dritte Treffen dieser Art dieses Jahr, und es ist jedes Mal sehr cool. Ich ziehe sogar den Helm ab, das mache ich sonst tagsüber eher nicht. Grüße an Stefan aus Granges, den ich in meinen perfiden Plan einweihe, heimlich Pässe zu mampfen und zum Ende des Jahres geballt hochzuladen.

Die nächsten Punkte sind jetzt im Schnitt nur noch 10 km voneinander entfernt, das erfreut den Jäger und Sammler in mir, besonders nach dem langen Abschnitt Autobahn heute. Die Punkte wandern in den Köcher und schließlich lande ich wieder im Tal Richtung Süden, auf dem Weg zu meiner Unterkunft. Hier schlängelt sich die D1bis zwischen Hopfen und Wein durch die Dörfer – ein wenig wie an der Mosel, nur wärmer. Auf der anderen Rheinseite liegt der Kaiserstuhl, der ist landschaftlich ja recht ähnlich, nur etwas steiler. Insgesamt sind die Vogesen wieder mal super schön zu fahren. Kurven ohne Ende und kein Stress. Da sollte man aus Westdeutschland echt öfters hin fahren.
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In Mittelwihr fällt mir ein Restaurant an der Hauptstraße auf, bevor ich zur Unterkunft abbiege. Das Einchecken in die Ferienwohnung verläuft etwas chaotisch. An der angegebenen Anschrift ist ein großes Grundstück mit Bauernhof drauf und einem verlassen aussenden Nebengebäude. Auf der Rückseite des Bauernhofs wurden oben drauf Ferienwohnungen gebaut, und die Rezeption hat geöffnet. Jedoch bin ich hier falsch, es gibt keine Buchung von mir. Schließlich fällt der netten Dame am Empfang ein, dass ihr Schwager, der gerade nicht da ist, ja auch vermietet – im gehört das verlassen aussehende Haus. Ich habe aber auch ein Glück! Sie erreicht ihn telefonisch und er sagt, Schlüssel steckt, alles ist offen. Gut, ich gehe da rein und es ist in Ordnung für zwei Nächte: Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad, alles was man braucht, und klassische Fensterläden. Es ist etwas kalt, anscheinend ist die Heizung noch aus. Es gibt freie Aussicht auf den Weinanbau. Nachdem ich die Lage auf dem Smartphone geprüft habe, gehe ich zum Restaurant von vorhin, denn es ist das einzige am Platz. Ich bin underdressed, werde aber freundlich bedient, es ist richtig lecker und nicht mal teuer.
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Dieser Tag war ein schöner Start in die Tour! Heute waren es 16 französische Passknacker und insgesamt 600 km. Ich bin trocken durchgekommen und hatte auch mal Sonnenschein.

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#2 Beitrag von blahwas » 30. Dez 2019 14:30

Fr 4.10. Vogesen Rundtour

Ich komme gut aus dem Bett und stürze mich zunächst per Schnellstraße südwärts. Heute gibt’s eine gepäckfreie Rundtour.
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Beim Bäcker gibt’s Frühstück „to go“ für mich und einen vollen Tank für die Versys. Die Vogesen sind ja ehemals deutsches Gebiet, und manche Elemente der Kultur haben überlebt, z.B. die Ortsnamen und auch einiges Kulinarisches, z.B. überall Bier, und Kassler mit Sauerkraut. Beim Bäcker gibt es „Brezen“, die heißen auch so, als deutsches Lehnwort in einer ansonsten französischsprachigen Welt (deutsche Sprachkenntnisse kommen zwar durchaus vor, es ist aber keine weitere Amtssprache wie in Südtirol oder Ostbelgien). Und steht heute hier bei meinem Bäcker ein denkwürdiges Schild auf der Theke (auf Französisch): Wenn Sie nicht wissen, ob es „ein Brezen“ oder „eine Brezen“ heißt, sagen Sie einfach „zwei Brezen“ :) So macht man das Beste draus. Und sie schmeckt wie daheim. Laugenbrezen und süße Schokoladenbrötchen, und der Tag ist mein Freund. Achja, und ein Motorrad, und ein paar Kurvenstrecken, am besten in Frankreich. Da bin ich doch recht weit vorne heute. Noch den Tank voll, und dann ist das Einkaufen für heute schon abgehakt. Jetzt geht es westwärts in die Berge rein, und leider wird das Wetter mit jedem Höhenmeter schlechter.
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An manchen Stellen stürmt es so stark, dass es mir beim Fotografieren schier das Handy aus den Händen weht. Ansonsten freue ich mich über Regenkombi, Windschild, Griffschalen und Heizgriffe. In den nicht wirklich wasserdichten Stiefeln trage ich Müllsäcke über den Socken – so bleiben die Füße warm, auch wenn das Leder sich vollsaugt.

Am Col de la Vierge geht es leider nicht weiter nach Süden, dabei würden hier eigentlich noch zwei Pässe auf meiner Route liegen: Col du Bockloch und Le Grand Ventron (mit Schottersüdseite). Ich muss leider umdrehen und außenrum fahren. Baustellen sind so eine Sache beim Pässeknacken: Wenn man am Nachweismotiv das Foto macht, kriegt man den Punkt gegeben. Wenn man wegen Schnee oder Wochenendfahrverbot nicht hinkommt, kriegt man den Punkt nicht. Wenn man wegen Baustelle nicht hinkommt, hängt es vom individuellen Admin ab, ob er den Punkt gibt – je ungeplanter die Baustelle war, desto eher kriegt man den Punkt. Ich mach das Foto von der Sperrung und hoffe einfach auf das Beste.
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Bei meiner Mittagspause zwecks Visiertrocknung am Col de Rochelotte vergessen ich leider, ein ordentliches Nachweisfoto zu machen und muss hoffen, dass „Motorrad auf Kreuzung, aber ohne Nummernschild und Kontrollschild“ ausnahmsweise akzeptiert wird. Letztes Jahr war ich bei Sonnenschein hier, da ist Pfusch unwahrscheinlich.
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Auf einer legalen Waldstraße, die sehr nass war, kam ich an Holzarbeiten vorbei. Da durfte man vorbeifahren. Das richtige Nachweisschild wäre auf der anderen Seite der LKW gewesen, aber durch den Morast wollte ich nicht fahren, und unter dem Kran durch erst recht nicht. So ein Foto ist kein Problem.
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Der Rest der Tagestour lässt sich dann aber ohne Probleme abfahren. Wegen des schlechten Wetters habe ich trotz Samstag und langem Wochenende in Deutschland die Straßen nahezu für mich alleine.
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Le Hohneck ist mit 1363 m der höchste anfahrbare Punkt mit und liegt komplett in Wolken und Sturm. Geöffnet war das Lokal trotzdem.
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Ich wollte aber lieber schnell wieder raus aus diesem kalten Dampfstrahler. So geht es die Hauptstrecke Route des Cretes weiter. Das ist die durchaus sehenswerte Nord-Süd-Strecke entlang des Hauptkamms. Hier kann bei gutem Wetter auch mal viel Betrieb sein. Die Nebenstrecken bieten mehr dagegen Ruhe, und jede Menge Kurven und Kehren, ohne dabei in die Extreme mancher Alpenpässe zu verfallen. Ein dichtes Netz aus Straßen überzieht die Vogesen, aber der Transitverkehr verläuft auf ganz wenigen Hauptstrecken, die man als Motorradfahrer kaum mal irgendwo 2 Kilometer nutzt. Ortsdurchfahrten kommen vor, sind aber kurz und flüssig – keine Ampeln!

Am nördlichen Umkehrpunkt meiner Route wird das Wetter zum Glück besser. Ab 15 Uhr hört der Regen auf und es wird heller.
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Das ist ein versöhnliches Ende, aber trocken werden die Straßen für mich heute nicht mehr.

Kleine Maulwurfteststrecke am Rande :)
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Zurück in der Ferienwohnung ist also eine große Runde Trocknen angesagt. Leider ist die Zentralheizung noch immer aus, aber freundlicherweise gibt es neben einem Fön auch einen Ölradiator, und so bin ich guter Dinge, dass ich morgen früh trocken starte, obwohl die Handschuhe und die Stiefel, allem Goretex zum Trotz, ordentlich Wasser aufgenommen haben. Mir war dank Regenkombi und Griffheizung nie sonderlich kalt.

