Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

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Grisu1977

 
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Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#1 Beitrag von Grisu1977 » 23. Okt 2018 19:04

Hallo Gemeinde,

vor 5 Wochen hatte es Sonntags bei einem Sturm meine kleine bei uns im Hof umgeweht. Stand - nach meiner Einschätzung - eigentlich in einer geschützten Ecke. Eine Böe muss die dennoch so erwischt haben, dass sie nicht nach links sondern nach rechts gekippt ist. Hab den Schlag noch gehört, im strömenden Regen die kleine dann wieder aufgehoben und siehe da, Fussraste gebrochen und zusätzlich aus der Seitenhalterung rausgebrochen, Handprotektor, Sturzpad und Soziusfussraste stark verschrabbelt. Mehr konnte ich erstmal nicht sehen, war ja auch erstmal genug. Hab den Schaden dann Abends online noch meiner Versicherung gemeldet und am nächsten Tag mal probiert, ohne rechte Fussraste zu fahren - kannste abhacken. Also ADAC angerufen und huckepack zum Freundlichen.

Für den darauf folgenden Donnerstag hatte sich der Gutachter der Versicherung angekündigt. War auch pünktlich da, soweit so gut. Es gilt bei herrlichstem Wetter abzuwarten. Toll, ständig sieht man nette Motorradfahrer. Aber gut, war auch beruflich stark eingebunden, hätte eh nicht fahren können.

Eine Woche später (also Ende Woche 2) kam dann das Gutachten und die Reparaturfreigabe der Versicherung. Der Teilkaskoschaden wird übernommen. Geschätzter Schaden knapp 1.000 Öcken. Wunderbar, alles dem Freundlichen gemailt. Dann kanns ja losgehen. Geil, Wetter immer noch göttlich und wo man geht und steht sieht man glückliche Motorradfahrer.

Mitte der dritten Woche mal beim Freundlichen angerufen und nach dem Sachstand gefragt. Die Antwort war, sie haben einen weiteren Schaden am hinteren Rahmen entdeckt. Dieser ist verbogen und die Schweißnähte haben Haarrisse. Versicherung ist informiert, Gutachter soll nochmals kommen. Meine Frau ist mit Bekannten an den letzten beiden Wochenenden inzwischen schon die 2. Tagestour ohne mich gefahren. Freut mich für sie und ihr Möppi. Wetter ist ja gut.

Mitte der vierten Woche (ja ja, Wetter ist ganz nett und überall diese blöden Motorräder) war der Gutachter immer noch nicht da. Also wieder bei der Versicherung angerufen. Der Sachbearbeiter (wohl selber Motorradfahrer) war schockiert und versprach sich darum zu kümmern. Wenistens etwas.

Heute (fast Mitte Woche fünf) kam das Neugutachten. Schaden beträgt inzwischen knapp 3.000 Öcken, aber Versicherung trägt ihn. Also hab ich mich gefreut, dass Gutachten gleich per E-Mail an meinen Freundlichen gemailt und angerufen ob's angekommen ist... er hat die Woche Urlaub. Naja, Wetter ist jetzt wenigstens auch blöd.

Bis ich meine Kleine wieder bekomme, liegt wahrscheinlich Schnee und ich kann sie direkt einwintern. :(

Gruß Torsten
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:
"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!",
und ich lächelte und ich war froh,
und es kam schlimmer...!

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blahwas
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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#2 Beitrag von blahwas » 23. Okt 2018 19:51

Bah, erst hat man kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu.

Wie wär's damit nötigsten Teile selbst beschaffen und tauschen, und den Schaden per Gutachten abrechnen?

