19 Tage Höhentreffen und Frankreich über deutsche Passknacker

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blahwas
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Re: 19 Tage Höhentreffen und Frankreich über deutsche Passknacker

#21 Beitrag von blahwas » 10. Nov 2019 21:47

Sa 21.9. Schweizer Nordjura

Es geht heute durch den Schweizer Teil des Jura nach Norden zu unserer letzten gemeinsamen Übernachtung. Schweiz? Davor haben wir Respekt, denn die Bußgelder sind immens und unsere Fahrkultur ist nach 2 Wochen Italien und Frankreich völlig versaut. Entsprechend angespannt geht’s über die Grenze. Zum Glück haben wir zunächst nur Wirtschaftswege, wo keine Schilder stehen, und wo sich die Einheimischen erkennbar auch nicht für Verkehrsregeln interessieren. Dafür ist es kalt.
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Wegen eines Viehtriebs machen wir 20 Minuten Pause und fahren dann doch noch mal 10 Minuten hinterher. Es ist klar erkennbar kulturell noch Frankreich hier. Ich möchte aber nicht in die Situation kommen, diesen Sachverhalten ein einem Verkehrspolizisten erklären zu müssen, dessen Laserpistole in der Schweiz geeicht wurde.
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Leider spüre ich inzwischen recht deutlich den eckigen Vorderreifen an meiner Yamaha. Rache der Gravillons? Weil es Markus auf unserer geplanten Route in der Schweiz nicht gefällt, bittet er um Flucht nach Frankreich. Mit einem Blick auf Navi und OSM gebe ich dem Anliegen statt und zaubere die Route live um. Wie um sich zu rächen wir die Schweiz direkt wieder schöner.
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Gerastet wird dann aber wieder Frankreich, und es werden auch noch Punkte auf der Schweizer Grenze geschnappt.
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„Der eilige Einheimische“ gehört zu jeder Fahrt nach Südeuropa! Dabei handelt sich um einen Autofahrer, die einen Fahrstil pflegen, über den man als Motorradfahrer staunt. Unser eiliger Einheimischer dieses Urlaubs ist ein Mann um die 30 in einem alten Renault Clio ohne erkennbares Tuning. Wir überholen ihn auf einer einigermaßen kurvigen Strecke, breit genug für zwei Autos mit Fahrbahnzustand 3-, als er hinter 2 Autos feststeckt, aber 2 Minuten später ist er wieder im Rückspiegel. Oha! In einer langen und gut einsehbaren 180° Linkskurve setzen ich den Blinker rechts, und fahre rechts und langsam. Der eilige Einheimische versteht es und überholt, und zwar nicht irgendwie, sondern mit durchdrehenden Vorderrädern und leicht ausbrechendem Heck. Oookaaay. Da fahren wir doch mal hinterher. Um es kurz zu machen: Dranbleiben war nicht wirklich möglich. Die tief stehende Sonne und er schlechte, ständig wechselnde Fahrbahnzustand waren mir zu riskant. Auch auf den Geraden war nicht viel zu holen, da er keine Angst vor Vmax hatte. Nur beim Überholen hat man noch Vorteile, weil man bessere Sicht hat und weniger Strecke und Breite braucht. Nach 15 Minuten endet der Zauber, als er in irgendeinem Dorf abbiegt. Gute Fahrt auf all deinen Wegen, du sympathisch Verrückter!

