Kuplungsgedanken

Tipps und Erfahrungen zu Fahrtechniken, Sicherheits- und Schräglagentrainings.
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Assassin650
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Kuplungsgedanken

#1 Beitrag von Assassin650 » 17. Sep 2019 23:01

na also... für manche vlt. recht primitives und uninteressantes, für mich als einen anfänger auf der 650er aber doch sehr hilfreich-wollte ich fragen was im allgemeinen normal und was wiederum nicht normal bzw. schädlich beim kuppeln sein kann...

also gangwechsel ohne kuplung ist schon klar, überlanges schleifen lassen auch, die grundtheorie behersche ich, aber dennoch... ich habe manchmal das gefühl, ich fahre zu ruckartig. mit sozius ist es umso bemerkbarer...

ist es beim zweirad generell etwas dynamischer, oder sind die pfärdchen da unten zu ungeduldig, oder ist meine technik einfach noch nicht ganz ausgereift? wie könnte man den gangwechsel etwas flüssiger durchführen, oder brauche ich da einfach mehr zeit und übung dafür den schaltvorgang etwas eleganter zu durchführen...?

vlt. sollte die frage sogar "wie soll ich schalten" heissen, aber jeder mit einem führerschein weiss wie es geht... mich interessiert einfach mal als einen anfänger, ob ihr da techniken, oder tips geben könntet um das schalten etwas flüssiger zu meistern ;)

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KWB1266

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Re: Kuplungsgedanken

#2 Beitrag von KWB1266 » 17. Sep 2019 23:37

Guuden,
parallel zum Kupplung kommen lassen, das Gas etwas öffnen, dann wirds weicher und die Lastwechsel geringer.
Klar ,wenn de de Gang reinmachst und die Kupplung zu schnell kommt, sollteste im Rückspiegel gugge ob die Sozia noch da ist ;)
Es ist wie alles Übungssache. Such Dir ne ruhige Strecke und geh alle Gänge durch. Rauf und runter. Dann bekommste ein Gefühl dafür. Evtl den Gaszug mit etwas weniger Spiel einstellen.

P.S. schalten ohne Kupplung ist etwas umstritten, aber es geht mit etwas Übung ohne Geknirsche....
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Re: Kuplungsgedanken

#3 Beitrag von frieda » 18. Sep 2019 02:44

Meine Art, wenns, schnell, geräuschlos und schonend hoch gehen soll:

1. Fuß unterm Schalthebel, zart anziehen, Druckpunkt ertasten.
2. Ist der Druckpunkt da, GLEICHZEITIG hochschalten und Kupplungshebel WENIGE Millimeter ziehen. Der Gang FLUTSCHT ohne Widerstand und Geräusch ein.

3. Mit Übung, in einer Bewegung, auch fast ganz ohne Kupplung.
4. Das Kupplungsspiel sollte gering, der Hebel gerade in Verlängerung zum Unterarm stehen, der Zug leichtgängig sein !!!!!

Nicht vorher schon Kupplungshebel ziehen.

Nicht Kupplungshebel ganz durchziehen und dann schalten.

Immer zuerst denn Druckpunkt im Getriebe ertasten, nie Gang REINHAUEN:

Kupplung ist in erster Linie zum Halten und Anfahren da.

Zwischengas oder genauer, Gas kurz wegnehmen beim Schalten, zur Entlastung
der Zahnräder, in erster Linie beim Runterschalten.

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marco1971

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Re: Kuplungsgedanken

#4 Beitrag von marco1971 » 18. Sep 2019 04:49

Der Tip von frieda geht m. E. schon in den Bereich Fortgeschritten. Aber schalten ohne Kupplung geht.

Als Anfänger denke ich solltest du das Zusammenspiel Kupplung/Gas einfach üben, üben, üben.
Kommt mit der Zeit. Man merkt dann einfach irgendwann wie es am besten passt, dass das Moped nicht mehr “bockt“ beim Schalten. Weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll. Einfach versuchen im Zusammenspiel etwas geschmeidig und nicht zu ruppig arbeiten. KWB hats ja schon beschrieben.

Wenn das flutscht kann man sich ja auch mal an ohne Kupplung versuchen. Meiner Meinung kriegt man es sanfter aber mit hin.

Grüße Marco
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blahwas
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Re: Kuplungsgedanken

#5 Beitrag von blahwas » 18. Sep 2019 07:24

Ich habe anfangs das Gas ganz geschlossen beim schalten. Das braucht man nicht. Rauf etwas schließen, gleichzeitig Kupplung und Schalthebel betätigen. Runter Gas einfach lassen. Nur Mut, die Kupplung hält viel aus. Im Vergleich zum Auto sind die Kräfte Mickey Mouse, und ein Tausch kostet nicht die Welt.

