Auf Garantie verzichten?

Euere Kosten für Inspektionen, Wartungen und Service bei der Kawasaki Versys 1000
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snap-on
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Re: Auf Garantie verzichten?

#21 Beitrag von snap-on » 3. Okt 2020 01:16

Wenn die freie Werkstatt eine grosse Inspektion berechnet, aber die Ventile nicht anschaut, weil sie eh keine Shims dafür haben, nix ausliest, weil das Know-How und das Equipment fehlt, dann kommt sie nicht auf dem Papier, aber effektiv auf deutlich über 120.- pro Stunde...... :-)

Roxin

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Re: Auf Garantie verzichten?

#22 Beitrag von Roxin » 3. Okt 2020 08:27

Was mich aber wundert, bei der V-STROM habe ich für die 12 TKm Inspektion um die 350-375€ bezahlt, ähnlicher Umfang wie bei der KV.
Die große Inspektion inkl. Ventilspiel Kontrolle hat um die 500€ gekostet. Beide Suzuki Werkstätten in Köln hatten ähnliche Preise.
Die kommen wohl damit aus. Ventilspiel Kontrolle war aber alle 24 TKm.
Und der Unterschied zu freien Werkstatt war recht gering.
Es geht mir einfach tierisch auf den Sa...k, wie auch Autowerkstätten ihre Preise erhöhen. Früher bei Ford für eine kleine Inspektion 180€ und für ne große 500 bezahlt. Heute ne kleine 450 und ne große (bei DSG) über 1000€. Mein Gehalt steigt leider nicht in dem Maße und meine Schmerzgrenze zur Ausbeutung ist damit überschritten.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#23 Beitrag von snap-on » 3. Okt 2020 10:43

Nun, wenn Ihr Gehalt nicht so steigt wie die Inspektionskosten, sollten Sie sich selbstständig machen.

Z.B. als Motorradhändler.
Da kann man es durchaus zu einem kleinen Vermögen bringen.
Wenn man mit einem großen anfängt.....

Sie werden dann beim Reichwerden feststellen, dass Sie für Schulungen bezahlen müssen, für die Nutzung des Teilekataloges, für die Software des Testers, für die Außenwerbung, für Prospektmaterial, Verkaufsföderungsaktionen, Werbung, Spezialwerkzeuge etc. etc.

Und Sie werden feststellen, dass diese Kosten schneller wachsen als Ihr Gewinn. Falls Sie einen machen....

Dann können Sie sich über "Ausbeutung" beklagen.


Haben Sie mitbekommen, dass hunderte Vertragshändler von Yamaha, Triumph und Honda in den letzten Jahren ihren Vertragshändlerstatus aufgegeben haben?
Warum ist das wohl so, wenn das doch ne Lizenz zum Gelddrucken war?


Sorry, das war jetzt etwas polemisch.

Mir ist klar, dass Werkstattarbeit viel Geld kostet.

Aber mir stößt der Begriff "Ausbeutung" sauer auf.

Niemand ist gezwungen, da hin zu gehen.
Wenn ich nicht selber kochen will, sondern ein schönes Steak essen gehe, werde ich nicht "ausgebeutet" - denn es ist meine Entscheidung, ob ich die Dienste des Restaurants in Anspruch nehme.
Und mein Geldbeutel erlaubt mir auch nicht, das ständig zu tun.
Da kann aber der Wirt nix dafür.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#24 Beitrag von awv99 » 3. Okt 2020 11:04

Ich glaube
da muss man unterscheiden ,
zwischen den teilweise überzogenen Inspektionskosten innerhalb der Garantie (um diese zu erhalten)
inkl. unsinniger Arbeiten/Vorgaben wie alle 12.000 km Iridiumkerzen wechseln und Ölpreise von fast 20,- Euro pro Liter
und
fair kalkulierten Werkstattpreisen.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#25 Beitrag von RG206cc » 3. Okt 2020 11:23

Die Wartungskosten sind für mich ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung welches Motorrad ich kaufen werde. Ducati Multistrada 950... Ein Traum :dance: die Kosten für eine Inspektion weniger. :headshake: :headshake: also fällt die schon einmal raus.