Ich habe noch zwei Passknackerpunkte heute: Col du Pas de Boeuf („Pass vom Pass des Rindes“ oder „Pass vom kein Rind“???), als Abstecher in sehr schlechtem Zustand, und den Col de Ferrière knapp vor einer großen Kreuzung. Da wir hierher recht zügig gefahren sind, will ich beim Fotografieren den Motor laufen lassen, und das klappt nur im Leerlauf. Leider entscheidet sich das Motorrad, dass es doch steil genug bergab steht, um über den Seitenständer nach vorne zu rollen, und es fällt um – dieses Mal aber zur Abwechslung nach links.
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Da ich noch nicht ganz abgestiegen war kann ich den Fall bremsen und nichts geht kaputt. Ich lasse einfach liegen. Es sorgt für ein unterhaltsameres Passknackernachweisfoto, in dem sich auch Markus in der Passknackerdatenbank verewigen darf.
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Als ich das Topcase abnehme mache ich leider Kratzer in die Oberseite, weil ich es kopfüber abgelegt habe. So, nun aber ab zum Hotel. Es ist eine Anlage mit Urlaubsflair, die rund um einen Pool angelegt ist. Eine andere Motorradgruppe badet bereits. Es ist der letzte Abend mit Markus, also ist es Zeit für den feierlichen Restaurantbesuch. Zum Hotel gehört ein ordentliches französisches Restraunt mit allem Zipp und Zapp. Es war sehr lecker, sehr viel und nicht mal besonders teuer. Dass wir beide keinen Alkohol trinken, verwirrt die Wirtin sehr, die aber zu jeder Zeit freundlich und geduldig mit uns ist. Danach wird spazieren gegangen und die Zimmer bezogen.

Heute waren es doch wieder 358 km, wegen spontaner Umplanung. Der Straßenzustand war besser.
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Re: 19 Tage Höhentreffen und Frankreich über deutsche Passknacker

#22 Beitrag von blahwas » 10. Nov 2019 22:00

So 22.9. Der Abschied

Heute trennen sich unsere Wege. Morgens packen wir gleichzeitig und fahren tanken im gleichen Ort. Dann wird noch Frühstück gekauft, und gemeinsam auf die Autobahn gefahren, aber an meiner Abfahrt trennen sich die Wege wirklich.

Für mich geht es weiter über die Schwäbische Alp mit einer Zwischenübernachtung in die neue alte Heimat, Nürnberg. Für Markus geht es nach Duisburg. Es war ein absolut beeindruckender gemeinsamer Urlaub, mit Höhen und Tiefen, über die schönsten Strecken der Welt, mit viel Fahrspaß, Herausforderungen, abwegigen und schönen Schotterstrecken, Vernunft und Wahnsinn, und vor allem war es zu keinem einzigen Zeitpunkt langweilig. Man weiß nie was hinter der nächsten Kurve lauert, oder wie die Landschaft in 10 Minuten aussieht. Italien ist großartig, Frankreich ist fantastisch! Das Höhentreffen ist genial, und Markus ist ein super Reisebegleiter, der mehr als einmal über seinen Schatten gesprungen ist, um mich zu unterstützen.

Meinen weiteren Reiseverlauf konntet ihr bereits im Passknacker-Deutschland-Bericht nachlesen, denn darum ging's schließlich, aber ich kopiere ihn hier einfach mal schamlos rein:
So 22.9. Frankreich - Schwäbische Alb

Ich erwache in Etupes, Frankreich in einem Hotelzimmer. Markus ist im gleichen Hotel, ein Zimmer weiter. Die Französische Küche haben wir uns gestern noch richtig schmecken lassen. Morgens steht nun der Abschied von Markus an, nach 7 Tagen gemeinsamer Reise. Wir kommen trotz Vollbedienung gestern gut aus dem Bett und fahren noch zum nächsten Supermarkt zum Tanken und Frühstück einkaufen. Dann gibt es den förmlichen Teil des Abschieds, dann geht es auf die Autobahn. Wir zahlen sagenhafte 1,60 Euro Maut - dafür lohnt ja kaum das Anhalten. Bei Basel verabschiede ich mich dann informell aus der spontanen Formation ostwärts, Markus fährt heute direkt nördlich nach Hause (Duisburg).