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Re: Kuplungsgedanken

#6 Beitrag von Michael_1969 » 18. Sep 2019 07:46

Immer bedenken, dass ein Mopedgetriebe nicht synchronisiert ist wie beim Pkw. Beim Auto übernehmen Synchronringe die Drehzahlanpassung der Ein-/Ausgangswelle im Moment des Schaltens. Hier knirscht es nur, wenn man den Schalthebel zu schnell durchreißt, und der Synchronisation so die Zeit zur Drehzahlanpassung nimmt.

Ganz anders beim Moped - hier ist der Fahrer selbst zuständig, für die nötige Drehzahlanpassung zu sorgen. Eine selbsttätige Synchronisation gibt es nicht.

Das heißt beim Hochschalten: die Motordrehzahl nicht abfallen lassen. Wer zuerst die Kupplung zieht und das Gas schließt, bevor er/sie den nächsthöheren Gang einlegt, hört ein hässliches "Klonk". Denn die nun langsam drehende Eingangwelle wird abrupt auf die schnell drehende Ausgangswelle beschleunigt. Deshalb besser schnell hochschalten, solange der Motor noch Drehzahl hat. Je besser die Motordrehzahl beim Schaltvorgang zur anschließenden Drehzahl der Ausgangswelle passt, umso "weicher" der Schaltvorgang. Das benötigt Übung und gelingt auch Könnern im Eifer des Gefechts nicht immer perfekt.

Beim Runterschalten dasselbe: ein leichter Gasstoß im Moment des Drauftretens auf den Schalthebel bei gezogener Kupplung freut das Getriebe. Das mache ich schon ganz automatisch, denn das "Knirschen im Gebälk" beim Runterschalten ohne Zwischengas mag ich gar nicht. Was natürlich nur beim Runterschalten in Fahrt gilt, wo die Ausgangswelle schnell dreht. Rolle ich langsam auf die Ampel noch im großen Gang zu, dreht die Ausgangswelle bereits entsprechend langsam. Zwischengas beim Runterschalten ist dann nur wenig bis überhaupt nicht nötig. Auch hier gilt: alles Übungssache.

Grüße Michael

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Re: Kuplungsgedanken

#7 Beitrag von Assassin650 » 18. Sep 2019 09:17

super tipps jungs! wirkluch danke schön! ;)

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Re: Kuplungsgedanken

#8 Beitrag von Bayoumi » 18. Sep 2019 21:06

So wie blahwas mache ich es auch, und was Michael beschreibt ist logisch. Mir hat übrigens das hochschalten ohne Kupplung geholfen, das hochschalten mit Kupplung zu verfeinern. Keine Ahnung warum, aber es kann mit der zu langsamen Welle zu tun haben die Michael erwähnte.
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Re: Kuplungsgedanken

#9 Beitrag von Schelle66 » 18. Sep 2019 21:10

Viel Geduld und Übung, wie bei allem im Leben, ist das wichtigste.
Wenn du die Tipps ausprobierst, wirst du bald merken wie das Gefühl dafür wächst.
Also nur Mut und los geht es :top:

Gruß Schelle
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Re: Kuplungsgedanken

#10 Beitrag von lars0404 » 23. Sep 2019 19:38

das : also gangwechsel ohne kuplung ist schon klar, verstehe ich nicht.
Wenn du ohne Kupplung schaltest, hast du auch keinen Verschleiß am der Kupplung. Ich Schalte hoch immer ohne Kupplung und runter beim Kurvenräubern auch ohne Kupplung.Beim gemütlich dahinrollen mit Kupplung. Technisch ist das mit dem Motorradgetrieben keine Problem.
Gruß Lars

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Re: Kuplungsgedanken

#11 Beitrag von Floon » 23. Sep 2019 20:42

Ich danke dem Autor für diese Frage und allen Anderen für die Tipps. Auch mich beschäftigt das Thema Kuppeln immer wieder.
Ich versuche zwar meine Gewohnheiten zu ändern wie ich sie beim Autofahren kenne (Kupplung durchdrücken und Gas komplett wegnehmen) aber irgendwie hab ich trotzdem immer das Gefühl was kaputt zu machen.

Z.B. gerade beim Überholen im 4. Gang geht die Drehzahl doch ganz gut nach oben und wenn ich dann in den 5. schalte hab ich oft das Gefühl das ich es nicht richtig mache.

Ich wünsche mir mal dann immer mal, dass ein Profi hinten drauf sitzt und mir wie beim Autoscooter von hinten ein paar Tipps gibt.

Danke also auch von mir für die vielen Tipps.

Beste Grüße

Floon

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Re: Kuplungsgedanken

#12 Beitrag von Bayoumi » 23. Sep 2019 20:57

Gerade beim Durchbeschleunigen in drei, vier und fünf schalte ich leiser und mit weniger Unruhe im Fahrerwerk ohne Kupplung. Schalthebel mit leichtem Druck vorspannen, dann blitzschnell das Gas schließen und wieder aufdrehen, gleichzeitig den Druck unterm Pedal erhöhen. Je höher die Last vor dem schalten, desto flutsch.
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