Heute waren es 41-44 Passknacker (2 wegen Baustelle nicht erreicht und bei einem nur ohne Kontrollschild Foto gemacht), also 57-60 auf dieser Tour, und 350 km.

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#3 Beitrag von blahwas » 30. Dez 2019 14:31

Sa 5.10. Mittelwihr - Schweiz – München

Heute fahre ich via Schweiz nach München. Leider muss ich bis 17 Uhr in München sein, daher habe ich heute nicht so viel Zeit für meinen ersten Passknackertag in der Schweiz, wie ich gerne hätte. Die Route führt also ohne Schnörkel und mit wenig Abstechern von West nach Ost durchs hügelige Hinterland, ohne den Alpenhauptkamm auch nur in Sichtweite zu haben.
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Insbesondere muss ich früh raus. Gut, dass die Unterkunft so ziemlich im Rheintal liegt, denn heute geht die Sonne für mich auf der Autobahn auf. Das hatte ich auch noch nie und das hat durchaus etwas Romantisches. Der erste Passknacker heißt Eichenberg und liegt südlich am Rande des Baseler Speckgürtels. Da ist es etwas blöd, keine Plakette für die Autobahn zu haben, denn ich muss quer durch die Stadt. Freundlicherweise ist Samstag früh um 8 Uhr nichts los.

Da kann man eigentlich ganz vernünftig Motorrad fahren! Es gibt Hügel und Kurven. Es gibt auch Ortsdurchfahrten, aber auch nicht mehr als ich aus NRW gewohnt bin.
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Erstes Nachweismotiv ist ein Wegkreuz.
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So knackt man sich gemütlich durch die Landschaft, weitgehend unbehelligt von Städten, Hauptstraße, unverständlichen Verkehrsschildern oder unerwünschter Aufmerksamkeit.
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Einzig etwas mehr Privatsphäre bei der Stoffelwechselpause wäre nett gewesen, aber auch das ist hier irgendwie nett.
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Mein erster Tag Pässe knacken in der Schweiz läuft richtig gut. Zwei Punkte werfe ich zum Zeitsparen raus. Die Ankunftszeit am Navi ist ein echt praktisches Feature, wenn man nach einer Tour noch eine Verabredung hat. Am Bodensee quäle ich mich durch Bregenz, Österreich, Ortsumfahrung damals noch autobahnmautpflichtig, und verliere Zeit, die ich auf der deutschen Autobahn aufholen will. Das klappt sogar, auch wenn ich dann mit dem letzten Tropfen Sprit beim Robert ankomme. Heute waren es 38 Passknacker und 560 km.

Abends gehen wir noch nett essen bei einem Südamerikanischen Grillrestaurant, und ich lerne noch ein weiteres Versysforum-Mitglied persönlich kennen. Danach geht’s im Gästezimmer zur Ruhe, und das tut auch mal gut.


So 6.10. München-Nürnberg

Wir starten ohne Hektik in den Tag und beginnen dann den Trial Schnupperkurs. Robert ist im Vorstand des örtliches Trialverein, der ein in Deutschland weitgehend einmalig geniales Gelände zur Verfügung hat: Nah an der Zivilisation, zwischen Hauptstraße und Friedhof, geräumig, abschließbar, gepflegt. Wow!
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Zunächst ist Haltung gefragt, dann Fahrzeugbeherrschung, also sehr langsames fahren und enge Wenden. Der Lenker bei einer Trial lässt sich etwa 80° von der Mitte eindrehen, und die „Sitzbank“ ist etwa 20 cm oberhalb der Fußrasten. Da ist also viel Akrobatik möglich. Mit fällt das Anhalten und Anfahren schwer. Ich bin eh nicht Mr. Handkraft-Ausdauer, der Schalthebel ist gefühlt auf Höhe des Lenkkopfs, also stelle ich sie zwischendurch auch mal ab, um dem Instruktor zu lauschen. Das Ankicken und Schalten fällt mir unerwartet schwer. Spoiler: 2 Wochen später fand ich auch raus warum: Ich schleppe schon seit Wochen einen Leistenbruch mit mir rum. Logisch, dass man da keine Kraft zum Beine heben hat. Immerhin musste ich das Motorrad nicht aufheben und bin auch nicht selbst im Dreck gelandet.

Trial fahren macht irre Laune, besonders als wir von der Übungsfläche ins sehr dreidimensionale Übungsgelände wechseln. Was da einfach so zu fahren geht ist beeindruckend. Die Trialreifen grippen ohne Ende, und lassen sogar den Boden intakt, wenn man nicht irre am Gas zerrt. Das sollte man aber als Anfänger eh nicht tun, denn die Maschinen sind durchaus dafür gebaut, sich aufbäumend selbst durch die Gegend zu schießen – mit oder ohne den mehr oder weniger kompetenten Steuermann drauf/dahinter. Mein Guide hat eine ausgeprägte Vorliebe für richtig enge Wenden, auch am Hang. Das könnte daran liegen, dass die Geraden im freien Gelände normalerweise eher kurz ausfallen bzw. nicht vorhanden sind.

Abschließend darf ich noch auf eine elektrische Trial drauf. Das fand ich große Klasse! Kein Ankicken, kein Schalten, kein Gangsuchen, keine Kupplung ziehen zum Anhalten. (Für Fortgeschrittene gibt’s auch Modelle mit Getriebe, Kupplung und Standgas, wenn man die Kreiselkräfte möchte oder um sich über hohe Stufen zu zaubern). Die Füße im Stand auf den Boden, den Lenker richtig festhalten und immer mehr Gas führt zu einem laangsaam steigendem Vorderrad – beeindruckend. Und ohne Geräusch oder Geruch. Wow. Das kann man daheim im Garten fahren, auch im Reihenhaus, und kein Nachbar darf meckern. Das ist die Zukunft.

Dann gucken wir der Jugend noch beim Training zu, und das hat was von einem Sack junger Katzen, man kann einfach nicht weggucken. Nur dass weniger hingefallen wird.

Danach geht’s ab nach Hause, aber Robert fährt noch ein Stück mit mir. Der direkte Weg wären 180 km, aber ich habe auch was mit Kurviger vorbereitet. Robert hat Ortskenntnis und macht den Guide. Dazu nutzt er seinen Honda X-ADV Adventure Roller. Ein uriges Gefährt, ein Zwitter aus Enduro und Roller, der Berichten zufolge sogar beides ganz gut kann. Ich folge Robert unauffällig bzw. versuche es, denn der Roller weckt anscheinend den Franzosen im Robert, wenn es um Einfädeln in den fließenden Verkehr geht. Mit 17 Jahren Erfahrungen zwischen Ruhr und Rhein auf den Jahresringen lässt mich das aber kalt ;) Und so geht’s dann über seine Hausrunde nördlich. Irgendwann tauschen wir Fahrzeuge. Der X-ADV ist wirklich ein verblüffendes Fahrzeug. Fährt wie ein Motorrad, aber man sitzt wie auf einem Roller. Aber wenn man mag, sitzt man auch wie auf einem Motorrad, denn Robert hat zusätzliche Fußrasten unterhalb der Sitzbank montiert. Das fühlt sich wirklich fremd an. Es kostet auch Überwindung, sich auf den Grip zu verlassen, denn hier drehen keine 10“ Schubkarrenrädchen wie an meinen drei letzten Cityrollern, sondern 17“ vorne und immerhin 15“ hinten. Es gibt modernen Komfort wie Doppelkupplungsgetriebe, ABS und Keyless Go. Letzteres bedeutet, dass die Kiste angeht und läuft, solange der Schlüssel in der Nähe ist, also i.d.R. beim Fahrer am Mann. Robert übergibt mir also vorsichtshalber den Schlüssel. Das ist so ein Nice-to-have-Feature, das eigentlich keiner je vermisst hat, das aber trotzdem kam. Nach unserem Abschied denken wir beide nicht mehr dran, ich fahre Versys auf schnellstem Weg nach Norden, und Robert den X-ADV zurück nach Süden… als es in meinem Helm klingelt. Aha, da steht jemand am Wegesrand, der Roller mag nicht mehr. Da dreht man doch gerne noch mal um ;)

Glücklich und zufrieden komme ich nachmittags daheim an, mit 95-98 Passknackernachweisen dieser Tour, ohne Sturz und ohne Stress.

