Auf Garantie verzichten?

Euere Kosten für Inspektionen, Wartungen und Service bei der Kawasaki Versys 1000
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awv99
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Re: Auf Garantie verzichten?

#41 Beitrag von awv99 » 4. Okt 2020 10:00

Es muss aber
(* um mal einen Gegenpol zu setzen *)
auch nicht jeder Kunde
das Schuld "Idiot" auf der Stirn tragen.

Leben und leben lassen
und das am besten freundlich und sachlich
hilft beiden Seiten.

Im Moment boomt der 2-Radmarkt, aber wahrscheinlich kommen auch mal wieder etwas knappere Zeiten.
Noch sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie nicht vollständig im Arbeitsmarkt angekommen...

Roxin

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Re: Auf Garantie verzichten?

#42 Beitrag von Roxin » 4. Okt 2020 10:27

Ich denke, wenn auch beim Motorrad die Besteuerung nach CO2 kommt, wird es einbrechen. Österreich macht es vor.
Extremes Beispiel, Ford 60.000 Insp mit DSG für über 1000€.
Im Prinzip nur Ölwechsel bei Motor und Getriebe.
Motoröl kostet 29€ + MWST. Also nur für Öle 500€.
Wenn ich Öl selber mitbringen, kostet mich das Öl (Motor + Getriebe) ca. 100€.
Nur am Öl 400€ verdienen, das ist für mich nicht mehr normal.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#43 Beitrag von Luzifear » 4. Okt 2020 10:43

Tach,
Roxin hat geschrieben:
4. Okt 2020 10:27
Extremes Beispiel, Ford 60.000 Insp mit DSG für über 1000€.
Im Prinzip nur Ölwechsel bei Motor und Getriebe.
vielleicht hast du einfach eine falsche Vorstellung vom Aufwand des Ölwechsels bei einem DSG,
die komplette hydraulische Steuereinheit muss gespült werden
und anschliessend sind noch ein paar "Kleinigkeiten" am Tester zu erledigen.

Servus, die Luzi
Ich bin der, vor dem dich deine Eltern immer gewarnt haben. :lol:

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Re: Auf Garantie verzichten?

#44 Beitrag von snap-on » 4. Okt 2020 10:57

...knappere Zeiten?

Willst du wissen, wie der "Boom" aussieht?

Ich bin jetzt seit 35 Jahren in der Branche.
Ich war nie in Versuchung, einen eigenen Laden aufzumachen.

Schulung, wir stehen vor einem Motorrad für brutto 25.000.-
Der neben mir sagt, das wäre sein Traummotorrad.
Ich meine, dann solle er sich eine kaufen.
"Das ist nicht drin...."

Das war ein Händler.
Das heißt, er bürgt und trägt das Risiko für sechsstellige Verbindlichkeiten.
Er hat mindestens einen Arbeitnehmer, in aller Regel noch eine Ehefrau, die mehr oder weniger gut bezahlt mitarbeitet.
Seine Arbeitszeit wird in der Saison von Ende Februar bis etwa Oktober bei 55 bis 80 Wochenstunden liegen.
Ich habe in dieser Zeit fünf Tage Urlaub, das wird bei ihm nicht anders sein, dafür arbeite ich jeden Samstag, er mit Sicherheit auch.
Anders als ich trägt er noch die Risiken eines Selbstständigen was Krankheit und Altersvorsorge etc. betrifft.

Und dann kann er sich ein Motorrad für 25 Mille minus Händlerrabatt nicht kaufen?
Als Angesteller in der Branche verdient man wirklich nicht gut.
Aber wenn eine Kiste für 25.000.- mein Traum wäre, dann hätte ich eine.

Deshalb wollte ich nie Händler sein.
Die allermeisten Händler sind Idalisten und Freaks, die nichts anders können und machen wollen als Motorräder und besser schrauben als rechnen können.

Wenn man sich Händler anschaut, die richtig Kohle haben, dann stellt man fest, dass die ihre Brötchen mit was anderem verdienen und den Motorradhandel oft nur aus Liebhaberei weiterlaufen lassen.

Ich kenne paar mit Kohle, die waren "nebenbei" Großhändler, hatten eine große Gebäudereinigung, Immobilien oder andere Geldquellen, das Motorradgeschäft lief da als Nullsumenspiel nebenbei.
Als der Umgang mit den Kunden immer unspassiger wurde, haben die ihre Läden zugesperrt - und haben immer noch Geld. Die haben diese Läden nie gebraucht, oder nur in ihren Anfangsjahren....