Damit wäre ich wieder alleine unterwegs. Das Thema heute ist mal wieder "Alle Passknacker Deutschlands in 2019". Extra für diesen Reiseteil habe ich mir einige Punkte offengelassen, und zwar die Punkte an der Grenze von BaWü zur Schweiz, die man auf einer einigermaßen geraden Linie befahren kann. So geht es bis zum Bodensee, und dann nordöstlich die Schwäbische Alb entlang Richtung Nürnberg. Überraschend entdecke ich noch 2 fehlende deutsche Passknackerpunkte am Westende des Bodensees, die aus irgendeinem Grund nicht Teil meiner ursprünglichen Planung waren. Das wäre sehr blöd gewesen, wenn die am Ende der Tour noch offen gewesen wären. Gut, dass wir verglichen haben! Die Route sieht so aus.
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Sonntags ist natürlich mehr Motorradverkehr als ich es gewöhnt bin, und einige Sonntagsfahrer regen mich durchaus auch auf. Ich bin nicht mehr in Frankreich und sollte auch nicht mehr so fahren. Damit rechnet hier niemand und auch der Führerschein ist in Gefahr, nicht nur der Geldbeutel. Erfreulich ist dagegen das Wetter. Nach den ersten 15 Minuten ist es völlig trocken und hat genau die richtige Temperatur.
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Auch schön, dass die Straßen in BaWü überwiegend in einwandfreiem Zustand sind. Verlässlicher Grip und selten mal Verwerfungen. Auch der West-Ost-Teil meiner Route führt über launige Kurvenstrecken.
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Es sind sogar zwei Bikertreffs gleichzeitig Passknackerpunkte. Wegen gutem Wetter sind viele andere Moppeds unterwegs, wobei die Hardware höherwertig als in der alten Heimat Ruhrpott ist. Italienische Marken sind stärker vertreten.
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Später am Tag genieße ich die Aussicht auf den Bodensee - ohne Verkehrschaos! - und sichte gar einen seltenen Monotracer. Das ist ein einspuriger Kabinenroller, quasi eine Zigarre auf Rädern mit K1200S- oder Hayabusa-Technik, gefertigt in der Schweiz in Kleinserie, Handarbeit, und hat hinten ausklappbare Stützräder zum Anhalten. Auch schön, dass es hier im Wald neben der Straße eine Strecke für Mountainbikes mit Sprüngen gibt. Und einen Fahrdienst, der die Fahrräder und ihre Piloten wieder den Berg hoch zerrt. Dafür könnte ich mich auch begeistern.
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In einem Dorf komme ich zu einem PKW-Unfall, der anscheinend gerade erst passiert ist. Ein Opel Astra und ein Land Rover stehen komisch auf/hinter einer Kreuzung innerorts und es liegen überall Plastikteile rum. Niemand ist eingeklemmt, alle sind auf den Beinen. Anscheinend ein Problem mit der Vorfahrt, der Astra traf den Land Rover in der Seite. Andere helfen schon, etwas Sinnvolles tun kann ich hier nicht, also weiter.

Meine Route zieht sich ziemlich, aber mit regelmäßigen Pausen bleibe ich wach im Sattel. Immer dem Schatten folgen… Shadow Run statt Ghost Rider?
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Endlich kann man wieder sorgenfrei an jeder Tankstelle tanken und auch einkaufen. Mein Hotel heute ist in Albstadt. Die Rezeption ist nicht besetzt, aber es liegt ein Zimmerschlüssel bereit, auf dem ein Zettel mit meinem Namen klebt. Warum auch nicht? Vielleicht etwas unpersönlich. Nach der dringend nötigen Dusche, ich bin richtig platt von den 530 km heute, geht es zu Fuß ordentlich weit, essen suchen. Es gibt Pasta: Fetucine al Forno. Aktuell habe ich 91,5% Deutschland von geknackt. Morgen geht's weiter und dann schließlich nach Hause.
Mo, 23.9. Schwäbische Alb - Nürnberg