Kaufe ich was neues, dann mache ich während der Garantiezeit auch die Wartung beim Händler meines Vertrauens. Das habe ich mir vorher gründlich überlegt und mit eingepreist. :kuscheln:

Danach gehe ich sicher in meine freie Zweirad Meister Werkstatt. :top: der von der Qualität seiner Arbeit, vom können und Wissen weit besser ist als mein damaliger Kawa Händler. :pfeif:

Zu absolut fairen Preisen. :top:

Von der Ausstattung der Werkstatt ganz zu Schweigen... :thx:

Ventilspielkontrolle bei meinem Kawa Händler um die 600 Euro. Meiner freie Werkstatt dann für 350 Euro gemacht. :top:

Es gibt zwischen Händler und selber Schrauben, wenn man den die Fähigkeiten und das können überhaupt hat, noch die Alternative einer freien Motorrad Werkstatt.
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Re: Auf Garantie verzichten?

#26 Beitrag von snap-on » 3. Okt 2020 12:23

Sehr teurer Roller von Vespa.

Kalt unfahrbar, bockt und hat extreme Lastwechsel, schlechte Gasannahme.

Gekauft und gewartet bei einem Händler, der für hohe Rabatte und "günstige" Preise bekannt ist.

Landet irgendwann bei mir.

Man muss mit dem Tester reingehen und ein wenig was tun.

Das kostet relativ viel Zeit und der Kunde sieht es nicht.
Und der Roller fährt auch so, wenn es nur billig sein soll, muss man darauf verzichten.

Wenn ich zwei Tage auf Schulung bin um zu lernen, was zu tun ist, ist mit Spesen und Verdienstausfall ein vierstelliger Betrag weg.
Der Tester kostet jeden Monat.....


Der Roller läuft wie verwandelt, der Kunde ist hochzufrieden.

Als freie Werkstatt kommt man da schnell an Grenzen. Auf wirklich hohem Niveau schrauben nicht so arg viele Freie, soweit ich das überblicken kann.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#27 Beitrag von awv99 » 3. Okt 2020 13:29

Also macht es Sinn, dass der Kunde sich eine (freie) Werkstatt sucht , die sich mit piaggio Produkten auskennt.....

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Re: Auf Garantie verzichten?

#28 Beitrag von versysmuc » 3. Okt 2020 13:56

snap-on hat geschrieben:
2. Okt 2020 22:14

Die GVO greift bei Krafträdern AFAIK nicht

ist es nicht umgekehrt?
Die GVO gilt immer, außer bei geregelten Ausnahmen?

Dann könnte man "Krafträder" nicht einfach pauschal ausschließen.

https://www.adjuga.de/veroeffentlichung ... verordnung

Die Ausnahmen:

https://dejure.org/gesetze/GWB/2.html
Gruß
Richard

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Re: Auf Garantie verzichten?

#29 Beitrag von Chriscgn » 3. Okt 2020 14:09

@roxin:

Die steigenden Stundenlöhne mancher Hersteller- oder Importeurgebundener Werkstätten haben zum Teil etwas mit Investionskosten und immer steigenden Ansprüchen der Hersteller / Importeure zu tun. Das ist teilweise haarsträubend, was diese verlangen. Gerade im Autobereich ist das bei VW wieder einmal zu sehen. Entweder hohe Kosten für einen Neubau, den dann ohne jegliche Sicherheit (war in den 90ern anders), dass man in zwei Jahren noch die Marke vertreiben darf. Da muss man als Händler überlegen und einige Schlaue haben daraufhin aufgegeben... Für den Werkstattbereich sieht es ähnlich aus. Immer komplexere Technik, teils zig verschiedene Motoren, DCT-Getriebe bei Honda, Elektroantriebe, und und und.. Und da wird der Händler oder die Werkstatt nicht gefragt, ob man bereit ist zu investieren. Ja, oder raus heißt es da! ABER, auch die Garantierückerstattungen der Hersteller und Importeure haben einen nicht unwesentlichen Anteil am Entstehen des Stundenverrechnungssatzes. Für Ford z.B. kann ich sagen, dass Ford seinen Servicepartnern prozentual den Stundenpreis vergütet, der vom Händler für Endkunden aufgerufen wird. So wird der Händler quasi gezwungen, die Stunden für alle zu erhöhen, weil das darf nicht abweichen. Wenn man jetzt annimmt, dass 50% Garantiearbeiten sind, ist natürlich die Auswirkungen von dem Anteil, den der Hersteller leistet, nicht dauerhaft darstellbar. Von der Umsatzrendite kann ich berichten, dass es seit den 80ern schon so ist, dass man als guter Vertragshändler im Autohandel bei ca. 0,2-0,4% liegt, viele legen derzeit, also in den letzten Jahren sogar drauf. Das System ist also krank.

@snap-on:

Das "man kann sich ja aussuchen, ob man hingeht" mag ich nicht unbedingt so stehen lassen, wenn man aufgrund der abweichenden GVO nicht zur Freien gehen darf. Da fehlt einfach die Konkurrenz und im Kölner Raum merkst Du das dann doppelt. Trotzdem bin ich erstmal happy, die 4 Jahre dabei zu haben, und muss fürs Frühjahr halt überlegen, ob Niederlande, Belgien oder oder oder einen Kurztrip werd sind, um Kosten zu sparen. Dies muss aber natürlich im Verhältnis stehen.

Was ich aber schlecht finde ist die mangelnde Transparenz zu Umfängen bei Inspektionen, bzw. die teilweise stark abweichenden angeblich notwendiger Arbeiten am Bike. Der Motorradmarkt ist im Servicebereich weit weniger transparent für den Endkunden als der Autobereich, wo ich z.B. dieses Scout-Portal habe, um Angebote reinzuholen und zu vergleichen, was ich wofür bezahle.
Gruß, Christian

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Re: Auf Garantie verzichten?

#30 Beitrag von Roxin » 3. Okt 2020 14:22

Vor dem Kauf habe ich mich informiert. Mir wurde z.b. der Preis von 350€ genannt. Auch wurde mir für das 2018er Modell der Wartungsplan mit 12.000 Intervall ausgehändigt .
Auf späterer Nachfrage hieß es nur "da hat sich der Kollege vertan".

Bin jetzt mit der 12.000er durch, Öl, Luftfilter, Bremsflüssigkeit gewechselt, Zündkerzenbild angeschaut , Kette etwas nachgespannt und habe ein paar lose Schrauben gefunden. Schalthebel und Tank war lose.
Hat mich 1,5 Std gekostet.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#31 Beitrag von Chriscgn » 3. Okt 2020 16:30

Roxin hat geschrieben:
3. Okt 2020 14:22
Vor dem Kauf habe ich mich informiert. Mir wurde z.b. der Preis von 350€ genannt. Auch wurde mir für das 2018er Modell der Wartungsplan mit 12.000 Intervall ausgehändigt .
Auf späterer Nachfrage hieß es nur "da hat sich der Kollege vertan".

Bin jetzt mit der 12.000er durch, Öl, Luftfilter, Bremsflüssigkeit gewechselt, Zündkerzenbild angeschaut , Kette etwas nachgespannt und habe ein paar lose Schrauben gefunden. Schalthebel und Tank war lose.
Hat mich 1,5 Std gekostet.
So erlebt auf beiden Seiten der Servcieannahme, vollkommen unbefriedigend!
Gruß, Christian

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Re: Auf Garantie verzichten?

#32 Beitrag von snap-on » 3. Okt 2020 18:17

awv99,

wir haben aus dem Portfolio der Piaggio-Gruppe nur einen kleinen Teil.