Hier gab es in den 70ern, da waren die Zeiten noch gut, einen sehr guten Honda- und Yamaha-Händler.
Den habe ich mal getroffen, als ich ein Oldtimerteil suchte.
Ich habe ihn gefragt, warum er aufgehört hat.
Er meinte, er hätte nebenbei auch noch was anders verkauft.
Und sich dann mit seinen Söhnen darauf konzentriert.
Denn in der Branche wäre noch nie was verdient gewesen......

Ich muss mir nur die Händler hier anschauen.
Die allermeisten haben wie ich einen technischen Hintergrund, sind Freaks, haben meist wie ich auch Erfahrung im Motorsport als Rennfahrer oder Rennmechaniker, haben die Leidenschaft Motorräder immer gelebt und wollten nichts anderes machen.

Ich kenne keinen kühl rechnenden Kaufmann, der sich diese Branche ausgesucht hat, weil man da gutes Geld verdienen kann.

In zehn Jahren hat meine Generation ausgedient.
Die Mehrzahl der Händler wird verschwinden, weil sie keinen Nachfolger finden.
Den eigenen Kindern kann man das nicht empfehlen.
Die paar angefressenen Mechaniker, die es noch gibt, werden die Läden ihrer Chefs nicht übernehmen können, weil sie von der Bank kein Geld bekommen. Die Banker schauen sich die Branchenvergleichszahlen an und winken ab, kein Interesse.

Mit Glück können die Nachwuchskräfte Servicestützpunkte mit Vertrag werden, das gibt es schon, wo das Händlernetz zu dünn geworden ist.
Aber auch dafür müssen sie mehr Kohle haben, als sie in dem Job verdienen und sparen können, da muss von zu Hause aus schon etwas Geld oder eine geeignete Immobilie da sein.

Ich habe mal den Freund eines Onkels beucht, ehemaliger Motorradhändler, früher Rennfahrer im Amateurbereich.
Hat eine sehr beeindruckende Sammlung zusammengetragen, locker eine Million wert.

Hat sein Geld mit Unfallinstandsetzung, einer Autolackiererei und Autohandel verdient, nebenbei sein Motorradgeschäft immer weiter laufen lassen, weil er auch ein Angefressener ist.
Das ist der typische Werdegang eines Motorradhändlers mit Geld.
Ohne sein Motorradgeschäft hätte er wahrscheinlich noch mehr, nicht weniger Vermögen.

Willkommen in der Realität.

Wenn euer Händler geldgeil wäre, dann wäre er längst kein Motorradhändler mehr, sondern würde E-Bikes verkaufen oder Küchen.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#45 Beitrag von Roxin » 4. Okt 2020 10:58

Der Aufwand wird ja auch abgerechnet, aber zusätzlich nochmals 400€ extra am Öl verdienen...
Auf der Rechnung sind die Öle ja mit fast 500€ gelistet.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#46 Beitrag von snap-on » 4. Okt 2020 11:08

roxin, ein Freund ist Betriebswirt, hatte ein grosses Autohaus.
Der kann Bilanzen lesen.

Sehr oft ist der Ertrag aus dem Ölgeschäft gleich dem ganzen Jahresgewinn.

Das heißt alles andere, vom Neuwagenverkauf über die Werkstatt bis zum Teilewesen, ist in Summe bestenfalls ein Nullsummenspiel.
Viele wissen gar nicht, wo genau sie Geld verdienen und wo sie welches verlieren.

Irgendwann werden die Profis das Heft in die Hand nehmen und den Fahrzeughandel und die Wartung nach betriebswirtschaftlichen Kriterien kalkulieren, ohne jede Sentimentalität, das fängt bei den Autos schon allmählich an.

Dann werden sich einige Leute keine Motorräder mehr leisten können und ihren geldgierigen Krautern, die sie so abgezockt haben, bittere Tränen hinterherweinen.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#47 Beitrag von awv99 » 4. Okt 2020 11:28

@snap-on

Klappern (klagen) gehört für viele kleine Untetnehmer imho zum Handwerk.

Hier ist die Realität eher so ,
dass sich einige Marken extrem gut verlaufen. Das Geschäft boomt. Trotz (oder gerade wegen) Corona.