Zwischenstand – vorher (rot ungefahren, grün gefahren):

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Nachher:

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#4 Beitrag von frieda » 30. Dez 2019 18:51

Aach ja, da möchte man nochmal jung sein. :top:

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#5 Beitrag von Friesländer » 30. Dez 2019 19:01

Also Johannes,
Du hast een anne Marmel...
So im positiven Sinne, wo Du überall rumknatterst un bei welchem Schiet Wetter, RESPEKT! :top:
... leben und leben lassen :top:
Jörg

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#6 Beitrag von frieda » 30. Dez 2019 19:05

Bei ihm is dat mopedbedingte F 60.9 nach ICD 10 halt noch bisken ausgeprägter als bei uns ollen Säcken. ;)

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#7 Beitrag von blahwas » 30. Dez 2019 20:57

Moment, da kommt noch Teil 2 und 3, ist aber noch geheim 😊

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#8 Beitrag von Friesländer » 31. Dez 2019 09:45

So is recht...LEBEN :top:
... leben und leben lassen :top:
Jörg

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#9 Beitrag von blahwas » 31. Dez 2019 13:11

Teil 2: 5 Tage Schweizer Käse

Der Fr, 1.11. ist Feiertag. Ich nehme Mi 30.10. und Do 31.10. frei und habe so fünf Tage am Stück. Frei. Die Vogesen sind abgehakt, es stehen Österreich und Schweiz zur Auswahl. Mit der Schweiz habe ich früher immer sehr gehadert, aber in Österreich gibt es für mich weniger zu holen, ich war ja schon eine Woche dort dieses Jahr, und irgendein dortiger Verkehrsminister schwadroniert wieder von der Sperrung irgendwelcher Landstraßenabschnitte für Ausländer. Dann also Schweiz? Im November? Im Tal friert es noch nicht. Wird man da nicht schon beim Übernachten arm? Mit Jugendherbergen eigentlich nicht. Ich war noch nie alleine in einer Jugendherberge. Vor 8 Jahren mal auf einem Motorradtreffen, und davor mit der Schule, und da war alles organisiert. Wie schwer kann es sein? Ich buche alles vor, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Die Kosten liegen bei 25-40 Euro pro Nacht, teilweise sogar mit Frühstück. Die Unterkünfte liegen alle zentral in Großstädten.

Die Route frisst sich einmal im durch die Schweiz und durchlöchert das dort dichte Netz von Passknackerpunkten bis es aussieht wie Schweizer Käse. Es geht hier nur um Masse: Ob die Punkte besonders hoch oder besonders schön sind, interessiert nicht. Ich komme im Mittel auf etwa einen Passknackerpunkt pro 10 Minuten bzw. 6 km. An manchen Stellen habe ich Schleifen eingebaut, die man gut kürzen könnte, wenn’s zu lang wird. Es sind 2120 km.
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Zur Vorbereitung dieser Reise habe ich Handschuhe und Stiefel frisch mit Impregnierspray behandelt, da sie zuletzt kaum noch wasserdicht waren. Gegen die zu erwartende Kälte hilft die Regenkombi, und zusätzlich noch ein T-Shirt zwischen Longsleeve und Fleecepulli. Das T-Shirt ist zwar aus Baumwolle und damit nicht atmungsaktiv, aber warm und schön lang geschnitten. Außerdem ist es ein Bandshirt von Darkthrone, so! Gegen den möglichen Verlust von Passknacker-Nachweisfotos durch Diebstahl, Unfall oder Unachtsamkeit packe ich noch eine SD-Karte ein, die ich täglich mit dem Fang des Tages bestücken und immer am Körper tragen werde. Denn um die Passknacker-Nachweisfotos geht es hier ja schließlich. Ich bin ja nicht zum Spaß unterwegs ;)

Mi 30.10. Nürnberg - Zürich

Heute geht’s von Nürnberg via Bodensee nach Zürich. In Deutschland wird viel Autobahn gefahren. Ich gönne mir den Spaß „Grüne Route“ zu fahren, also eine kürzere Strecke über die Bundesstraße statt eine längere Strecke Autobahn, die theoretisch weniger Fahrzeit hätte. Den Bodensee überquere ich per Fähre, und mich fragt niemand nach meinem Ticket – diese Art von Privatsphäre schätze ich und quatsche mit einem jungen ER-6 Fahrer.

In die Schweiz reinzukommen ist dann nicht ganz so einfach, da ich keine Mautplakette habe, muss ich Autobahnen vermeiden, und viele Grenzübergänge beginnen direkt mit Mautstrecken jenseits der Grenze. Dafür hat man aber ein Navi, das Mautstrecken vermeidet. So fahre ich nette Hinterland-Strecken über Passknackerpunkte. Hier ist es so einsam, dass die Welt echt noch in Ordnung ist.
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Viele Strecken führen den Wald. Die Fahrbahnen sind eben und in gutem Zustand, und oft voller Schmodder, aber der CRA3 grippt tapfer dagegen an.
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Es sind nur wenig Passanten unterwegs.
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Später kommt dann zunehmend nerviger Ballungsraum und die Sonne geht unter. Ich bin eindeutig schon im Züricher Speckgürtel, der für einen Menschen mit Ruhrpott-Migrationshintergrund irgendwie niedlich klein und hübsch harmlos ist.

Die Jugendherberge sieht von außen brutalistisch aus (ziemlich fieser Baustil aus rechtwinkligen Betonflächen), ist innen aber top in Schuss. Ich habe ein Bett im gemischten 6er Zimmer. Was treibt die Jugend so in der Jugendherberge? Sex, Drugs, and Rock’n’Roll? Nö, man hängt am Handy und redet nur das allernötigste miteinander. Das ist doch sozialverträglich für mich alten Knacker (39 Jahre).

Heute waren es 17 Passknacker auf 453 km. Ich habe ziemlich genau den Einbruch der Dunkelheit erwischt, hätte aber noch ein paar km mehr fahren können.

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#10 Beitrag von blahwas » 31. Dez 2019 13:20

Do 31.10. Zürich - La Chaux-de-Fonds

Aus Zürich finde ich nicht so richtig gut raus, stattdessen stehe ich viel an Ampeln rum. Flüssiger Individualverkehr stand hier nicht gerade oben auf der Liste der Prioritäten im Stadtbau, und ich bin im morgendlichen Berufsverkehr unterwegs. Dann ist plötzlich Schluss mit Ballung und ich fahre wieder schön durchs Hinterland, also enge Nebenstrecken durch Wälder. Es ist weiterhin kalt und feucht, neblig und es liegt Laub rum und außer mir kommt niemand auf die Idee, heute an diesem Donnerstag Motorrad zu fahren. Ist klar, das Wetter sieht ja auch zu 99% so aus:
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Die Strecken hätte man aber auch an sonnigen Wochenende eher für sich alleine. So knacke ich mich westwärts durchs Hinterland und kürze hier und da mal eine Schleife aus meiner Route raus, damit ich abends nicht stundenlang im Dunkeln fahren muss.
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Umso schöner wird’s, wenn die Nebelsuppe plötzlich heller und blauer wird, und dann sieht man 1 Minuten später das hier.
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Irgendwann fährt man mitten durch einen großen Felsen, wo freundlicherweise jemand eine Straße reingesprengt hat, und auf noch einem Felsen steht als Graffiti: Welc2Jura. Aha, ich bin jetzt im Jura! Darum sind auch alle Schilder plötzlich Französisch. Dass der Hase hier anders läuft erkenne ich auch schnell an der Fahrweise der Autofahrer. In Kurven muss die Nase nicht zwingend dorthin zeigen, wo man gerade hinfährt, und drei Räder auf der Straße reichen doch eigentlich auch. Alles klar, hier ist kulturell Frankreich. Da entspanne ich mich doch sofort deutlich und fange an, ganz normal Motorrad zu fahren ;) Freundlicherweise sind die Straßen aber weiterhin von Schweizer Qualität :)