Ich schätze, ich habe nur dafür ca. 20 Schulungen.

Sehr viele wichtige Dinge erfährt man nur bei den Schulungen.
Alle Schulungsunterlagen, das sind bei mir viele tausend Seiten, sind mit der Händlernummer gekennzeichnet.

Das will gut überlegt sein, die weiterzugeben....

Ein Kollege, der wirklich gut schraubt, hat mich angerufen, weil der MP-3 kein Gas annimmt.
Da schadet es nicht zu wissen, dass der eine Sitzbelegungserkennung hat....

Der gleiche hat schon mal angerufen, weil ein Roller nicht gelaufen ist, da haben die alles mögliche getauscht.
Dabei muss man nur die neue CDI freischalten, sonst läuft das Ding nur mit Standgas. Dafür gibt es aber keinen Tester, nur ein Rundschreiben aus alten Tagen.

Bei einem MP-3 muss man bei der Inspektion die Lager der beiden vorderen Federbeine abschmieren und einstellen.

Wenn das einer macht, der das nicht regelmäßig macht, dann braucht er dafür zwei Stunden.
Außerdem braucht er dazu drei Spezialwerkzeuge ohne die das nicht geht.

Ich weiß genau, was der ehemalige Arbeitgeber, freie Werkstatt, dann macht, wenn er da eine Inspektion macht: Gar nix.

Weil er die Ausrüstung nicht hat und weil er es nicht wirtschaftlich machen kann.
Er verläßt sich drauf, dass schon nix sein wird, Langlebigkeit ist wurscht, aber seine "Inspektion" ist eben billiger, weil er halt manche Sachen einfach nicht macht.

Softwareupdates sind bei Produkten von Piaggio häufig, quer durch alle Produktgruppen.
Wie macht die denn die freie Werksatt, die sich "mit Paggio gut auskennt"?

Die Rechtssprechung hat sich dahingehend entwickelt, dass eine Werkstatt bei einer Inspektion auch prüfen muss, ob für das Fahrzeug ein Rückruf offen ist.

Fragt einfach mal nach der "Inspektion" in der freien Werkstatt, ob sie diesen Punkt erledigt haben.

Und wenn sie es nicht erledigt haben, und das wird mehrheitlich der Fall sein, dann vergleicht nicht ein Menü im Restaurant mit einer Currywurst im Stehen oder nem Burger auf die Hand.

Ich mag ne Currywurst im Stehen, keine Frage. Aber ich käme nicht auf die Idee, dem Steakhaus "Ausbeutung" vorzuwerfen.

Ein junger Kollege aus der freien Werkstatt hat bei einem MP-3 Lima-Stator und Regler erneuert, da die Batterie nicht geladen wurde.
Die Kiste hat aber dafür eine Sicherung, an einer Stelle, auf die man niemals kommt.
Ich habe das am Telefon in einer Minute repariert.

So, jetzt hat die freie Werkstatt, und das ist ne gute Werkstatt, nene Stator und nen Regler verbaut.

Nach mehreren Stunden Sucherei war es dann eine Sicherung für 30 Cent.

Glaubt hier wer, die bauen die Teile, die sie nicht zurückgeben können und nie mehr brauchen werden, wieder aus und der Kunde zahlt nur die Sicherung?

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Re: Auf Garantie verzichten?

#33 Beitrag von awv99 » 3. Okt 2020 18:46

Da hast Du natürlich Recht...

Mangelnde spezielle Kenntnisse und mangelndes fahrzeugspezifischrs Know How durch das übliche
"tauschen wir mal aus" zu ersetzen ist kein Weg um zufriedene Kunden zu haben/halten .

Aber es kommt ja immer auch darauf an um was es geht....
Ein Ölwechsel, Kettenkit tauschen, lufi ersetzen, Kerzen inspirieren , Bremsbeläge tauschen , Reifen wechseln bedingt aus meiner unvollkommen Sicht kein exklusives Spezialwissen um dafür sehr hohe Stundensätze zu berechnen/bezahlen.
D.h. da kann eine freie Werkstatt punkten.