Das zu einem erfogreich geführtem kleinem Unternehmen immer auch ein guter betriebswirtschaftlicher Ansatz gehört,
ist selbstverständlich.

Das ganze wird natürlich auch je nach Marke unterschiedlich ausfallen.
Das Piaggio mit Moto Guzzi u. Aprillia (auch dank der Modelle) im Moment nicht zu den grossen Gewinnern zählt , ist sicher so .
Aber bei KTM z.B. läuft es sehr gut...

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Re: Auf Garantie verzichten?

#48 Beitrag von frieda » 4. Okt 2020 11:29

Der technisch Unversierte hat nicht immer eine Vorstellung vom Aufwand einer Wartung, im positiven wie im negativen.

Einfaches Beispiel ältere Piaggio oder Yamaha Großroller, Einlaßventil beim liegenden Einzylinder einstellen, keine zehn Minuten, wenn man dran kommt.

Realität, ein Großteil der Kunststoff-Aussenhaut muß oft demontiert werden, immenser Zeitaufwand der vielen Kunden beim Kauf

des Fahrzeuges nicht bewußt ist und sie finanziell auf dauer abschreckt. Folge, Wartung findet nicht mehr statt, bis zu ersten Schäden, dann oft Notverkauf.

Ich baue in solche Fahrzeuge eine kleine Wartungsklappe ein und die Plastikschlacht gibt's nicht mehr.

Warum machen die Hersteller das nicht ? :? ;) :laughter:

Original Wartung um die Garantie zu erhalten, wird erschwert, Plastiknasen brechen ab, Schrauben fehlen, Folgeschäden, auch bei Vertragshändlern,

sind die Folge.

Wer Spaß und Interesse an Technik hat, Lust auf learning by doing hat, die Ausdauer auf Erfolgserlebnisse zu warten, der kann den systembedingten

Teufelskreis nach Ablauf der GESETZLICHEN Garantie durchbrechen und das gespart Geld für Benzin und Reifen verbrennen. ;) :cheers:

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Re: Auf Garantie verzichten?

#49 Beitrag von snap-on » 4. Okt 2020 11:47

avw,

Bei KTM läuft es sehr gut.

Das ist das, was du als Laie wahrnimmst. Ich nehme an, anhand der Zualssungszahlen und dessen, was du an KTMs auf den Strassen siehst....


Stell dir vor, du bist ein Händler der Marke X.

Diese Marke X erreicht ihre Marktanteile auch dadurch, dass sie ihre Überproduktion in großen Chargen an ausgesuchte Händler verscherbelt, so billig, dass diese dann diese Motorräder unter dem Einkaufspreis der anderen Händler überregional verticken.
Was glaubst du, bedeutet das für dein Geschäft?

In einer Zeitschrift für den Fachhandel hat sich ein Händler über diese Praktiken, die natürlich seinen Ertrag aus dem Neufahrzeugverkauf in die Verlustzone gedrückt haben, bitter beklagt.
Er nannte keine Namen, trotzdem wussten alle Leserbriefschreiber in der nächsten Ausgabe, wer gemeint war.



Bei BMW läuft es sehr gut.

Nun, ich kannte einen Händler, top Lage, Einzugsbereich bis nach München, ordentlicher Marktanteil.

Wollte sein Geschäft verkaufen oder verpachten.

Hat zusammen mit dem Hersteller zwei Jahre u.a. in Fachzeitschriften nach einem Nachfolger gesucht.

Es fand sich keiner, er hat sang- und klanglos zugesperrt.

Ist es mit den Gesetzen der Marktwirtschaft vereinbar, dass sich für eine Vertretung des unumstrittenen Marktführers kein Nachfolger findet?

Wäre das Geschäft lukrativ, es fänden sich Interessenten.

Vor 30 Jahren wäre allein die Kundenkartei so eines Betriebes eine stattliche Summe wert gewesen.
Heute ist der Firmenwert eines grossen Motorradhauses in guter Lage zuweilen 0.-.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#50 Beitrag von snap-on » 4. Okt 2020 12:08

awv, ich habe gar keinen Grund zu klagen.

Mir geht es bestens. Denn ich arbeite gern und bin fleißig.

Ich habe einen Job der anstrengend und schlecht bezahlt ist, aber den ich gerne mache.

Nebenbei meine eigene Bude.