Ich hatte heute wieder Probleme mit einer Baustelle auf einer Passknacker-Strecke, wo ich an einigen „Gesperrt ab Bummshausen“-Schildern vorbeifahre, und dann stehe ich wirklich vor eine Straßenbaumaschine, die original die Gesamte Straßenbreite ausfüllt. Dahinter wird gerade Asphalt in Sand verwandelt, und zwar auch über die volle Breite. Zum Wald hin sind hohe Wälle. Das wird nix! Da macht man dann Fotos von allem, hofft auf das Beste und dreht um. Umfahren wäre schwer, denn es ist ein Abstecher, und außerdem ein Grenzübergang – also ist das Straßennetz hier gerade eher dünn.
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Irgendwann überquere ich die Autobahn, pünktlich zum Sonnenuntergang. Ich komme von einem Feldweg und fahre über einen Feldweg weiter, aber die Autobahn ist schon sehenswert.
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Da ist er wieder, der Brutalismus. Dann komme ich bei meiner Unterkunft „Espace POD“ in La Chaux-de-Fonds an. Sie liegt sehr zentral nahe am Hauptbahnhof und kostet 30 Franken pro Nacht für ein Bett im Männerschlafsaal. Ich fahre zunächst dran vorbei, weil Islam Museum dran steht. Beim Blick auf die Firmenschilder entdecke ich dann aber "Auberge". Alles klar, parken am Gehweg und rein da. 1. Stock menschenleer, 2. Stock Männerschlafsaal. Au, der ist aber ganz schön vollgestellt mit Stockbetten. Viel Unordnung, alles irgendwie zusammengewürfelt, aber ein freundlicher Bewohner zeigt mir die Rezeption. Da ist die Tür zu, er klopft - sehr vorsichtig. Nichts passiert. Wir warten. Er klopft erneut, wieder sehr vorsichtig. Nach einer Weile öffnet sich die Tür und ich werde versorgt. Ich kann nicht so richtig gut Französisch, aber schnell kommt mir hier einiges merkwürdig vor: Die Bettdecke kostet 5 Franken extra. Nur wenn ich abends noch mal raus will, bekomme ich einen Schlüssel, der kostet aber 100 Kaution (Franken, Euro, Dollar ist ihm egal). Was ist denn hier los? Wird man hier eingesperrt? Es gibt keine Schließfächer, aber bunt gemischte Schlafzimmerschränke in Sperrmüll-Qualität. Teilweise hat jemand eine Kette drangemacht, teilweise gibt es eine Öse für ein Vorhängeschloss. Das Bettlaken hat Flecken. Alles klar, ein Fall für den Hüttenschlafsack. Den brauche ich eh, weil ich zu geizig war für die Decke. Ich fühle mich hier nicht wohl. Zum Glück ist es ziemlich leer, von den 10 Betten hier im Nebenraum sind nur 2 belegt, plus meins.

Abends gibt es beim Türken um die Ecke ein Falafel Sandwich und eine Dose Fanta für 10 Franken (9 Euro). Ein kleiner Spaziergang fordert wenig Sehenswertes zu Tage: Hauptbahnhof mit modernem Vorplatz, viele versiegelte Freiflächen. Gleisanlagen mit dem typischen Rand aus ungenutzten Flächen, wo sich Autos mit und ohne Nummernschildern sammeln. Kriminalität scheint kein Thema zu sein, denn Motorräder parken draußen, die schicker als meins sind. Schön ist anders, aber dafür bin ich ja nicht hier.

Heute waren es 44 Passknacker (davon einer abhängig von Admins Gnaden), also 60-61 für diese Tour. 359 km heute, und wieder ging das Tageslicht pünktlich zwischen letztem Passknacker und Unterkunft aus.

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#11 Beitrag von blahwas » 31. Dez 2019 13:31

Fr 01.11. La Chaux-de-Fonds - Bern

Morgens packe ich ein und will aufbrechen, doch ich scheitere an der Rückgabe des Schlüssels: Die Rezeption ist verrammelt. Ans Telefon geht keiner. Was also tun? Warten? Abhauen, aber Schlüssel vorher in den Briefkasten und auf gnädiges Personal hoffen, das einem eine Überweisung ins Ausland tätigt? Oder lieber Abhauen mit Schlüssel, und als Geisel nehmen? Einen der anderen Bewohner einzuspannen haut nicht hin, keiner würde mir auf mein Wort 100 Euro auslegen. Also besinne ich mir darauf, weshalb ich eigentlich da bin: Motorrad fahren! Einfach mal morgens eine kleine Runde fahren und dann noch mal hier vorbeischauen. Das verzögert den geplanten Tagesablauf auch kaum mehr als warten, nutzt mir aber was. Es liegen 3 Passknackerpunkte in der Nähe, im Südwesten, die nicht auf meiner Tour geplanten sind, die man in einer Stunde abfahren kann, und dann ist man wieder hier. 3 Punkte in einer Stunde sind zwar 3 weniger als sonst im Schnitt, aber 3 mehr als beim Warten. Also los.

Im Berufsverkehr von La Chaux-de-Fonds ist stadtauswärts nicht viel los, und man ist auch schnell in den Bergen. Klar, die Stadt liegt ja auch schon auf 994 Metern. Es ist etwas neblig, aber es regnet nicht, und mir wird sogar etwas warm in der Regenkombi. Am ersten Passknacker rufe ich noch mal die Rezeption an: Keiner geht ran. Also noch die beiden anderen einsacken und dann zurück.

Im Berufsverkehr von La Chaux-de-Fonds ist auch stadteinwärts nicht viel los, und ich treffe eine junge Frau im Eingangsbereich, die für diese Unterkunft zu schick aussieht. Wir fahren mit dem Aufzug hoch. Die Rezeption ist noch immer geschlossen, aber die Dame hat einen Schlüssel dafür. Drinnen brennt schon Licht und das Personal ist auch schon emsig bei der Arbeit - na, schönen Dank auch! Ich kriege meine 100 Euro zurück und verabschiede mich ohne Schimpftirade - aber hier kehre ich garantiert nicht nochmal ein. Als zahlender Übernachtungsgast ist man A) Gast und B) Kunde. Behandelt wird man hier aber eher wie ein Gefangener (wie übrigens auch in manchen Krankenhäusern). Die ursprünglich geplante Tagestour ist jetzt zu lang für den restlichen Tag, also muss ich kürzen.
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Der erste Wegpunkt ist dann Pontins, und es geht natürlich wieder in den Nebel hinein. Der zweite Punkt, Chasseral, hat sogar "Pass offen"-Schilder. Der liegt auf 1502 Meter und dürfte der höchste im Jura sein, und vermutlich auch meiner Tour. Es herrscht natürlich dichter Nebel - Aussicht, nein danke, das ist was für Spaß-Touristen.

Erst ab etwa 11:30 reißt der Nebel auf und sich sehe öfters mal das Tal oder sogar das andere Ende vom Tal. Umso beeindruckender findet man es dann auch, obwohl es nüchtern betrachtet nicht mehr hermacht als diverse Hinterhofstrecken daheim. Vor lauter Aussicht knipsen vergesse ich an einem Punkt das Nachweismotiv mit Motorrad zu fotografieren, das gilt dann vermutlich nicht beim Passknackerspiel - aber versuchen kann man es ja mal.