Wenn ich eine Aprillia habe die fahrzeugspezifisch Probleme macht , bin ich ganz sicher gut beraten einen Fachmann ( da ist Markenhändler imho keine Auszeichnung) zu suchen.
Ist mir so mit meiner Caponorrd Rally gegangen.
Der sehr sehr gute Händler Vince Johnson in Viersen hat recht schnell die richtige Diagnose gestellt und das Problem behoben.
Ein andere Aprillia Händler war schon mit Auskünften zu diesem Modell überfordert.
Der Stundensatz zwischen beiden dürfte nicht gross differieren....

Es gubt aber auch freie Werkstätten die sich auf Themengebiete spezialisiert haben.
Z.B. BMW , 2 Takter, usw.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#34 Beitrag von snap-on » 3. Okt 2020 20:18

Doch, die Freien haben zufrieden Kunden.

Denn der eine MP-3 Fahrer von oben weiß ja nicht, dass seine Federbeinlager weder eingestellt noch abgeschmiert wurden - der freut sich nur über die billige Inspektion.

Braucht er nach paar Jahren neue Lager, weil er beim TÜV durchgefallen ist, und lässt dass beim Händler machen, findet er das dann unverschämt teuer und völlig überzogen.
Einen Piaggio kauft er eh nie wieder, weil die Lager so schnell verschleißen....
Wie sollte er denn erfahren, dass er die selbst kaputtgespart hat?

Am Moppedtreff hat er einen mit dem gleichen Modell getroffen, der sagt auch, dass das Scheißkisten sind, bei dem war die Lichtmaschine kaputt.
Aber wenigstens war der Einbau nicht so unverschämt teuer wie beim Händler, da konnte er noch was sparen, die waren da recht human und scheißfreundlich.....

Das ist das, was die zwei Besitzer aus den obigen Beispielen mit ihren Wissenstand wahrnehmen und was sich in Foren widerspiegelt.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#35 Beitrag von RG206cc » 3. Okt 2020 22:58

snap-on hat geschrieben:
3. Okt 2020 12:23
Als freie Werkstatt kommt man da schnell an Grenzen. Auf wirklich hohem Niveau schrauben nicht so arg viele Freie, soweit ich das überblicken kann.
Dies gilt im gleichen Maße aber auch für die Markenhändler.

Was ich da schon erlebt habe bei meinem Kawa Händler... :pfeif:

Als mein Stamm Mechaniker (der war super) Mal nicht die Inspektion bei meiner Versys machte, sondern ein neuer Mechaniker, gingen bei mir schon alle Lichter an.

Als er neues Öl einfüllen will Frage ich ihn.. wie viel gehört da eigentlich hinein. Seine Antwort...3,5 Liter. :? :headshake: meine nächste Frage... Was hast du vorher gemacht...er darauf... Auto Mechaniker. :kuscheln: war klar als er 3,5 Liter einfüllen wollte. 8-)

Dann bekam er von mir einen verbalen Einlauf 8-) wenn ich nicht so ein ungutes Gefühl gehabt hätte, dann wäre ich mit einem Moped vom Hof gefahren und 1,5 Liter mehr Öl im Motor. Wie lange wäre das gut gegangen...?

In meiner freien Werkstatt steht eine Yamaha, Motorschaden. Frage ich den Chef.. Wie kam das denn. Er... Inspektion beim Yamaha Händler, Kunde fährt vom Hof und 20 km später Motorschaden. 8-) Jetzt bekommt er einen Austauschmotor.

An meiner Versys schraubt der Chef selbst der Zweirad Meister ist. Beim Markenhändler schraubt wer... Lehrling... Angelernter... Auto Mechaniker...?? Mit Glück vielleicht Mal ein Zweirad Mechaniker.