Ein Vollzeit-Selbstständiger muss aus seinem Stundensatz seine Krankenversicherung und seine Altersversorgung bezahlen.
Das ist bei mir durch den Vollzeitarbeitsplatz erledigt.

D.h. mir bleibt natürlich von meinem Stundensatz viel mehr.

Ich habe stets Unsummen für Werkzeug ausgegeben und könnte mich ganz selbstständig machen, ohne eine Mark von der Bank zu brauchen.
Die Werkstatt war immer meine zweite Arbeitslosenversicherung.

Wenn ich einen Werkzeugwagen für 2 Mille sehe, der mir gefällt, dann kaufe ich den, auch wenn ich schon vier habe.
Auch in Corona Zeiten. Oder gerade deswegen, wir dürfen uns jetzt nicht gegenseitig kaputt sparen.


Aber ich würde mich nur selbstständig machen, wenn ich müsste, wenn ich arbeitslos werden würde.
Niemals freiwillig. Nicht in der Branche.
Ich war eben auch im kaufmännischen Teil der Ausbildung ein Einserschüler :-)



Hier sperren der Reihe nach die alteingesessenen Autohäuser, die Familienbetriebe, zu, wenn sich in der Familie kein Nachfolger findet. Eines nach dem anderen wird aber sofort in Filialen von Ketten der Mehrmarkenhändler umgewandelt, die schon mehrere Autohäuser betreiben.

Diese Ketten haben teilweise auch Motorradgeschäfte betrieben.
Zwei Jahre.
Dann hatten sie die Nase voll.

Warum wohl?

Warum verschwinden Händler ohne Nachfolger, warum kündigen die ihren Händlervertag und fretten sich die paar Jahre bis zur Rente als Freie durch?

Wer gibt freiwillig ein lukratives Geschäft auf?
Warum finden sich keine Käufer für alteingesessene Geschäfte?

Die Antwort ist denkbar einfach....

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Re: Auf Garantie verzichten?

#51 Beitrag von Scarrface » 4. Okt 2020 16:58

Also meine wird im März 21 auch 2 Jahre alt. Hatte nach 7000km beim Bremsen Lenkerschlagen. Bremsscheiben verzogen. Neue auf Garantie(bei 12 tkm inspektion) verbauen lassen, Bremsbeläge durfte ich selber zahlen. Jetzt hab ich etwas über 21tkm drauf und Bremse deutet sich wieder langsam schon seit 1000km an. Wieder verzogen. Des weiteren Vibriert jetzt das ganze ab ca 180 - Vmax, als wenn eine Unwucht drin wäre. Gut Reifen kommen bei der 24tkm auch neu.
Und ja ich habe 4 Jahre Garantie bekommen, war damals eine Aktion. So wie ich das sehe rentiert sich für mich die Garantie. K.A. was die Bremsscheiben kosten.....
Geschweige den wenn es mal mit dem Getriebe Probleme geben sollte.....

LG

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Re: Auf Garantie verzichten?

#52 Beitrag von Bügelfrei » 5. Okt 2020 01:43

snap-on hat geschrieben:
4. Okt 2020 09:27
Es werden Ersatzteile teurer verkauft, als bei Kawasaki gelistet?

Was bedeutet das "U" in UPE?

Jedenfalls nicht "unbedingt".....
[...]
Es gibt etwas, das nennt sich "Kalkulation".
Wer in etwa weiß, was das ist, dem ist auch klar, dass ein Händler in der Großstadt, mit >10.000.- Monatsmiete, die Teile nicht zum gleichen Preis verkaufen kann und muss, wie ein Händler in eigenen Räumlichkeiten auf dem Dorf im Nirgendwo.
Danke. Kalkulation also. Dann kenne ich jetzt immerhin eine alternative Schreibweise für Abzocke.

Ich gehe nämlich davon aus dass die Listenpreise derart gestaltet sind dass die Werkstätten dabei zumindest nicht drauflegen. Verdienen können sie ja gerne am Einbau, also der eigentlichen Arbeitsleistung.
Wenn ein notleidender Händler aber denkt sich *darüber hinaus* bei seinen gleichermaßen notleidenden Kunden bedienen zu können sollte er sich zumindest derlei Vorwürfe gefallen lassen.

Ohnehin dürfte die Anzahl an Motorradwerkstätten in der Fußgängerzone einer Innenstadt sehr überschaubar sein. Ansonsten ist eben der Standort ... nunja ... doch etwas unglücklich gewählt ... und bestimmt kein Argument für alle anderen sich an den Kunden zu bereichern, die ihre Rechnungen nicht kontrollieren. Nach dem Motto "Wenn die so doof sind dann sollen sie auch dafür bluten".