Die Versys saut sich auf der hiesigen Laubpampe im Bereich um die Schwinge vorbildlich ein. Auch das Nummernschild ist kaum noch zu erkennen. Das könnte zwar vielleicht nützlich sein, ist aber verboten, und auch beim Passknacker eher hinderlich, also putze ich es. Erst mit Laub, dann beim Tanken mit Papier. Bin ich nicht vorbildlich? ^^ Noch ein Kulturlehrgang:
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Bovi-Stop ist ein schöner französischschweizer Begriff. Er steht für Viehgatter - also Rohre quer zur Fahrtrichtung als Straßenbelag, damit Kühe & Co nicht drüber laufen. Metall ist glatt, daher sollte man aufrecht und ohne Last drüberfahren. Die zugehörige Landschaft sieht übrigens so aus. Alles hübsch und ordentlich hier.
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Meine Route führt mich bald recht gradlinig einen Gebirgskamm entlang. Jedoch wundere ich mich, dass die Reihenfolge anscheinend nicht ganz stimmt: Es geht hoch über einen Punkt, dann in die falsche Richtung zum nächsten Punkt, und dann wieder zurück und den Kamm weiter. Eine genauere Untersuchung fördert zu Tage, dass es sich bei dem Problempunkt um einen Pass vom Typ "XXX" handelt: Der Stallberg ist über Asphalt nicht zu erreichen. Darum fliegt er aus der Route. Das spart sofort 45 Minuten - wow. Damit wäre ich 16 Uhr am Ziel, das ist fast etwas früh, aber hey, wer weiß, was noch kommt.

Auf der Zufahrt zum Punkt "Weissenstein" schockt mich eine Ampel mit Dauerrot, zum Glück schon direkt hinter dem Abzweig von der Hauptstraße. Außerdem ist ein Fahrverbot an Feiertagen ausgeschildert. Heute ist 1.11., Allerheiligen. Ist das in der Schweiz Feiertag? Google sagt nein. Wann wird die Ampel grün? Passknacker sagt "von der 20. bis zur 50. Minute einer Stunde". Wow, warum sollte man sowas auch direkt an die Ampel schreiben - oder gar einen Timer "noch XX Wartezeit"? Ein Radfahrer betritt die Szene und spricht mich an: Es sei sehr schön da oben. Aber heute wäre hier im Kanton Feiertag, was aber keiner kontrolliert. Angesichts der Unsicherheit und wegen der zu erwartenden Wartezeit, man muss ja den gleichen Weg wieder runter, spare ich mir diesen Pass. Manches braucht eben doch etwas Planung. Die restliche Route lässt sich ohne Probleme fahren.
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Nur schade, dass es die letzten 2 Stunden noch leicht zu regnen beginnt. Richtig sportliches Motorradfahren ist das alles nicht, denn die Strecken sind mit Herbstsiff bedeckt. Der frische Satz ContiRoadAttack 3 lässt da aber mehr zu, als sämtliche Autos so fahren wollen. Man lässt mich gern passieren. Das Motorrad saut sich derweil fröhlich zu.
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Dann geht es nach Bern rein. Die Unterkunft finde ich nach einigem Gewürge im Berner Stadtverkehr, es ist gerade mal 16 Uhr. Es ist ein Hochhaus aus den 1970ern und erinnert an ein Krankenhaus oder Schulgebäude. Es sieht aber belebt und lebendig aus. Die Rezeption ist besetzt, man spricht deutsch und ist freundlich. Ich habe ein Bett im gemischten 8er Zimmer - freie Bettenwahl. Alle unteren Betten sind leider schon belegt. Leider kann man im oberen Bett nicht sitzen, weil an der einzigen Wand eine Leselampe hängt. Dafür gibt es einen Sessel. Die Duschen und WCs sind top. Es fehlen eigentlich nur Schließfächer. Das Abendessen kommt heute aus dem Supermarkt um die Ecke, wo ich mich wundere, dass sich in der Schweiz irgendwer was zu essen leisten kann.

Heute waren es 35 Passknacker (davon einer abhängig von Admins Gnade), also 94-96 für diese Tour. 384 km heute, mit der ärgerlichen Schleife morgens. Abends hätte ich noch rund 20 Minuten mehr Licht gehabt. Meine Ausdauer spielt gut mit.

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#12 Beitrag von blahwas » 31. Dez 2019 17:38

Sa 02.11. Bern - Zug

Die Nacht verläuft mittelgut. Es ist eigentlich ruhig im Zimmer, aber die Dame genau unter mir schnarcht recht laut. Damit könnte ich umgehen, ich habe ja Gehörschutz, aber sie hat auch eine sehr hohe Atemfrequenz. Da fällt es schwer, zu entspannen, weil man irgendwie Angst um sie hat. Irgendwann hat's dann doch geklappt und morgens bin ich recht fit, auch wenn die Luft im Zimmer zum Schneiden dick ist und auch wirklich nicht gut riecht in diesem voll besetzten 8er Zimmer. Allgemeiner Aufbruch entsteht, als eine zierliche Asiatin ihren gigantischen Koffer, in dem sie sich zur Not verstecken kann, zu packen beginnt - raschelnde Plastiktüten ohne Ende. Nun gut, ich wollte eh früh los. Frühstück ist inklusive, also ran da, und ordentlich rein geschlabbert, dass es bis abends reiche. Aus Bern raus komme ich mit weniger Stress als rein. Wer ist schon Samstag früh um 8 unterwegs? Es geht ostwärts.
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Freundlicherweise regnet es nicht, und es ist auch kein Nebel. Alles um mich herum dampft, das heißt, dass es gerade trocknet.
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Ich schwitze in meiner Regenkombi, also ziehe ich sie aus. Später kommt ein Schauer, da ziehe ich sie wieder an, und danach dann wieder aus. Murphey's Gesetz. Die Route ist wirklich schön zu fahren. Es geht recht mittig in der Schweiz ostwärts, teilweise in Sichtweite des Alpenhauptkamms, also mit schneebedeckten Gipfeln in der Ferne, aber weit über Null Grad, und mit diversen Seen.
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Ärgerlich dagegen, irgendwo fährt man 15 Minuten einen Berg hoch, um dann kurz vorm Ziel zu lesen: Samstag/Sonntag/Feiertag gesperrt. Na schönen Dank auch! Die Info hätte ich gerne schon unten am Berg gehabt, dann wäre ich gar nicht erst hochgefahren. Aber jetzt bin ich schon mal hier. Und die Aussicht ist auch nett.
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In Zug stelle ich ziemlich beeindrucke Verbotsschilder auf der Zufahrt zur Jugendherberge fest, darum schnappe ich mir den öffentlichen Moto-Parkplatz 200 Meter weiter. So viel zu schleppen habe ich ja nicht mehr, seit ich entdeckt habe, dass der Tankrucksack prima ins Topcase passt – auf dem Zimmer brauche ich ihn nicht. Die rechte Schulter trägt die Topcaseinnentasche, und die linke Hand den Helm mit den Handschuhen darin. Diese Jugendherberge wurde wohl die letzten Jahre mal renoviert, daher ist aller recht frisch. Das 4er-Zimmer ist eher klein, aber ich habe es zunächst für mich alleine. Später kommt ein zweiter Gast hinzu, mit dem ich mich tatsächlich mal länger unterhalten kann – auch schön, auf Dauer ist man alleine schon ziemlich alleine.

Wegen Abendessen erkundige mich an der Rezeption der Jugendherberge. Man empfiehlt mir ein Restaurant, ich frage vorsichtig nach dem zu erwartenden Preis: 50 Franken (45 Euro). Nope! Es geht dann zu einer Pizzeria in der Nähe am unteren Ende der Preisskala. Es werden 13 Franken (12 Euro) für eine kleine Pizza und ein kleines Getränk. Ein Spaziergang zeigt diverse Neubauten und völlig leere Straßen, außerdem einen niedlichen See, der im Dunkeln aber auch nicht viel hilft.

Außerdem gucke ich mal nach meinem Motorrad. Es scheppert etwas vom Auspuff her. Ich vermute eine lose Schraube am Krümme und klopfe mal höflich dagegen. Es klappert unerwartet hell, von unten her: Oh, ein 10x4 mm Loch im Krümmer am Sammler, vor dem Endtopf. Das erklärt dann auch, warum sich Fußgänger nach mir umdrehen, obwohl sie vor mir herlaufen. Ahem, das muss neu, aber es ist nur noch ein Fahrtag, da werde ich wohl niemanden in den Herzinfarkt treiben und hoffentlich auch kein Knöllchen einfangen.