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bakerman23
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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#3 Beitrag von bakerman23 » 23. Okt 2018 19:55

Wie kommt es das die Versicherung den Schaden trägt? Ist sowas nicht höhere Gewalt?
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andre

 
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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#4 Beitrag von andre » 23. Okt 2018 20:22

bakerman23 hat geschrieben:
23. Okt 2018 19:55
Wie kommt es das die Versicherung den Schaden trägt? Ist sowas nicht höhere Gewalt?
Wenn die Teilkasko den zunächst entdeckten Schäden übernimmt, der durch das umkippen bei Sturm entstanden ist, warum sollte sie den jetzt zusätzlich entdeckten Sturmschaden nicht übernehmen? Wie kommst du da jetzt auf "höhere Gewalt"?
...die einen kennen mich, die anderen können mich...

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und Kawasaki Versys 650 Grandtourer Special Edition, Ez. 06/17, 11327 KM


....und ca. 230 TKM mit allen bisherigen Motorrädern...

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blahwas
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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#5 Beitrag von blahwas » 23. Okt 2018 21:03

Teilkasko trägt natürlich Unwetterschäden. Brachte mir an meiner Honda NTV mal einen "Totalschaden" ein.

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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#6 Beitrag von Lille » 24. Okt 2018 06:42

blahwas hat geschrieben:
23. Okt 2018 19:51
Wie wär's damit nötigsten Teile selbst beschaffen und tauschen, und den Schaden per Gutachten abrechnen?
Grisu1977 hat geschrieben:
23. Okt 2018 19:04
Die Antwort war, sie haben einen weiteren Schaden am hinteren Rahmen entdeckt. Dieser ist verbogen und die Schweißnähte haben Haarrisse.
Da hört's leider auf mit selbst schrauben :heul:


Gute Besserung an Dein Möppi, Grisu. Wer denkt denn, daß bei einem Umfaller gleich soviel kaputt gehen kann. :sorry:

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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#7 Beitrag von SiRoBo » 24. Okt 2018 08:53

Ist die Karre nur umgefallen (worden) oder auch auf etwas drauf gedotzt, z. B. auf einen Stein oder Kante im Asphalt?
Ich kann das mit dem Umfaller und kaputtem Rahmen nicht vorstellen, vor allem nicht hinten. Das ist doch ein Rohrrahmen und kein Aludruckguss o.ä. Schau es Dir mal lieber persönlich an und/oder lass mal ne zweite Werkstatt drüber schauen. ;)

Weil: Kaputter Rahmen = Totalschaden (zumindest kenne ich keinen Fall, bei dem es anders gewesen wäre...)
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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#8 Beitrag von lars0404 » 24. Okt 2018 12:38

Hi Torsten,
bei welcher Verscherung bist Du?? So träge Gutachter kenne ich nicht. Ich war immer mit Gutachter am Fzg. haben danach gleich Teile bestellt und weiter mit der Rep. gemacht. Habe ja alles mit Gutachter besprochen. ( alles dafür tun, daß der Kunde seine Fzg. schnell wieder bekommt.) Nomalerweise schickt der Gutachter die Kalukaltiononline an die Werkstatt.

Hier klappt Kundenservice ud Versicherungszusammenspiel nicht wie es soll.

Gruß Lars

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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#9 Beitrag von Dragons_in_Black » 24. Okt 2018 15:57

Weil: Kaputter Rahmen = Totalschaden (zumindest kenne ich keinen Fall, bei dem es anders gewesen wäre...)

Leider Irrtum, maximal wirtschaftlicher Totalschaden aber nicht bei Bj. 2016.
Noch dazu handelt es sich vermutlich um den Heckrahmen, der an den " Hauptrahmen" geschraubt ist ( sagt der Preis von ca. 2000.- € inkl. Montage schon aus).
Jeder Rahmen ist ein Ersatzteil, wie eine Schraube oder Ähnliches und lässt sich je nach Aufwand wechseln.
Powercrusen


[*]Hercules 50 ccm 2x, CB 750 Four, Suzuki 350 GT, Honda 750 Four, Honda Boldor 750,
Honda Boldor 900 2x, Ninja 600, Ninja 636, ZX 10 R, Z 1000, ZX10 R 2x + Fazer 1000,
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Man verschleisst eben in 43 Jahren und ca 320.000 km so einiges