Der letzte Tag, und der längste Fahrtag. Durch die Verlängerung am ersten Anreisetag dieser Tour habe ich heute statt 700 km (12:56) "nur" 636 km (11:43), und wenn ich die drei nächsten Punkte an Nürnberg weglasse, weil ich die auch von dort aus innerhalb einer 3 Stunden-Tour erreichen kann, sind es gar nur 470 km, darunter viel Autobahn. Das reicht ja gerade mal für den Vormittag ;)
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Ne, nicht wirklich, ich bin schon ziemlich fertig und irgendwie auch froh, bald wieder daheim zu sein. Allerdings ist heute Regentag. Leider säuft mein undichtes, aber selbsttönendes Pinlock gnadenlos ab, beschlägt von innen und nimmt mir die Sicht. Nach etwa 20 Minuten klärt es zum Glück wieder auf, ich war schon am Pläne schmieden, wie ich es abbauen und zerstörungsfrei transportieren kann.
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Das Wanderheim Roßberg ist wegen Baustelle nicht erreichbar – der Gau auf jeder Passknackertour fernab der Heimat. Es ist keine Umleitung beschildert, also guckt man aufs Navi und probiert andere Wege. Der erste führt zu einem Wanderweg, der zweite zu einem durchgestrichenen „Gesperrt“-Schild – Bingo! Ich habe auch noch Glück, dass heute Montag ist, denn Sa/So darf man nicht bis ganz oben fahren, und alles außer ganz oben wird nicht als Nachweis akzeptiert. Mit gründlicher Vorbereitung wüsste man sowas – ich wusste es aber nicht. Es regnet munter weiter.
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Gegen 13 Uhr hört der Regen endlich mal auf und ich aktiviere das zweite Paar Handschuhe, dass ich seit 18 Tagen spazieren fahre. Das ist einfach das alte Paar, das ich früher getragen habe, ich weiß sofort wieder, warum ich es ausgemustert hatte: Innenfutter lose! Ist man erst mal drinnen, ist man aber froh über trockene Griffel. Die Straßen trocknen auch nach und nach ab, wenn auch nicht überall. Sauber wird das Motorrad nicht, dafür werde ich aber auch nicht mehr nass.
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Es zieht sich ziemlich und ich habe wenig Lust, für mehr Fotos anzuhalten. Irgendwann hat man das letzte Nachweisfoto im Kasten. Dann, und auch zwischendurch füttere ich den Telegram-Bot von Passknacker vom Handy aus mit den Nachweisen, um sicher zu gehen, dass ich keinen Punkt ausgelassen habe. Das passt alles. Ziel erreicht! Beruhigt geht es auf die Autobahn nach Hause. Das ist auf einer Naked nicht die reine Freude, und diese hier bietet wirklich praktisch Null Windschutz. Ich stehe probeweise mal bei Tempo 130 auf, und es ändert sich nichts am Winddruck. Wow. Insgesamt tanke ich heute schon wieder 3x, der Fluch des kleinen 12 Liter. Irgendwann komme ich dann auch tatsächlich daheim an – fertig, aber sehr zufrieden. Aktuell habe ich 665 von 703 Punkten = 94,6% von Deutschland geknackt. Der Rest ist hoffentlich nur noch ein Wochenende und eine Abendrunde.
Es grüßen euch:

Markus ist zuständig für Catering und Einkauf, Transport von Getränken und überzähliger Wäsche. Markus braucht eine tariflich garantierte Mittagspause mit Nickerchen, ein Stück Käse in seiner Nähe, und am Nachmittag einen Kaffee. Am besten arbeitet er beim schlafen oder im Supermarkt.
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Johannes ist zuständig für Planung, Buchung, Reisebericht, und Tourguiding, also Minen suchen, Autofahrer aufwecken und Grip testen. Johannes braucht das beste Bett im Haus, Fotos von Passschildern mit GPS-Koordinaten drin, viele Tankstellen, und täglich ein Eis. Am besten arbeitet er mit zwei Navis, bei maximaler Schräglage und/oder regelnder Traktionskontrolle.
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Danke fürs Mitkommen!
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Re: 19 Tage Höhentreffen und Frankreich über deutsche Passknacker