Heute waren es 43 Passknacker, also 137-139 für diese Tour. 313 km heute, da wäre auch etwas mehr möglich gewesen, aber ich hatte heute mehr mit Autos zu tun und war dabei sehr zurückhaltend.

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#13 Beitrag von blahwas » 31. Dez 2019 17:54

Sa 03.11. Zug - Nürnberg

Heute früh werden Pässe in der Schweiz gesammelt, und dann geht es nach Hause über so 1-2 andere Länder.
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Zunächst geht es über Hirzel zum Zürisee, ganz in der Nähe meiner Unterkunft von der ersten Nacht. Dann wären da eigentlich ein paar Punkte rund um Gibswil abzuklappern. Davon ist aber einer am Wochenende für Motorräder gesperrt, und da die Tour mit 656 km für heute eh recht lang ist, schmeiße ich gleich die ganze Gruppe aus der Route. Das spart 1:10 Stunden Fahrzeit. Zwischen Wattwill und Urnäsch wird dann noch ein Klumpen aus Punkten abgefahren. Schöne Gegend hier, mit kuriosen Plastiken am Wegesrand (aus Holz).
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Dann geht es östlich via Wildhaus und Liechtenstein nach Österreich. Liechtenstein hat nur zwei Passknackerpunkte und damit gibt es keinen Landespreis für dieses Land – dafür wären inoffiziellen Angaben zufolge mindestens 20 Punkte nötig (Andorra hat auch keinen, Luxemburg schon). Österreich hat auch schöne Ecken zu bieten.
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Ich drücke mich auffällig nördlich, und der Weg ist ganz schick, darum mal im Detail: Schwarzer See, Dünserberg, Raggal, Faschinejoch (Abstecher zum Furkajoch möglich, entfällt für mich heute wegen Zeitmangel), Schnepfegg, Losenpass / Bödele. Die vier nördlich davon gelegenen Passknacker sind was für Fans, der Brüggelekopf ist eine Sackgasse und kostet sogar Maut (4 Euro).

Bregenz umfahre ich, weil das einfach schrecklich ist. Das kostet 20 Minuten, die würde man in der Stadtdurchfahrt aber auch verlieren, gerade am Sonntag nach einem Wochenende mit Feiertag davor. Danach geht es dann per Autobahn nach Hause. Eine Österreich-Autobahnmaut-Plakette mag ich für 10 km nicht kaufen (Hinweis, mittlerweile ist dieser letzte Abschnitt vor der deutschen Grenze mautfrei). Also fahre ich die L2 nach Nordosten, decke mich noch mit Benzin und Backwaren für den Heimweg ein, außerdem Plastik-Handschuhe von der Zapfsäule, damit’s vielleicht etwas wärmer wird, denn die Heizgriffe streiken. Leider passen sie nicht wirklich über die Motorradhandschuhe und zerreißen mehr oder weniger sofort oder später.

Ich wundere mich dann etwas übers Navi, dass mich als schnellsten Weg nach Hause auf der Deutschen Seite der Grenze stramm westlich über die B308 schickt. Immerhin gibt’s hier sogar Serpentinen – wow. Kurvenstrecke am Ende der Tour? Das macht Spaß, und da fällt mir ein, wer sich jetzt noch schnell hinschmeißt, ist zum Start der nächsten Saison wieder fit (oder immer noch tot). Das Navi hatte wohl Recht, denn der Weg nach Norden zur Autobahn wäre eine lange Ortsdurchfahrt durch Wangen im Allgäu gewesen.

So beginnt dann der öde Teil der Heimreise, und die Sonne geht für mich auf der Autobahn unter. Erwähnenswert ist erstens ein Stau auf der A7, wo ich eine wunderlicherweise freie Spur nutze, bis ich hinter mir ein Motorrad wahrnehme. Als der Verkehr nicht mehr rollt, sehe ich nach: KTM RC125, Supersportler für 16jährige. Drauf sitzt ein ebensolcher, klein und schmal, und ich quatsche ihn an. Er freut sich, und erzählt mir, er hätte heute einen Unfall gehabt. Er trägt Jogginghose und Turnschuhe. Es ist November, es hat 3° und regnet, hier auf dieser Autobahn, und er hat noch 200 km vor sich und einen Rucksack am Rücken. Seine größte Sorge sind im Moment aber die Kosten für einen neuen Fußbremshebel, denn der ist ihm beim Unfall abgebrochen. Da kann ich ihn beruhigen, das sollte mit 100 Euro erledigt sein. Ich lege ihm dann noch den Kauf von Motorradstiefeln dringend nahe, komme mir dabei aber echt sehr alt vor.

Erwähnenswert ist zweitens, dass ich auf dem Stück Bundesstraße von der A6 nach Nürnberg einem Auto hinterherfahre, weil es ich bei Dunkelheit echt Respekt vor Wildunfällen habe. Ich halte dann konstant so 70 Meter Abstand, damit ich den Autofahrer nicht blende und vom Rest der Welt noch gesehen werden kann, auch wenn ich eigentlich schneller fahren könnte. Dieser Autofahrer hat es nicht besonders eilig, schleicht aber auch nicht rum, das passt. Nur bei der ersten Ortsdurchfahrt nach 15 Minuten hat er es etwas eilig. Ich wundere mich. Bei der Linkskurve wählt er einen späten Einlenkpunkt? Nein, er fährt geradeaus. Oops. Das Auto fällt mit etwa Tempo 60 in den Graben und bleibt da einfach liegen, ohne sich zu überschlagen oder groß zu schaukeln. In meinem Kopf höre ich ein „Dooooooing“-Geräusch wie in einem Comic-Film. Also Warnblinker an, und rechts rangefahren. Auch andere Autos halten. Als ich zum Auto gelaufen bin, versucht die Fahrerin bereits auszusteigen, kriegt die Tür aber nicht auf. Das Auto liegt 20° auf der Seite nach rechts, da ist so eine Tür schon recht schwer. Ich halte der Dame, Typ rüstiger Rentner, die Tür offen, wie es sich gehört, und sie schafft es selbstständig raus. Sie war angeschnallt, ist unverletzt, sehr aufgekratzt und weiß nicht so recht, was sie tun soll, also kommandiere ich sie etwas rum: Jacke anziehen, Handtasche, Handy und Wertsachen aus dem Auto holen. Ein Sprinter-Fahrer hat ein Abschleppseil und will das Auto aus dem Graben ziehen. Ich habe bereits vollgesaute Regensachen an und kann mir das Auto daher ohne Schaden zu nehmen von allen Seiten anschauen: Das sieht alles gut aus, alle Räder freigängig, sogar die Lampen sind noch ganz. Ein anderer Autofahrer übernimmt die Betreuung der Dame. Schön, dass der Zusammenhalt hier funktioniert. Ich wünsche gutes Gelingen und verabschiede mich.

Heute waren es 24 Passknacker, also 161-163 für diese Tour. 612 km heute, hat sich gegen Ende auf der Autobahn echt gezogen.

Zwischenfazit Teil 1+2: Mit den 95-98 von der Vogesen-Tour bin ich jetzt bei 232-237 Stück.

Passknacker Ansicht vorher:
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Passknacker Ansicht nachher:
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Ich habe jetzt nebenbei 52% der Schweiz geschafft in 6 Tagen, davon 1 nur Durchreise und 2 mit An-/Abreise aus Nürnberg. Ein kleines Land mit vielen Passknackerpunkten!