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Re: Auf Garantie verzichten?

#53 Beitrag von Roxin » 5. Okt 2020 06:23

Ich zahle ja gerne faire Preise, auch im PKW Bereich.
Ich kenne hier im Umfeld z.b. 3 Ford Werkstätten, da ist immer tote Hose. Warum wohl. Ein Kollege war dort und hat für Kuga Bremse Hinterachse Material 700€ bezahlt, plus Einbau.
Teile von TRW, Zimmermann, Brembo kosten etwa 150€.
Wieviel Marge ist denn am Material nötig? 20%, 100%, 500%?
Da ist es kein Wunder, wenn die Kunden ausbleiben.
Bei Verschleißteilen sieht mich keine Markenwerkstatt mehr.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#54 Beitrag von snap-on » 5. Okt 2020 09:11

Bei Kalkulation werden Preise ermittelt, die bei Berücksichtigung der Kosten einen Gewinn ermöglichen.

Es gibt Kosten, die für alle gleich sind ,z.B. den Einkaufspreis eines Teiles.

Und es gibt variable Kostem wie z.B. Löhne, Mieten etc.

Warum haben wir einen Stundensatz, der deutlich unter dem eines Händlers in München, aber deutlich über dem eines Händlers in Mecklenburg-Vorpommern liegt?

Zocken wir uns da selber ab, weil Kalkulation Abzocke ist?

Der Preis eines Motorrades ist übrigens vom Hersteller auch so kalkuliert, dass er in etwa für alle Händler passen sollte und dass die zumindest nicht drauflegen.

Möchtest du also in Zukunft bei Ersatzteilen und Motorrädern bei allen Händlern den gleichen, den Listenpreis bezahlen?
Das wird deinen Händler sehr freuen.

Oder ist deinen Vorstellung von "fair" eine Einbahnstrasse und wenn es für dich billiger wird, sind Abweichungen o.k., aber wenn es für dich teurer wird, ist es ganz böse und Abzocke?

Wenn du bei einem Luftfilter unbedingt die UPE zahlen willst - warum dann nicht beim Fahrzeug?



Roxin,

mal was zu solchen Preisen:

Werkstatt bestellt für einen PKW beim örtlichen Großhandel, der sog. Identteile von TRW etc. anbietet, einen Radlagersatz.

War ein Mißverständnis. Der Kunde hatte schon selber einen besorgt.

Also haben die den eingebaut und den bestellten an den Großhändler zurückgegeben, zur Gutschrift.


Beim Großhändler müssen sie das Ding wieder einlagern und den Zugang verbuchen.

Sie können den Barcode nicht scannen, ihr Warenwirtschaftssystem kennt das Teil nicht.

In einem Lager mit 2000 qm kann man nicht einfach wieder was ins Regal legenn, das muss passen. Da muss man genau sein.

Nach langem hin und her rufen sie beim Hersteller, FAG oder SKF an, ob sich da was geändert hätte.

Die lassen sich den Barcode geben.

Und fragen verblüfft, woher die denn diesen Amazon-Radlagersatz hätten?

Denn in der Werkstatt wurden die identischen Verpackungen vertauscht und der falsche Radlagersatz an den Großhändler retourniert.

Und in dem Satz, den der Amazonhändler "günstiger" verkauft, weil er nicht geldgierig ist, und nur das beste für die Kunden will, sind eben zugekaufte Lager aus China.

Und im teuren vom örtlichen Großhändler sind welche aus europäischer Produktion.

Das kannst weder du erkennen, noch weiß das die Werkstatt, noch weiß das der Großhändler.

Wer rechnet damit, in der gleichen Verpackung je nach Vertriebweg bessere und schlechtere Produkte zu bekommen?

Was heißt das für die Vergleichbarkeit von Preisen?



Bei Castrol hießen vollsynthetische Öle immer RS.

Bis es eine 2L-Sonderabfüllung RS für Tante L. gab.

Zwei Liter RS zum super Preis. Da sieht man mal, was die Geldgeilen Händler verdienen, wenn L. das so günstig verkaufen kann.

Auf dem Etikett stand in paar Millimeter großer Schrift, dass das ein teilsynthetisches Öl war.