#23 Beitrag von blahwas » 10. Nov 2019 22:23

Sorro hat geschrieben:
9. Nov 2019 11:42
Einfach tolle Berichte, blahwas! Vielen Dank dafür!!! Man würde die Touren am liebsten gleich nachfahren!!!
Das kann man machen, einfach zum Höhentreffen kommen ;)
karklausi hat geschrieben:
9. Nov 2019 23:13
Super Bericht. Mich interessiert der Vorteil des angebastelten Topcases ggü einer wasserdichten Tasche auf der Rücksitzbank?
Karklausi
Bei vielen Zwischenstopps hat Topcase mit Innentasche den Vorteil, dass es schneller dran- und abzumachen geht, und dass man keinen Dreck und kein Wasser mit in die Unterkünfte schleppt. Außerdem ist der Platz auf der Sitzbank so knapp in Länge und Breite, dass ich was festes brauchte, damit es wirklich am Platz bleibt. Das Heck der MT-09 ist ein Hauch von nichts. Ich habe lange mit Softgepäck getestet, das wurde nicht fest, bzw. hätte ich eine Packrolle gebraucht, die genau zwischen den Größen meiner beiden Packrollen war. Mit der Grundplatte hätte es fest werden können, aber lästig wäre es gewesen. Mit dem Topcase kann man vernünftig in die Höhe bauen, auch wenn's natürlich schrecklich aussieht. Außerdem passen in meinen jetzt kleineren Tankrucksack (verglichen mit dem Bagster Omega früher, der nicht auf den Tank der MT09 passt) auf nicht die Regensachen UND die Getränke rein, daher brauche ich Gepäck, an das ich schneller rankomme als 2x Rokstop, 4x Clip, dann aufrollen und danach alles wieder retour.

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Re: 19 Tage Höhentreffen und Frankreich über deutsche Passknacker

#24 Beitrag von blahwas » 10. Nov 2019 22:34

Kosten:
-keine Knöllchen und in Italien etwa 25 Euro Maut
-Jede Menge Benzin, in Italien deutlich teurer, in Frankreich etwas teurer
-Übernachtungen im Du Lac Lavarone 55 Euro pro Nacht mit Halbpension (für 1 Woche mich)
-Weitere Übernachtungen im Schnitt 42 Euro pro Person, nie im gleichen Zimmer geschlafen (Hotels mit Dreibettzimmer, oder 2 Einzelzimmer, oder Ferienwohnung mit getrennten Schlafzimmern oder Bett + Schlafcouch) - für mich insgesamt also etwa 850 Euro
-Der Sturz und die Umfaller haben neben minimaler Kosmetik Schäden in Höhe von etwa 50 Euro verursacht (Sturzpad, Bremshebel).
-Ich bin etwa 7300 km Motorrad gefahren, was etwa 2500 Euro an Kosten verursacht hat (Sprit, Reifen, Wartung, Wertverlust)

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Re: 19 Tage Höhentreffen und Frankreich über deutsche Passknacker

#25 Beitrag von Sorro » 11. Nov 2019 18:54

blahwas hat geschrieben:
10. Nov 2019 22:23
Sorro hat geschrieben:
9. Nov 2019 11:42
Einfach tolle Berichte, blahwas! Vielen Dank dafür!!! Man würde die Touren am liebsten gleich nachfahren!!!
Das kann man machen, einfach zum Höhentreffen kommen ;)
Wie gerne würde ich, aber nächstes Jahr sind wir - zumindest ist es so geplant - zu der Zeit schon mit dem Mopped in Italien, einen Freund im Süden der Toskana besuchen. Und da ich Ende Juni auch schon ne Woche weg bin, habe ich die Befürchtung, dass sich meine Holde etwas vernachlässigt fühlen wird :floet:

Wenn die Kinder mal älter sind, hoffe ich auf mehr Chancen zu solchen Aktionen. Vielleicht klappt es ja zu einem der anderen Treffen in 2020. Die Hoffnung stirbt zuletzt!!!