Es folgt Teil 3 ^^

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#14 Beitrag von blahwas » 1. Jan 2020 12:49

Teil 3: Tschechien

Es ist Ende November. Eigentlich hatte ich mit der Saison schon abgeschlossen. Die Autofahrer müssen morgens schon die Scheiben freikratzen, die ersten Saisonkennzeichenfahrer schauen schon in die Röhre. Auch meine Motorräder stehen schon ganz hinten den Garagen, die Versys wartet auf eine neue Pumpe für den Kettenöler und am Heizgriff ist ein Wackelkontakt. Aber dann war gutes Wetter. Da gar nicht Motorrad zu fahren, das geht ja nun auch wieder nicht. In Tschechien wären noch ein paar Punkte… leider liegen die auf einer geraden Linie, die von meinem Wohnort weg zeigt, und die Linie fängt in knapp 3 Stunden Fahrzeit erst an. Hmmmm. Nicht sehr effektiv in „Passknackerpunkte pro Kilometer“ bzw. „Passknackerpunkte pro Minute“. Was sagt das Wetter eigentlich? 1-5 Grad im Tal, bewölkt. Das ist ja frostfrei! Wie es in den Bergen aussieht? Laut diversen Webcams vom Erzgebiet schneefrei. Das geht doch. Aber lohnt es sich? 700 km für 12 Passknacker? Ach, egal, am Freitagabend buche ich eine Unterkunft in Karlsbad von Samstag auf Sonntag.

Sa 23.11. Nürnberg – Karlsbad

Samstag früh bastle ich die Versys wieder zusammen. Man kann ja auch mal ohne Kettenöler fahren. Den Fehler an den Heizgriffen finde ich, es war die Sicherung – die war nicht komplett defekt, aber angebrochen, und hatte einen Wackelkontakt. Der Heizgriffschalter ist leider digital und smart: Stellt man die Zündung ab, geht er aus, und erst wieder an, wenn man die Zündung wieder eingeschaltet und wieder auf den Knopf gedrückt hat. Dann geht er auf die letzte eingestellte Stufe. Das bedeutet leider auch, dass er bei einem Wackelkontakt jede Sekunde ausgeht. Ein mechanischer Schalter würde dann zumindest mit reduzierter Leistung weiter heizen. Mit einer neuen Sicherung geht es wieder. Da ich keine passende Sicherung mehr auf Vorrat habe bzw. keine finde, plündere ich vorläufig den Sicherungskasten vom Auto.

Nachmittags geht’s dann los nach Tschechien. Es wird unterwegs dunkel – ich fahre nicht gerne bei Dunkelheit Motorrad, weil man Wildunfälle schwer verhindern kann. Im Bayerischen Wald folge ich noch Autos, aber irgendwann sind da keine mehr. In Tschechien führt mich das Navi über die hinterletzten Strecken durch Wälder, was mir gerade überhaupt nicht in den Kram passt. Es muss aber irgendwie 1 Minute schneller sein als auf der Bundesstraße, sonst würde es mich hier ja nicht entlangführen. Gibt’s denn keine Autobahn hier? Dann fahre ich halt mal freiwillig nur 70, damit ich bei Wild zumindest bessere Chancen habe. Irgendwann erreiche ich dann doch mal Karlsbad, und hole gleich den ersten Passknacker. Der liegt quasi im Stadtgebiet.
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Ziemlich cool, was das Smartphone aus dem Licht noch rausholt. Das Hotel heißt Diamant und ist aus der Kategorie „25 Euro mit Frühstück“. Das Zimmer ist groß, dafür ist das Wasser kalt. Dann dusche ich halt mal nicht, denn kalt ist mir schon. Immerhin ist das Zimmer geheizt. Abendessen gibt’s im Restaurant um die Ecke, und das ist gar nicht so günstig wie erwartet, etwa 13 Euro für Schweinehals ohne Beilage mit einem Getränk. Ich bin aber auch nicht motiviert, lang zu suchen und den Berg hoch und runter zu laufen oder nochmal aufs Mopped zu steigen. Zufrieden geht’s ins Bett.

Heute 265 km und 1 Passknacker! :)
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(Wegpunkte zur Veranschaulichung was mein Navi gezaubert hat, geplant war nur der letzte)
So 24.11. Karlsbad – Erzgebirge – Nürnberg

Heute Morgen geht es zunächst im Tal nach Osten, um dann Richtung Westen die Pässe abzufahren, bis ich wieder ins Karlsbad bin, und dann geht es wieder nach Hause. Der Vorteil dieser Reihenfolge liegt darin, dass es während meiner morgendlichen Tal-Tour in den Bergen schon mal etwas aufklaren, abtrocknen und ggfs. auftauen kann.
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Zum Frühstück schlage ich mir den Bauch voll, das ist ja schließlich bezahlt, und bei der Kälte verbrennt man ja auch ordentlich Kalorien. Mir fällt noch ein, dass ich am Navi mal „Mautstrecken vermeiden“ ausschalten könnte – das war noch von der Schweiz-Tour eingeschaltet, das braucht man aber in Tschechien nicht, weil Motorräder in Tschechien von der Autobahnmaut ausgenommen sind. Prompt wird die Route eine Stunde kürzer. Ui, das war dann wohl gestern mein Fehler. Naja, ging ja gut.

Auf meiner Route im Tal sind viele Siedlungen, Stromleitungen, Kraftwerke und sogar Kohletagebau – nicht schön, aber selten, und verglichen mit dem was ich aus NRW kenne winzig. Dafür gibt es hier Lithiumvorkommen, das könnte künftig wichtig werden. Insgesamt ist die Szenerie aber so trostlos wie man es vom Ostblock erwartet. Die Bewölkung und das trübe Licht passen dazu. Endlich biege ich auf die Bergstrecke ab, überhole schwungvoll einen Bus und wedle um die Kurven, da kommt gute Laune auf… bis nach 10 Minuten Nebel aufkommt. Und der bleibt dann. Leider fahre ich wirklich mit nur einer Unterbrechung komplett im Nebel.
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Die Sichtweite ist so gering, dass ich bis Tempo 60 runter muss, obwohl ich den groben Streckenverlauf vom Navi ablesen kann. Aber es gibt auch Wanderer und Radfahrer, und man muss leider auch mit Autofahrern ohne Licht rechnen. Außerdem ist der Straßenzustand nicht durchgehend einwandfrei. Dafür sind die Punkte alle einwandfrei befahrbar. Am Klinovec (Keilberg) war ich dieses Jahr schon, ich fahre aber trotzdem noch mal hin, weil sich der Nebel auf der Hauptstrecke aufhellt – das heißt, ich bin nah an der oberen Grenze der Inversionsschicht! Und tatsächlich, oberhalb der 750-950 Höhenmeter, die ich bisher so gefahren bin, hat man hier richtig Licht und Fernsicht! 1246 Meter!
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Es fühlt sich toll an, und ich hänge die Regenjacke zum Trocknen auf Links übers Topcase. Da zieht es durch und damit landet dort dann auch immer Feuchtigkeit – oder es ist kondensierter Schweiß aus meiner Goretex-Jacke, das kann auch sein. So oder so, es tut gut in der Sonne zu stehen. Dann geht es weiter zum Plesivec (Plessberg) auf 1028 Meter, meinem letzten Passknackerpunkt heute (und dieses Jahr?), wo ein Restaurant am oberen Ende der Strecke das Nachweismotiv ist.
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Es ist 12:45 und ich habe Hunger – also wird das Mittagessen vorgezogen, denn eigentlich war Karlsbad geplant, wo ich eh wieder durchfahren muss. Ich bin aber eher Berg- als Stadtmensch. Das höchste Restaurant selbst hat zwar zu, aber das Restaurant Orion daneben ist offen. Auch hier ist es teurer als erwartet, aber dafür auch sehr lecker und die Bude ist frisch renoviert, um nicht zu sagen, hypermodern.

Danach geht’s dann in einem Rutsch nach Hause. Es wird noch 2x getankt (in Tschechien ca. 10 Cent pro Liter günstiger). Am Ende komme ich auf 465 Kilometer heute, davon 127 km über Pässe, der Rest Bundesstraße und Autobahn. Dank Heizgriffen kein großes Problem. Heute waren es 11 Passknacker. Das ist kein besonders guter Passknacker-Wirkungsgrad, aber dafür war’s ein schönes Wochenende, an dem ich meine Ziele erreicht habe und den Umständen getrotzt habe.

Zwischenstand: Mit den 232-237 von den anderen beiden Teilen bin ich jetzt bei 243-248 Stück. Das würde rechnerisch für Platz 2 in der Tabelle reichen, aber die anderen können ja noch fahren.

Es folgt: Teil 4!