Es gibt sehr gute Markenhändler und Werkstätten, aber auch von freien Werkstätten gibt es hervorragende.

Die Gleichung... Marken Werkstatt gleich top Arbeit... Freie Werkstatt gleich schlechte Arbeit ..

Das würde ich nicht unterschreiben... :kuscheln: :cheers: den das ist exakt konträr meiner Erfahrungen....
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Re: Auf Garantie verzichten?

#36 Beitrag von Roxin » 3. Okt 2020 23:51

Dazu meine Erfahrungen:
Von Scottoiler gibt es eine empfohlene Einbauposition am Kettenblatt.
Die Werkstatt tropft das Öl auf das Ritzel.
(Ist Sche...ße und funktioniert nur bis 30 Kmh)
Auf die Frage, warum haltet ihr euch nicht an die Einbauempfehlung, kam nur: Das machen wir immer so.
Bei der 1000er Insp. wurde die Seitenverkleidung zerbrochen. Ich fragte, wie sowas passiert? Antwort: Ich wußte nicht, wie die ab geht. Hab ne Schraube vergessen.
Daher ist mein Vertrauen in die Markenwerkstätten recht begrenzt.
Einbau einer Steckdose, Steckdose kostet 16€, der Einbau 350€.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#37 Beitrag von snap-on » 3. Okt 2020 23:59

Habe ich irgendwo geschrieben, dass alle Vertragshändler top Arbeit abliefern und alle Freien nix können?

Da ich beides kenne weiß ich, wie schnell Freie an Ihre Grenzen stoßen.
Das Probelm bei Freien sind nicht so sehr schlecht ausgeführte Arbeiten, sondern öfters schlicht und einfach gar nicht ausgeführte Arbeiten. Was man nicht macht, kann man auch nicht falsch machen...

Warum ist denn die Nachfrage nach Zugang zu den Herstellerportalen gleich null?

Weil Wissen Geld kostet, egal wie man es erwirbt.
Und wenn das der Kunde nicht bezahlen will, dann muss es eben auch ohne gehen.

Enormes Know-how findet man zuweilen bei Freien, die sich auf eine Marke spezialisiert haben.

So einen haben wir hier um die Ecke. Der hat Zugang zum Portal, Tester, Spezialwerkzeuge etc.
Stundensatz natürlich dreistellig, teurer als wir.

Hier hat gerade einer eine 12000er Inspektion in 1,5 Stunden gemacht.
Interessant. Unterdruckabgleich, ABS und FI auslesen, ABS-Modul angesteuert und geprüft, Funktionstest diverser Aktoren der FI und die niederen mechanischen Arbeiten in nur 1,5h?
Muss ja eine toll eingerichtete Hobbywerkstatt haben.

Sagen wir mal so, er hat einge der Arbeiten erledigt, die zu einer 12.000er Inspektion gehören.
Und zu mehr reicht es auch bei vielen Freien nicht, weil das Equipment fehlt.
Und dort wo es vorhanden ist, ist es eben sehr oft schon lange nicht mehr billig.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#38 Beitrag von Bügelfrei » 4. Okt 2020 03:56

Das ist ein schöner Traum, in dem man von Werkstätten grundsätzlich fair behandelt wird und wo der Hersteller grundsätzlich maximale Kulanz, koste es was es wolle - bloß weil man sein Scheckheft brav erfüllt hat, an den Tag legt. In diesem Traum bezahle ich auch GERNE einen Stundenlohn von 120E - weil ich weiß daß ich kompetent und ohne Abzocke behandelt werde.

Leider befindet sich dieser Traum aber fernab der Realität. Nach meiner Erfahrung versuchen 3 von 4 Werkstätten einen mehr oder weniger abzuzocken und sich bei jeder Gelegenheit ein unverdientes Zubrot zu ergattern - und es ist (immer wieder) ein Leidensweg eben diese 4. Werkstatt zu finden, die das nicht tut. Besonders wenn man aufgrund von Garantie eine vernünftige Vertragswerkstatt sucht.