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Re: 19 Tage Höhentreffen und Frankreich über deutsche Passknacker

#26 Beitrag von blahwas » Heute 14:30

Duck/Markus liefert noch sein Fazit nach:
Pfffttttt.....

da hat der Herr Blahwas aber mal richtig viel geschrieben. Viel zum ergänzen habe ich da nicht. Es war mir ein Vergnüngen am Dienstag in Italien dazu zu stoßen. Auch wenn der "Comfort" eines östereichischen Schlafwagens nicht wirklich erholsam ist, so freute ich mich über gesparte 1000km Autobahn.

Zu Italien selbst habe ich immer noch ein gespaltenes Gefühl: Die Landschaft und die Straßen sowie das Klima haben es mir wirklich angetan. Bisher dachte ich immer, die Franzosen bauen die besten Straßen in die Landschaft, aber nein- die Italiener nehmen noch richtig griffigen Asphalt dazu. Überwiegend.- Die Landschaft hat mich stellenweise überwältigt und das Wetter verwöhnt. - Warum habe ich die SommerKombi daheim gelassen?
Mein Eindruck von Italien wurde nur durch die Italiener getrübt- mehrfach hatte ich ein schlechtes Gewissen etwas zu bestellen, da der anschließende Wortwechsel Richtung Tresen zwischen Barista und Bedienung sich wie ein handfester Familienstreit anhörte.... Da bin ich von der franz. melodischen Sprache verwöhnt.

In Italien entdeckte ich die Vorzüge eines festen Standorts über Tage zur Erkundung der Umgebung- Vier Himmelsrichtungen und vier Tage später entdeckte ich auch Erholungswert in den befahren von bekannten Strecken, an denen man neue Eindrücke erhalten konnte. - Gar nicht so schlecht :-)

Der Rückweg über Frankreich war überwältigend- Die Eindrücke wahnsinn- so ganz habe ich die Reise noch nicht verarbeitet.- So manche Pause hätte ich auch auf Stunden ausdehnen können um auch mal "hinter der nächsten Ecke zu schauen"- aber auch da war meine Aufnahmefähigkeit schnell voll und der Genuss von Kurve zu Kurve zu reisen gewann die Oberhand- Frankreich- du hast es mal wieder geschafft.

Die Reiseleitung war tip - top! Meist konnte ich mich hinten dran hängen- und wenn der Herr Blahwas wieder mal einen Einheimischen jagen wollet, hatte ich die Route ja auch selbst und die nächste Abbiegung am Pass lässt auch mal länger auf sich warten. Es war das reinste Vergnügen. Die Gesellschaft eines Freundes auf Reisen, mit denen ich den Tag ausklingen lassen konnte, gepaart mit den Freiheiten der Alleinreise- WUNDERBAR!

Natürlich habe ich ich wieder mal zu viel mitgenommen- Zumindest bei der Fotoaussrüstüng habe ich mich zumindest gezwungen mehr zu nutzen- auch wenn ich mir nicht oft die Zeit dazu nehmen wollte- Die Kamera zwischen meinen beiden Ohren war da wichtiger.

Und wenn der Herr Blahwas meint, ich arbeite am Besten im Schlaf oder Supermarkt, dann doch nur, weil ich ihn versuchte einzulullen, damit ich in seinem Bummeltempo die Chance wittern wollte, ihn zu versägen- Doch selbst das Fett Füttern mit unzähligen Pain aux chocolate half nix.... Als ich sein Motorrad mal fuhr, verstand ich warum es nur eine Richtung gab und die Beschleunigung nicht endet....

Es war eine sehr schöne Reise, auch wenn sie für meinen Geschmack etwas zu lang war- ab den 10. Tag ging es zwar weiter über die schönsten Kurvenstrecken bei Traumwetter - abgesehen von Rollsplitteinlagen- aber ich war im Kopf schon wieder daheim-

Nun sitzte ich hier und schwlge in schönsten Erinnerungen an diese Reise.
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