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#15 Beitrag von blahwas » 1. Jan 2020 12:54

Teil 4: Schon wieder Vogesen und Schweiz

Ende Dezember war es unerwartet mild. Keine weiße Weihnacht, und nach den Familienfeiern war ein umfangreiches Loch im Kalender. Da könnte man doch eigentlich? Der Blick aufs Wetterradar zeigt 5° im Tal in den Vogesen und in der Nordschweiz. Da war ich zwar schon, es gab aber so viele Passknacker, dass genug übrig geblieben ist für noch eine Tour auf einer ähnlichen Route. Ich plane die Route und buche drei Unterkünfte: Eine in den Vogesen, eine in der Schweiz, und eine auf dem Weg dazwischen, vom 27.-30.12. Bei den Höhenlagen in der Schweiz behalte ich mir eine Streichung vor. Die meisten Punkte liegen wieder zwischen 700 und 1000 Meter, ein paar aber auch zwischen 1200 und 1400 m. Ein Rückweg fernab von Bregenz scheitert an diversen Wintersperren, die es in Österreich bereits gibt, z.B. Furkajoch. Ohne Streichungen hätte die Route 1640 km in 30 Stunden Fahrzeit und 69 Passknackerpunkte an 4 Fahrtagen.
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Leider habe ich am Abend vor der Abreise plötzlich Bauchschmerzen und schlafe wenig. Morgens komme ich zwar aus dem Bett, aber mir ist sehr übel. Dazu noch Durchfall. Mit Magen-Darm kann ich kein Motorrad fahren, und das geht auch nicht bis Mittag wieder weg. Da muss ich die Reise wohl stornieren, bzw. auf irgendwann im nächsten Jahr verschieben. Damit sitze ich auf gepackten Koffern und erwarte nervös auf Platz 12 der Rangliste auf einem Berg Nachweisfotos, ob’s am Ende zu Passknacker Platz 2 reichen wird.

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#16 Beitrag von blahwas » 1. Jan 2020 12:55

Die Endabrechnung

Die Passknackersaison geht von 1.3. 0:00 Uhr bis 31.12. 23:59 Uhr. Ich habe die Nachweisfotos der Reisen in diesem Bericht hier bewusst nicht zeitnah hochgeladen, damit andere Teilnehmer nicht darauf reagieren und ihrerseits mehr fahren. Das finde ich etwas unsportlich, aber es ist erlaubt. Am 30.12. beginne ich hochzuladen. Vorher liege ich auf Platz 12. Ich lasse immer einige Stunden Pausen zwischen den Nachweisfotos der Reiseabschnitte. In den Top 10 fahren 7 Leute noch am 30.12. Touren. Der Mann auf Platz 1 ist uneinholbar, ein Alien. Dahinter tummeln sich diverse Schweizer, die bei sich daheim in Wohnortnähe noch einiges übriggelassen haben, und einer davon ist noch am 30.12. im Erzgebirge unterwegs - mit Beiwagen, im Schnee. Um 21 Uhr liege ich auf Platz 9.

Beobachtet man die Rangliste am 31.12. stündlich, spielt sich da ein Krimi ab. Um 16 Uhr liege ich auf Platz 4, hinter dem Alien und einem Pärchen. Es sind drei Pärchen in den Top 10, die das ganze Jahr alle Touren zusammen gefahren sind, und die das ganze Jahr exakt gleich viele Wertungspunkte hatten – aber jetzt schert der Mann aus, und überholt mich und das Pärchen vor sich mit einer Kälte- und Schneetour, und setzt sich bis 20 Uhr auf Platz 2.

Ich warte bis 22 Uhr mit dem Hochladen der Nachweise meiner Tschechienreise, damit er nicht mehr mit noch einer Tour darauf reagieren kann (oder will?). Damit liege ich jetzt hauchdünn auf Platz 2. Damit ist mein Pulver verschossen. Findet er vielleicht noch ein paar vergessene Nachweise auf irgendeinem PC oder Handy, um zu kontern? Ihr könnt euch meine Nervosität sicher vorstellen. Bis 24 Uhr prüfe ich ungefähr 15x die Rangliste, während ich mit einem Freund einen Film anschaue.

Neujahr wird angestoßen und Feuerwerk geguckt. Dann der Blick aufs Handy: Es hat gereicht! Platz 2 für mich! Und zwar haarscharf. Der Vorsprung auf Platz 3 entspricht gerade mal 55,1 Wertungspunkten – das entspricht einem Passknackerpunkt mit 1450 Meter Höhe, oder zweien mit 163 Metern. So verdammt knapp war es am Ende, nach 1446 angefahrenen Passknackerpunkten meinerseits kam es auf einen oder zwei davon an. Wow.

Admins Gnade bei schlechten Nachweisen fiel übrigens so aus: Die beiden Punkte in den Vogesen, die ich wegen der Sperrung nicht erreicht und nicht von der anderen Seite versucht habe, wurden nicht gezählt. Die beiden mangelhaften Nachweisfotos von der richtigen Stelle (aber ohne Schild bzw. ohne Motorrad) wurden gezählt, weil mein Fahrweg nachvollziehbar war. Die Baustelle im Schweizer Jura auf der Grenze nach Frankreich wurde gezählt.

Danke fürs Lesen, jetzt ist Schluss :)

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#17 Beitrag von blahwas » 1. Jan 2020 13:12

Ne, doch nicht, einen habe ich noch: Ich möchte mich bei allen bedanken, die an diesem Ergebnis mitgewirkt haben.

Das sind alle vom Passknacker-Team, die diese Challenge ermöglichen und eine Datenbank mit über 4000 Punkten zur Verfügung stellen. Das tun sie in ihrer Freizeit, kostenlos, und sie müssen dabei auch oft Entscheidungen treffen, die nicht jedem gefallen können. Euer Projekt hat mich zu unzähligen Touren inspiriert, die unfassbar viel interessanter sind, als immer wieder die bekannten Routen und Sehenswürdigkeiten abzufahren. Mein Silvester war angespannt, eures möchte ich mir nicht vorstellen müssen, denn ich war sicher nicht der einzige, der auf den letzten Drücker stapelweise Nachweise eingereicht hat.

Das sind meine Mitfahrer auf diversen Touren und Urlauben, die es ertragen haben, dass ich die Tourplanung an mich gerissen habe, dass ich an jedem Schild halte, teilweise im 10 Minuten-Takt, und dass die Touren eher länger als kürzer waren.

Das sind alle anderen Teilnehmer an der Challenge, die spontane Treffen an den Passknackerpunkten ermöglichen, und besonders diejenigen, die sich mit mir diese Schlacht geliefert haben. Ihr habt mich motiviert, über meinen Schatten zu springen, und auch bei weniger gutem Wetter Touren zu fahren, für die andere mich zwar für bekloppt halten, die mir aber große Freude bereitet haben.

Das sind zahllose Betreiber von Hotels, Restaurants, Imbissen, Werkstätten und Reifenhändlern, die es ermöglichen, dass man überall zurecht kommt und unproblematisch reisen kann, ohne dass sie dabei reich werden, und deren Arbeitszeiten ich nicht haben wollte. Wo man nicht abgezockt wird, nur weil man "nicht von hier" ist.

Und das sind die Vertreter der europäischen Idee, die bewirkt haben, dass innereuropäische Reisen heute kaum schwerer als ein Gang zum Bäcker sind. Europa rules! :)

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kautabbak

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#18 Beitrag von kautabbak » 1. Jan 2020 16:43

Glückwunsch zum Treppchen.
Dann viel Erfolg für das nächste Ziel :top:
Besten Gruß
David


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frieda
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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#19 Beitrag von frieda » 1. Jan 2020 17:02

kautabbak hat geschrieben:
1. Jan 2020 16:43
Glückwunsch zum Treppchen.
Dann viel Erfolg für das nächste Ziel
Dito :top:

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karklausi

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Re: Herbstnachschlag für den Passknacker

#20 Beitrag von karklausi » 1. Jan 2020 19:46

Glückwunsch zur Silbermedaille, Johannes. Bei uns bist du ja Goldmedaillenträger. Das wiegt viel
Schwerer!
🥂🍾🍀🎉💐🎯🚀
Karklausi

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