Man hatte einfach ein Öl unter dem bekannten Namen eines höherwertigen Produktes verkauft.


Es ist für den Fachmann traurig bis erheiternd wenn Leute, die mangels Fachkenntnis auf solche Tricks reinfallen, dannn in Foren über Preise referieren.



Als man noch Vergaser baute, wurden die hochpräzisen Düsen nach der Fertigung gemessen und sortiert.

Die erste Wahl ging in die Fahrzeugproduktion.

Die zweite Wahl ins Ersatzteilgeschäft.

Die dritte Wahl auf den freien Markt, den sogenannten Aftermarket.


Wenn ich heute einen Vergaserrep.satz für ein älteres Fagrzeug kaufe, dann weiß ich, dass ich die Düsen darin nicht verwenden sollte.

Denn das Fahrzeug wird damit evtl. nicht vernünftig laufen, die Düsen sind schlampig gefertigt und haben oft nicht die richtige Größe.
Ich verwende die Dichtungen, den Rest schmeisse ich weg.

Originalteile sind sehr viel teurer.

Dafür gibt es sicher nicht immer, aber doch oft gute Gründe.
Wenn man die nicht kennt, sollte man mit seinem Urteil vorsichtiger sein.

Im konkreten Fall würde damit das Fahrzeug gut laufen.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#55 Beitrag von KWB1266 » 5. Okt 2020 23:49

Man sollte halt beide Seiten der Werkbank betrachten ;)
Klar kann man sparen, wenn man selbst schrauben kann, wenn man's verhunzt :help: zahlt man aber auch drauf...iss einfach so :]

Leben und leben lassen....

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Re: Auf Garantie verzichten?

#56 Beitrag von Friesländer » 6. Okt 2020 00:23

Naaaa,
das mein Motto ;)
... leben und leben lassen :top:
Jörg

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Re: Auf Garantie verzichten?

#57 Beitrag von versysmuc » 11. Okt 2020 13:33

snap-on hat geschrieben:
5. Okt 2020 09:11

Und fragen verblüfft, woher die denn diesen Amazon-Radlagersatz hätten?

Denn in der Werkstatt wurden die identischen Verpackungen vertauscht und der falsche Radlagersatz an den Großhändler retourniert.
Die Idee hat Potential, denn man hätte ja auch den falschen Radlagersatz in der "richtigen" Verpackung an den Großhändler retournieren können.
Dann wäre die Vertauschung nicht aufgefallen, jedenfalls nicht beim Großhändler.
Erst später beim Kunden, der diesen Radlagersatz bekommt.

Warnhinweis: Bitte nicht ausprobieren, das ist Betrug!
Gruß
Richard

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Re: Auf Garantie verzichten?

#58 Beitrag von blahwas » 11. Okt 2020 14:33

Das ist leider schon Routine, auch mit intakten und defekten Artikelb. weshalb teilweise auch weitere Merkmale angebracht werden, z.B. mit UV Tinte.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#59 Beitrag von Roxin » 11. Okt 2020 15:16

Und vielleicht noch die Anmerkung, dass Produkte aus China leider nicht immer schlechter sind als europäische Produktion.
Bei unserem Stammtisch sind 2 F800. Beide haben Probleme mit dem LKL. Teilweise halten die nur 10 TKm. Beim einen wurden die schon 2x auf Garantie getauscht.
Beim 3. Defekt hat die Werkstatt gefragt, ob sie statt der BMW Lager aus Rumänien nun SKF aus China einbauen dürfen. Seitdem ist Ruhe. Keine Ausfälle mehr.
Bei meiner ehemaligen Firma wurde Entwicklung+ Produktion von Portugal nach China verlagert. Die Module aus Portugal mussten später zurück gerufen werden. Die gleichen Module aus China hatten den Fehler nicht.
Daraufhin wurde unser Standort in D auch geschlossen.

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Re: Auf Garantie verzichten?

#60 Beitrag von versysmuc » 12. Okt 2020 19:34

Roxin hat geschrieben:
11. Okt 2020 15:16
Bei meiner ehemaligen Firma wurde Entwicklung+ Produktion von Portugal nach China verlagert. Die Module aus Portugal mussten später zurück gerufen werden. Die gleichen Module aus China hatten den Fehler nicht.
Daraufhin wurde unser Standort in D auch geschlossen.
Das ist bitter.
Gruß
Richard

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