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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#10 Beitrag von SiRoBo » 24. Okt 2018 17:14

"Totalschaden" heißt immer "wirtschaftlicher Totalschaden". Alles ist ja eigentlich nie kaputt. Vor allem nicht durch einen Umkipper. ;)

So viel hat sich an der 650er seit 2007 nicht geändert, also ist der Rahmen wohl immer noch an einem Stück. Ein Ersatzrahmen kostet nicht wenig, ansonsten wird es auch noch das ein oder andere Teil erwischt haben und dann kommt noch die Ummontage des kompletten Eimers auf den neuen Rahmen hinzu. Privat kann man das vielleicht machen, aber in der Werkstatt kostet das ordentlich (und das wird bei der Bestimmung des Schadens einkalkuliert). Zudem ist der rechnerische Restwert einer 2 Jahre alten Maschine auch nicht so hoch wie sich es die Verkäufer solcher Maschinen wünschen.

Aber wir werden ja sehen, wie es ausgeht. :-)
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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#11 Beitrag von Hoinzi » 24. Okt 2018 19:39

Es gibt auch noch technische Totalschäden, die kommen gerne mal bei Oldtimern vor.

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Uwe_MY
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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#12 Beitrag von Uwe_MY » 26. Okt 2018 04:40

Also ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen wie man sich mit einem Umfaller den Rahmen verziehen soll.

Gesamtschaden 3.000€ weil das Moped mal umgekippt ist? Alleine meine Mopeds hab ich mindestens einmal umgeschmissen. Mit zweien hatte ich nen Unfall. Eine davon ne Versys mit der ich seitlich und mit knapp 70Km/h an nem LKW entlang geschrubbt bin, mit anschließendem Freiflug und ner Rutschpartie. Da waren weniger Schäden, als bei dem Umfaller hier. :think:

Kann es sein, dass es vor dem Umfaller schon mal nen Schaden gab? Sturz, Unfall bei dem Schäden nicht erkannt wurden?

Hoinzi, was ist denn ein technischer Totalschaden bei Oldtimern. Hab ich noch nie gehört den Ausdruck. Das würde mich mal interessieren. Letztendlich ist es ja auch hier eine Frage der Mittel. Ersatzteile kann man auch in Klein- & Kleinstserien machen lassen, zur Not Einzelanfertigung. Oder verstehe ich was falsch?

Cheers

Uwe

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Re: Sturmschaden - seid knapp fünf Wochen in der Werkstatt

#13 Beitrag von Hoinzi » 26. Okt 2018 10:58

Uwe_MY hat geschrieben:
26. Okt 2018 04:40

Hoinzi, was ist denn ein technischer Totalschaden bei Oldtimern. Hab ich noch nie gehört den Ausdruck. Das würde mich mal interessieren. Letztendlich ist es ja auch hier eine Frage der Mittel. Ersatzteile kann man auch in Klein- & Kleinstserien machen lassen, zur Not Einzelanfertigung. Oder verstehe ich was falsch?
Den Begriff kannte ich bis vor ein paar Monaten auch noch nicht, hatte hier aber eine Unfallsache mit einem Zündapp Janus, bei dem der Sachverständige feststellte, dass es die Rohkarosse nicht mehr gibt und der Schaden daher schon aufgrund der Ersatzteillage nicht mehr repariert werden könne. Daher handele es sich um einen technischen Totalschaden. Ich habe den Sachverständigen mal gefragt, der hatte das in seiner beruflichen Tätigkeit (der Mann ist über 60) bislang zweimal, meinte aber, dass das bei Oldtimern durchaus öfters vorkäme.

Letztlich stellt sich ein technischer Totalschaden aber auch nur als Variante des wirtschaftlichen Totalschadens dar, denn ein fähiger Metall- oder Karosseriebauer könnte sicher eine neue Rohkarosserie bauen, nur zu welchem Aufwand...

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