Meine Empfehlung ist daher IMMER die Rechnungen GENAU zu kontrollieren. JEDE Werkstatt lebt von den Reparaturkosten und das ist auch absolut in Ordnung. Bei weitem NICHT JEDE Werkstatt ist dabei aber korrekt in der Abrechnung. Und auch als Normalo, der sich diesbezüglich wenig auskennt, läßt sich oft solche angeblich irrtümliche (wenn man darauf hinweist LOL) Abzocke erkennen. Beispielsweise daß einem Ersatzteile teurer verkauft als bei Kawasaki gelistet oder Standardprozeduren wie TÜV überteuert in Rechnung werden.
Solche Vorkommnisse sind dann für meinen Geschmack ein deutliches Indiz dafür sich besser eine andere Werkstatt zu suchen.

Aller realen und bewußten Abzocke zum Trotz werde ich dennoch versuchen meine 2+2 Jahre "Garantie", sprich Werksgarantie + Garantieversicherung, juristisch einwandfrei aufrecht zu erhalten.
Gerade Versicherungsleistungen orientieren sich immer an der statistisch erwartbaren Schadenshöhe und setzen ihre Prämien dementsprechend. D.h. wenn ich im statistisch erwartbaren Mittel liege zahle ich drauf, ganz klar!
Wenn ich aber (unerwartbar) ein echtes Problem bekomme (hier im Forum war z.B. mal von einem kapitalem Getriebeschaden die Rede, der womöglich durch intensive Benutzung des Quickshifters entstanden ist (?)...) bin ich froh mein Sparkonto nicht plündern oder alternativ das Motorradfahren nicht sein lassen zu müssen...

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Re: Auf Garantie verzichten?

#39 Beitrag von blahwas » 4. Okt 2020 09:09

Spannender Thread, interessante Einblicke :top:

Ich habe mit freien Werkstätten gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Und ich habe mit Vertrags-Werkstätten gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Glücklich ist, wer lang genug an einem Ort lebt, um den Unterschied für sich raus gefunden zuhaben. :top:

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Re: Auf Garantie verzichten?

#40 Beitrag von snap-on » 4. Okt 2020 09:27

Es werden Ersatzteile teurer verkauft, als bei Kawasaki gelistet?

Was bedeutet das "U" in UPE?

Jedenfalls nicht "unbedingt".....

Da der Händler in aller Regel selbstständiger Kaufmann ist und keine Filiale des Importeurs, wären festgelegte Ersatzteilpreise eine unzulässige, illegale Preisabsprache.
Es gibt nur wenige - gesetzlich geregelte - Ausnahmen, wie etwa die Preisbindung im Buchhandel. Da sind dem Händler nicht nur Aufschläge verboten, sondern auch Rabatte.
Das würde im Fahrzeugbereich nicht jedem gefallen....

Es gibt etwas, das nennt sich "Kalkulation".
Wer in etwa weiß, was das ist, dem ist auch klar, dass ein Händler in der Großstadt, mit >10.000.- Monatsmiete, die Teile nicht zum gleichen Preis verkaufen kann und muss, wie ein Händler in eigenen Räumlichkeiten auf dem Dorf im Nirgendwo.


Und hier mal die Situation des Freien:

Ich bekomme alle Teile für eine Inspektion an einer xy in guter Qualität vom After-Market, bis auf ein Teil im Wert von ca. 50.-, z.B. eine Ventildeckeldichtung, die es nur original gibt.

Die bestelle ich bei einem Großhändler in Belgien.

Ich bekomme je nach Hersteller 10 - 22% Rabatt, zahle allerdings 7,50 netto Fracht, und, falls der Bestellwert unter 100.- ist, weitere 7,50 Mindermengenzuschlag.

Und die VDD verkaufe ich dann zur UPE?
Weil ich meine Kunden so lieb habe....

Steht bei mir irgendwo "Idiot" auf dem Firmenschild?

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